LONDON (IT BOLTWISE) – Apple soll im September 2026 mit dem iPhone Ultra ins Foldable-Segment vorstoßen. Das Gerät wird als 9,2 Millimeter dünn im geschlossenen Zustand beschrieben und dabei ein Display ohne sichtbare Falz kombinieren. Für den Verkaufsstart werden laut Angaben zunächst nur sehr begrenzte Stückzahlen erwartet. Technisch und softwareseitig soll iOS 27 eine optimierte Bedienlogik für das große Innen-Display mitbringen.

Das geplante iPhone Ultra bewegt sich klar in einem Markt, in dem sich Komfort und Formfaktor schon lange aneinander reiben: Foldables müssen zum einen „handlich genug“ wirken, zum anderen aber auf dem großen Innen-Panel wirklich wie ein eigenständiges Endgerät funktionieren. Genau hier setzt die aktuelle Erwartungshaltung an. Laut Mark Gurman soll Apple das Foldable noch 2026 auf den Markt bringen, mit einer Vorstellung, die sich auf den September richtet. Die Gerüchte drehen sich dabei nicht nur um die Frage, ob Cupertino überhaupt einen ernsthaften Einstieg wagt, sondern auch darum, wie stark Apple die Nutzerführung so gestaltet, dass das Gerät nicht wie ein „halbierter Tablet-Ersatz“ wirkt, sondern wie ein konsequent weitergedachtes iPhone-Formfaktor-Konzept.
Beim Timing geht es weniger um einen exakten Tag als um die Produktionslogik. Für den Verkaufsstart wird erwartet, dass die Verfügbarkeit im dritten Quartal zunächst stark begrenzt ausfällt, weil Faltmechanik, Materialstapeln und Display-Integration Fertigungsschritte mit zusätzlicher Fehleranfälligkeit bündeln. In der Größenordnung werden dabei nur 500.000 bis eine Million Geräte genannt. Gleichzeitig taucht als Startfenster der 09. September auf, wobei das Ultra offenbar parallel zu den regulären iPhone-Modellen positioniert werden soll. Für den Handel bedeutet das: Wer auf ein sofortiges „regalnahes“ Produkt hofft, wird eher mit Warteschlangen und Liefer-Entzerrung konfrontiert als mit breiter Off-the-shelf-Verfügbarkeit.
Der Preisrahmen soll bei rund 2.000 US-Dollar für die Basisvariante starten, während für China 15.999 Yuan genannt werden. Entscheidend ist dabei weniger die Umrechnung als die Speicherstaffel: Für 512 GB bzw. 1 TB sollen Käufer jeweils um weitere 2.000 Yuan im Vergleich zur Basisvariante ansetzen müssen. Das daraus abgeleitete Top-Modell läge bei grob 2.400 Euro; für den deutschen Markt wird eine deutlich höhere Zahl wie 2.999 Euro für das 1-TB-Modell in den Raum gestellt. In der Praxis dürfte der Vertrieb damit ähnlich funktionieren wie bei anderen Premium-Geräten: Nicht Masse dominiert, sondern selektive Nachfrage bei Early Adoptern. Spannend wird zudem, wie Apple mit dem erwarteten „Ultra“-Anspruch die Preisakzeptanz begründet, etwa über Displayqualität, Haltbarkeit und eine Software, die das Mehr an Hardware auch wirklich spürbar macht.
Beim Design liegt der Fokus auf einem für Apple typischen Zielbild: „iPhone Air Optik“ statt „Pro“-Dominanz. Konkret wird eine Rückseite beschrieben, deren Kamera-Modul optisch als zentrales Element wirkt, inklusive einer Kamera-Pille für zwei Sensoren und einen Blitz. Dazu sollen Dual-Tone-Elemente kommen, die an frühere Pro-Designsprache erinnern, etwa mit einer Kombination aus Silber und Weiß und einer zusätzlich geplanten dunkelblauen Variante. Unter den äußeren Maßen stehen aber vor allem die Falt-Realitäten: Zubehörhersteller sollen ein zusammengeklapptes Maß von 9,2 Millimetern bestätigen, also etwa 0,5 Millimeter weniger als beim Galaxy Z Fold 8. Im aufgeklappten Zustand wird jedoch eine deutlich größere Dicke von 13,7 Millimetern erwartet, kombiniert mit einer Höhe von 117 Millimetern und einer Breite von 84 Millimetern. Für Nutzer ist das die typische Entweder-oder-Frage: „dünn genug für die Tasche“ versus „stabile Linienführung, sobald es aufgeklappt ist“.
Auch die Hardware-Details zeigen, dass Apple die Foldable-Hürden anders priorisieren will. Es wird nicht mit einem klassischen SIM-Karten-Slot gerechnet; stattdessen soll das iPhone Ultra ausschließlich eSIM unterstützen. Zusätzlich fällt die Integration der bekannten Kamera-Taste an der Seite ins Gewicht, allerdings mit dem Hinweis, dass deren Nutzen im Foldable-Kontext weniger selbstverständlich sein könnte als bei einem herkömmlichen Candybar-Phone. Beim Display wird der Anspruch besonders greifbar: Das Frontdisplay soll breiter wirken, aber mit einem kleinen formfaktorspezifischen Fenster, während das Innendisplay mit 7,8 Zoll im 4:3-Verhältnis stärker auf Video- und Fotoinhalte zugeschnitten sein dürfte. Für das Entsperren steht Touch ID als Option im Raum, doch weil beim Foldable-Formfaktor die Sensorik vermutlich schwer unterzubringen ist, wird auch ein Fingerabdrucksensor im Powerbutton als wahrscheinliches Vorgehen diskutiert.
Technisch wird das iPhone Ultra vermutlich auf einem neuen Apple-SoC aufsetzen, genannt wird der A20 Pro, der im Umfeld des iPhone 18 Pro erwartet wird. Außerdem ist von einem 2-nm-Fertigungsprozess die Rede, wobei die konkrete Auslegung des Chips mit Blick auf Rechenleistung, Effizienz und KI-„On-Device“-Lasten letztlich erst mit belastbaren Benchmarks klar wird. Ergänzend soll ein Apple C2 5G-Modem zum Einsatz kommen, während der Akku auf etwa 5.000 mAh beziffert wird. Bei der Kameraseite wiederum wird auf Kompromisse verwiesen: Es sollen lediglich zwei Sensoren auf der Rückseite verbaut werden, konkret eine 48-MP-Hauptkamera und ein 48-MP-Ultraweitwinkel. Eine dedizierte Zoom-Kamera wird damit als fehlend angenommen – ein Punkt, der für Foto-Enthusiasten zwar Erwartungen senkt, aber vermutlich Gewicht und Platz im Foldable-Stack spart.
Besonders markant ist schließlich die Software-Erzählung: Gurman soll davon sprechen, dass sich das iPhone Ultra im geöffneten Zustand stärker wie ein iPad anfühlt als wie ein klassisches iPhone. Für iOS 27 wird deshalb eine Fold-Optimierung erwartet, darunter eine Split-Screen-Darstellung mit zwei gleichzeitig laufenden Anwendungen. Damit würde Apple zumindest konzeptionell echten „Split-Screen-Anspruch“ erfüllen, statt sich auf Nebenfunktionen wie Bild-in-Bild zu beschränken. Zusätzlich wird eine seitliche Navigationsleiste links erwähnt, die Entwicklerwerkzeuge erhalten sollen, um bestehende Apps an das neue Layout anzupassen. Wenn diese Werkzeuge tatsächlich gut greifen, könnte genau das für Unternehmen relevant sein, die mobile Workflows auf mehreren Screens planen: Lesen, Arbeiten und Vergleichen würden im großen Display nicht nur nebeneinander stattfinden, sondern stärker als durchgängiger Bedienraum wirken.
Auch der Zubehörmarkt liefert einen schnellen Realitätstest, bevor überhaupt ein Gerät im Ladengeschäft steht. Berichten zufolge gibt es bereits Schutzhüllen, etwa transparente Varianten mit TPU-Bumpern, während andere Cases vor allem über Magsafe-Support werben. Für die Praxis heißt das: Nutzer müssen frühzeitig prüfen, wie der Falzbereich, die Dicke im Schließzustand und die Magnetpositionen zusammenpassen. Unterm Strich entsteht damit ein klares Bild: Das iPhone Ultra tritt nicht nur als „zweites Foldable“ an, sondern will über zwei Hebel gewinnen – ein sichtfalzarmes Display-Erlebnis und eine Software, die aus der Mehrfläche echte Produktivität macht. Ob das gegenüber etablierter Konkurrenz ausreichend ist, entscheidet am Ende die Mischung aus Haltbarkeit, App-Optimierung und der Frage, ob die anfänglich geringe Verfügbarkeit sich bis in eine breitere Produktphase verlängert.
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