MÜNCHEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Der anhaltende Konflikt im Iran hat weitreichende Auswirkungen auf die globalen Düngemittelpreise. Seit Jahresbeginn sind die Kosten für Mineraliendünger um 30 bis 40 Prozent gestiegen, was die Landwirtschaft weltweit unter Druck setzt. Besonders betroffen sind die Stickstoffdüngerpreise, die sich dem Höchstniveau des Ukraine-Konflikts annähern.

Der Iran-Konflikt hat die globalen Düngemittelmärkte erheblich beeinflusst, was zu einem Anstieg der Preise um 30 bis 40 Prozent seit Jahresbeginn geführt hat. Diese Entwicklung stellt eine Bedrohung für Landwirte und die Lebensmittelpreise weltweit dar. Philipp Spinne, Geschäftsführer des Deutschen Raiffeisenverbands, weist darauf hin, dass die Preise für Stickstoffdünger fast das Niveau erreicht haben, das zu Beginn des Ukraine-Kriegs beobachtet wurde.
In Europa sind die Auswirkungen auf die Verbraucher bisher begrenzt, da viele Landwirte ihre Düngemittel bereits vor dem Ausbruch des Konflikts erworben haben. Sollte der Konflikt jedoch andauern, könnten die Produktionskosten der Landwirte steigen, was sich letztlich auf die Erzeugerpreise auswirken würde. Vor einigen Jahren konnte eine ähnliche Krise abgewendet werden, da Russland seine Düngerausfuhren steigerte, doch die EU hat inzwischen Zollerhöhungen für russische Düngemittel beschlossen.
Ein wesentlicher Faktor für den Preisanstieg ist der hohe Energiebedarf bei der Herstellung von Düngemitteln. Gaspreise bestimmen bis zu 90 Prozent der Kosten für die Produktion von Ammoniak und Stickstoff. Steigende Gaspreise führen somit zwangsläufig zu höheren Düngemittelpreisen. Ohne ausreichenden Düngemitteleinsatz drohen den Landwirten Ernteeinbußen, was die globale Lebensmittelproduktion gefährden könnte.
Obwohl Europa einen Großteil seines Düngemittelbedarfs selbst decken kann, sind die indirekten Effekte höherer Gaspreise spürbar. Der Industrieverband Agrar fordert daher eine Stärkung der heimischen Produktion und höhere Zölle auf russisches Kali. Gleichzeitig hat Russland kürzlich seine Düngerausfuhren eingeschränkt, um die eigenen Landwirte zu schützen. Diese Entwicklungen belasten die landwirtschaftlichen Betriebe zusätzlich, insbesondere jene, die sich nicht frühzeitig mit Düngemitteln eingedeckt haben.
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