TEHERAN / LONDON (IT BOLTWISE) – Im Iran wurden erneut Todesurteile gegen Dissidenten vollstreckt, was international für Empörung sorgt. Die Exekutionen von Abolhassan Montaser und Vahid Bani-Amerian werfen Fragen zur Fairness der Verfahren auf, da Menschenrechtsgruppen auf mögliche Foltergeständnisse hinweisen. Die iranische Justiz plant, die Todesstrafe künftig noch häufiger anzuwenden.

Im Iran sind erneut zwei Männer im Rahmen einer Hinrichtungswelle exekutiert worden. Die Justiz des Landes beschuldigt Abolhassan Montaser und Vahid Bani-Amerian, im Auftrag der oppositionellen Volksmudschaheddin Anschläge in Teheran geplant und durchgeführt zu haben. Dabei sollen sie auch Raketenwerfer eingesetzt haben. Diese Vorwürfe werden von Menschenrechtsgruppen stark kritisiert, die auf die häufige Anwendung solcher Anschuldigungen gegen Regimegegner hinweisen.
Amnesty International hat die Verfahren gegen Montaser und Bani-Amerian als unfair bezeichnet und auf mögliche Foltergeständnisse hingewiesen. Beide Männer hätten die Vorwürfe, gegen den Staat zu den Waffen gegriffen zu haben, stets zurückgewiesen. Die Volksmudschaheddin, eine im Exil lebende iranische Oppositionsgruppe, kämpft seit Jahrzehnten gegen das islamische System im Iran und wird dort als Terrororganisation eingestuft.
In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden im Iran nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hengaw mindestens 160 Todesurteile vollstreckt. Diese Zahl verdeutlicht die zunehmende Härte der iranischen Justiz, die kürzlich ankündigte, die Todesstrafe künftig für mehr Delikte als bisher „ohne Gnade und Nachsicht“ zu vollstrecken. Neben Spionage für feindliche Staaten sollen auch Terrorhandlungen und die Zerstörung staatlicher Einrichtungen mit der Todesstrafe geahndet werden.
Die internationale Gemeinschaft zeigt sich besorgt über die Entwicklungen im Iran. Menschenrechtsorganisationen fordern die iranische Regierung auf, die Anwendung der Todesstrafe zu überdenken und faire Verfahren zu gewährleisten. Die zunehmende Zahl der Hinrichtungen könnte die Spannungen im Land weiter verschärfen und die internationale Isolation des Iran verstärken.
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