SAUDI-ARABIEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Neue Weiterbildungsprogramme mit klarer Ausrichtung auf ISO 27001, BSI-Grundschutz und KI-gestützte Sicherheitsstrategien starten im August 2026 weltweit. Anbieter bündeln Framework-Training für Sicherheitsverantwortliche, darunter Zertifizierungsbausteine mit TüV Rheinland. Parallel rücken operative Spezialisierungen wie Schwachstellenmanagement, Incident Response und Security Operations in den Fokus. Für Projektteams wächst der Trend, PRINCE2, ITIL und Scrum stärker zu kombinieren, um sowohl Governance als auch Umsetzung besser abzudecken.

Mit dem Auguststart 2026 wird die Weiterbildung im Sicherheits- und Projektumfeld spürbar stärker modular: Viele Programme koppeln klassische Standards wie ISO/IEC 27001 oder BSI-Grundschutz mit praxisnahen Bausteinen, die sich direkt in Unternehmensprozesse übersetzen lassen. Hintergrund ist nicht nur der anhaltende Fachkräftemangel in Sicherheitstechnologie und Projektsteuerung, sondern auch die Erwartung, dass Sicherheitsverantwortliche weniger „nur Compliance“ betreiben, sondern Schutzmaßnahmen organisatorisch verankern und nachweisbar betreiben. Genau dort setzt der Trend an, der sich in mehreren Regionen wiederfindet: von IT-Sicherheitsbeauftragten bis hin zu Scrum- und ITIL-Kombinationen.
Im Bereich der IT-Sicherheit steht dabei die Brücke zwischen Management-Framework und operativer Umsetzung im Vordergrund. Ein Beispiel ist ein zwölfwöchiges Vollzeitprogramm für IT-Sicherheitsbeauftragte, das bei alfatraining mit einem TüV-Rheinland-zertifizierten Baustein beworben wird. Inhaltlich werden zentrale Grundlagen adressiert, darunter ISO/IEC 27001 sowie BSI-Grundschutz als Grundpfeiler des betrieblichen Sicherheitsmanagements. Neu ist in der Darstellung vor allem die Integration von Künstlicher Intelligenz in die Sicherheitsstrategie: Das zielt weniger auf „KI als Buzzword“, sondern auf die Frage, wie sich analytische Verfahren in bestehende Sicherheitslogiken einbetten lassen, etwa wenn es um Risikoauswertung, Priorisierung von Maßnahmen oder die Bewertung von Bedrohungsszenarien geht.
Wer die operative Verteidigung adressieren möchte, sieht in den neuen Angeboten eine klare Schwerpunktsetzung auf Skills, die in Security Operations typischerweise unter Zeitdruck greifen. Für Cybersecurity-Analysten werden Kurse angekündigt, die auf eine anerkannte CompTIA-CySA+-Zertifizierung vorbereiten sollen. In der Programmbeschreibung tauchen dabei Themen wie Schwachstellenmanagement, Incident Response und der Betrieb von Sicherheitsoperationen als durchgängige roten Fäden auf. Damit passt die Weiterbildung in ein breiteres Bild: In vielen Organisationen entscheidet sich die Qualität der Abwehr weniger an einzelnen Tools, sondern an der Fähigkeit, aus Schwachstellenhandhabung schnelle Reaktionsketten zu machen und Vorfälle strukturiert zu untersuchen. Ergänzend wird bei The Knowledge Academy sowohl in Solihull als auch in Canterbury ein fünftägiges Training zum ISO 27002 Lead Auditor beschrieben, das sich an Compliance- und IT-Fachkräfte richtet, die Auditplanung und Risikomanagement im Griff haben wollen.
Auch im Projektmanagement verändert sich die Angebotslandschaft: Klassische Methoden und agile Ansätze greifen stärker ineinander. Besonders gefragt seien Kombinationen aus PRINCE2, ITIL und Scrum – und das zeigt sich in neuen Acht-Wochen-Programmen für angehende Scrum Master, die zusätzlich ITIL-Foundation- und PRINCE2-Foundation-Zertifikate abdecken sollen. Praktisch heißt das: Teams sollen nicht nur agiles Arbeiten „nach Gefühl“ anwenden, sondern auch die Anschlussfähigkeit an Service-Management-Logiken und Governance-Strukturen erwerben. Für Rollen wie Scrum Product Owner und Product Manager werden zudem Trainings genannt, die Design Thinking und Nutzerforschung ergänzen. Diese Verzahnung ist auch deshalb relevant, weil Unternehmen zunehmend davon ausgehen, dass Projekt- und Sicherheitsmanagement zusammenlaufen: Cyberangriffe treffen nicht nur Systeme, sondern Geschäftsprozesse und damit auch die Projektziele.
Während in Europa weitere Schwerpunkte in Richtung Audit- und Service-Management gelegt werden, wächst die globale Streuung der Themen in Richtung Cloud- und Zertifizierungsorientierung. Anbieter im Nahen Osten und in Südasien setzen dabei auf technische Spezialisierung; in Saudi-Arabien werden Anfang August unter anderem AWS Certified AI Practitioner- und PMP-Trainings angekündigt. Die Kursdauer wird je nach Komplexität mit fünf bis zwanzig Tagen angegeben, was auf ein Portfolio hindeutet, das sowohl „Kurzupgrades“ für Berufstätige als auch tiefergehende Vorhaben abdeckt. Im Bereich offensiver Sicherheit wird außerdem ein Programm für Cybersicherheit und ethisches Hacking beschrieben, das 45 Sitzungen mit über 150 Stunden aus Aufzeichnungen und Laborarbeit umfassen soll. Inhaltlich werden Techniken aus Social Engineering und Cloud-Sicherheit erwähnt; als Gebühren werden umgerechnet etwa 240 bis 300 Euro genannt, je nach gewähltem Format.
Für Führungskräfte verlagert sich der Schwerpunkt in Richtung strategischer Steuerung und Portfolio-/Programm-Nutzen, statt in die Detailausführung. Genannt wird ein virtuelles zweitägiges Training zum Programme Management Black Belt, das strategische Ausrichtung und Nutzenmanagement in den Mittelpunkt stellt. Parallel startet ein Kurs zum Program Management Professional (PgMP), der jedoch ausdrücklich umfangreiche Managementerfahrung voraussetzt. Ergänzend wird das Projektmanagement-Portfolio in mehreren Städten ausgebaut, darunter ein PRINCE2-7-Practitioner-Kurs in Nikosia sowie ein Training zum Projektrisikomanagement in Northampton, das Risikoidentifikation, quantitative Analysen und Planung von Gegenmaßnahmen betont. Für Entscheider ist daran vor allem wichtig, wie sich Qualifikationen künftig „zusammenstecken“ lassen: Die Angebote zielen erkennbar darauf, Lücken zwischen Security Governance, operativer Reaktion und Projektsteuerung schneller zu schließen – und damit auf einen Arbeitsmarkt zu reagieren, in dem passende Profile knapp sind.
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