SAN FRANCISCO / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine Welt ohne Internet ist heute nicht mehr vorstellbar. Erstaunlicherweise gibt es dennoch Milliarden Menschen, die keinen Zugriff auf das World Wide Web haben. Abgesehen von wirtschaftlichen Faktoren fehlt es in vielen Gegenden der Erde auch an der nötigen Infrastruktur. Internet-Satelliten können hier Abhilfe schaffen und auch an den abgelegensten Orten Highspeed-Surfen ermöglichen. Noch sind sie eine Nische, aber immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst für Starlink und Co.

Weltweit haben heute zirka 5,4 Milliarden Menschen Zugang zum Internet. Das entspricht ungefähr 67 %  der Weltbevölkerung. Rund 60 bis 65 % der Internetnutzung erfolgt über das Mobilfunknetz, während 30 bis 35 % der Menschen Zugang über Festnetz,  also DSL Kabel oder Glasfaser, haben. Weniger als 1 % empfangen Satelliten-Internet, doch der Markt wächst.

Satelliten-Internet wie über Starlink hat gegenüber Mobilfunk und Festnetz vor allem einen klaren Vorteil: Es ist wirklich überall verfügbar. Es funktioniert im tiefsten Tal, auf dem höchsten Berg oder mitten im Wald auf einer Lichtung. Dort, wo keine Kabel hinführen, und kein Mobilfunkmast in der Nähe ist, ist Satelliten-Internet die Lösung schlechthin.

In Sachen Geschwindigkeit  steht das Internet aus dem All dem Mobilfunk oder DSL/Glasfaser in nichts nach. Ganz im Gegenteil. Starlink erreicht heute teils hohe dreistellige Mbit/s-Werte. SpaceX selbst spricht von Downloadraten in „hundreds of Mbps“, aktuelle Messungen zeigen unter guten Bedingungen sogar 300 bis 400 Mbit/s. Auch die Latenz ist mit meist 25 bis 60 ms alltagstauglich und liegt damit klar auf Breitbandniveau.

Bei der privaten Nutzung können problemlos mehr als zehn Geräte gleichzeitig verbunden sein und auch anspruchsvolle Anwendungen wie das Streamen von Serien, Videospiele oder der Besuch in einem Online Casino ab 1 € Einzahlung wie BingBong sind ohne Weiteres möglich.

Satelliten-Internet ist darüber hinaus die ideale Lösung für Digital Nomads, die viel reisen, oft in der Natur unterwegs sind und trotzdem zuverlässig online arbeiten wollen. So wird aus dem Home Office ganz einfach ein Travel Office.

Satelliten-Internet für Privatkunden

Weltweit gibt es nur drei Unternehmen, die Satelliten-Internet für Privatkunden anbieten. Neben SpaceX mit Starlink, das nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 10 Mio. aktive Kunden versorgt, gehören dazu HughesNet mit rund 1 Mio. Kunden und Viasat, dessen Privatkundengeschäft zuletzt nur noch auf rund 257.000 Anschlüsse kam.

Zu den wichtigsten Märkten gehören die USA, wo Starlink mehrere Millionen Nutzer hat, sowie Kanada und Australien, wo viele Haushalte weit entfernt von Städten leben. Auch in Brasilien, Mexiko, Chile und anderen Ländern Lateinamerikas wächst die Nutzung schnell, weil Satelliteninternet dort oft die einzige Möglichkeit für schnelles Internet in ländlichen Regionen ist.

In Europa wird Satelliteninternet ebenfalls zunehmend genutzt, vor allem in ländlichen Regionen. In Ländern wie Italien, Spanien, Frankreich oder auch Teilen Skandinaviens dient es vielerorts als Hauptanschluss für Haushalte, die keinen Zugang zu Glasfaser oder schnellen Kabelnetzen haben. In großen Städten dagegen bleibt Satelliteninternet meist eine Ergänzung, weil dort leistungsfähige Festnetz- und Mobilfunknetze verfügbar sind.

Welchen Weg nimmt das Internet aus dem All?

Satelliteninternet funktioniert im Grunde wie eine riesige Funkverbindung zwischen Erde und Weltraum. Statt dass Daten über Kabel oder Glasfasernetze durch den Boden laufen, werden sie über Satelliten in der Umlaufbahn übertragen.

Der Ablauf beginnt beim Nutzer. Auf dem Dach oder am Balkon befindet sich eine kleine Satellitenschüssel oder ein spezielles Empfangsterminal. Dieses Gerät sendet Funksignale zum nächstgelegenen Satelliten im Orbit. Bei Systemen wie Starlink kreisen tausende solcher Satelliten in etwa 500 bis 1.200 Kilometern Höhe um die Erde.

Der Satellit empfängt das Signal und leitet es weiter. Entweder wird es direkt an eine Bodenstation auf der Erde geschickt oder über Laser- bzw. Funkverbindungen an andere Satelliten weitergegeben, bis es eine Bodenstation erreicht. Diese Station ist mit dem normalen Internet verbunden, also mit den großen Rechenzentren und Glasfasernetzen der Welt.

Wenn der Nutzer zum Beispiel eine Website öffnet, läuft der Weg also so:
Das Gerät im Haus sendet die Anfrage zum Satelliten. Der Satellit schickt sie zu einer Bodenstation. Von dort geht die Anfrage über das normale Internet zum Server der Website. Die Antwort nimmt anschließend denselben Weg zurück,  über die Bodenstation, den Satelliten und schließlich zur Antenne beim Nutzer.

Kleiner Nachteil: Kabel und Ausrichtung der Schüssel

Starlink-Internet und seine Konkurrenten haben viele Vorteile, aber auch rein praktische Nachteile. Die Starlink-Satellitenschüssel braucht Strom und muss gleichzeitig mit dem Router verbunden sein. Während der Router in der Regel im Haus platziert sein muss, um vor Wettereinflüssen geschützt zu sein, muss die Satellitenschüssel auf das Dach, bzw. eine andere freie Fläche nach draußen mit ungehinderter Sicht zum Himmel.

Das heißt, das zwingend ein Kabel von draußen nach drinnen verlegt werden muss. Je nach Wohnung oder Haus kann dies eine Herausforderung darstellen, für die jeder User eine sehr individuelle Lösung finden muss.

Weiterhin ist es sehr wichtig, die Satellitenschüssel korrekt aufzustellen. Sie muss geneigt sein und nach Norden schauen. Über die Starlink-App können Nutzer genau sehen, wie die eigene Schüssel gerade ausgerichtet ist und entsprechend nachjustieren.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die freie Sicht zum Himmel. Große Hindernisse wie Bäume, Hausdächer oder hohe Gebäude können das Signal stören oder kurzzeitig unterbrechen. Deshalb empfiehlt es sich, den Standort der Schüssel möglichst offen zu wählen. Die Starlink-App hilft auch hier: Sie kann vor der Installation prüfen, ob am gewählten Standort genügend freier Himmel sichtbar ist.

Was passiert mit defekten Satelliten?

Die Internet-Satelliten selbst befinden sich in einer sogenannten niedrigen Erdumlaufbahn. Systeme wie Starlink kreisen in etwa 500 bis 1.200 Kilometern Höhe um die Erde. Das ist deutlich näher als ältere Kommunikationssatelliten, die oft in rund 36.000 Kilometern Höhe stationiert sind. Durch diese geringere Entfernung müssen die Funksignale einen kürzeren Weg zurücklegen, weshalb das Internet deutlich schneller reagieren kann.

Ein weiterer Vorteil dieser niedrigen Umlaufbahn zeigt sich am Ende der Lebensdauer. Wenn ein solcher Satellit ausfällt oder außer Betrieb genommen wird, sinkt seine Umlaufbahn langsam ab. Durch die dünne Atmosphäre in dieser Höhe entsteht Reibung, wodurch der Satellit schließlich in die Atmosphäre eintritt und verglüht. Das passiert meist innerhalb weniger Jahre.

Bei Satelliten in sehr hohen Umlaufbahnen funktioniert das nicht so einfach. Deshalb werden viele ältere Kommunikationssatelliten am Ende ihrer Mission in eine etwas höhere Bahn verschoben. Diese wird oft „Graveyard Orbit“ genannt und dient als eine Art Parkplatz für ausgediente Satelliten, damit sie die wichtigen Arbeitsbahnen im Weltraum nicht blockieren.













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