BERLIN-OBERSCHÖNEWEIDE / LONDON (IT BOLTWISE) – Die International Workplace Group (IWG) bringt mit ihrer Marke SPACES einen neuen Standort in das Projekt Funkytown. In der STATION A (3.400 m²) sind rund 200 Arbeitsplätze für Unternehmen, Startups und Selbstständige vorgesehen. Das Konzept setzt auf flexible Workspaces und Netzwerkformate wie Veranstaltungen und Expertenvorträge. Die Eröffnung ist für das dritte Quartal 2030 geplant.

Funkytown in Berlin-Oberschöneweide bekommt mit SPACES von der International Workplace Group (IWG) ein weiteres Nutzungselement, das den Campus ausdrücklich als „gemischten“ Arbeits- und Begegnungsort ausrichten soll. Konkret zieht die Marke in die STATION A ein, die auf 3.400 m² als eigener Arbeitsstandort innerhalb des Kreativquartiers fungieren wird. Für Betreiber und Mieter ist dabei weniger die reine Flächenaddition entscheidend, sondern die betriebliche Verzahnung: SPACES soll mit Networking-Formaten und Vorträgen die Verbindungen zwischen Unternehmen, Startups und Einzelunternehmern stärken und Funkytown damit als Ökosystem im Alltag erlebbar machen.
Technisch und organisatorisch bedeutet so ein Setup im Kern, dass flexible Arbeitsplätze nicht nur als „durchmietete“ Schreibtischflächen verstanden werden, sondern als Betriebskonzept mit wiederkehrenden Interaktionen. Genau darauf zielt das SPACES-Design ab: Die Raumlogik ist auf Austausch und Vernetzung ausgerichtet, während Veranstaltungsformate die Hemmschwelle senken, damit Teams auch außerhalb ihrer eigenen Organisation miteinander arbeiten. Dass dafür rund 200 Arbeitsplätze anvisiert sind, ist ein Hinweis auf eine mittlere Größenordnung innerhalb eines größeren Campusprojekts – genug, um eigene Community-Dynamiken zu erzeugen, aber groß genug, um Schnittstellen zu anderen Nutzern wie Co-Living, Hotellerie oder Gastronomie zu schaffen.
Der Zeitplan ordnet das Ganze langfristig ein: Die Eröffnung des SPACES-Standorts ist für das dritte Quartal 2030 vorgesehen. In der Zwischenzeit wird Funkytown zwar bereits gebaut und strukturiert – entscheidend ist aber, dass Mieter wie IWG typischerweise früh Planungssicherheit brauchen, um Flächen, Betriebsprozesse und Vertragslogiken aufeinander abzustimmen. Das passt zur Gesamtarchitektur des Projekts, das auf insgesamt 50.000 m² Bruttogeschossfläche (BGF) ausgelegt ist und als Kreativcampus für Startups, Creative-Tech, Kultur sowie Produktion entwickelt wird. Die Mischung wirkt hier wie ein Bindeglied: Creative-Tech-Unternehmen profitieren von unmittelbarer Nachbarschaft zu Kultur und Produktion, während Workspace-Anbieter ihre Kundschaft über Formate und Services an das Quartier binden können.
Historisch betrachtet ist Funkytown damit auch eine Revitalisierung mit Substanz: Trockland entwickelt das Projekt auf einem Teil des ehemaligen Rundfunkgeländes der DDR und kombiniert dafür BLOCK-E als Bestandsgebäude mit rund 10.000 m² mit acht Neubauten, den sogenannten STATIONS. Die Fassaden der Neubauten wurden von renommierten Berliner Architekturbüros gestaltet, was dem Areal eine klare architektonische Identität verleiht und zugleich eine zeitgemäße Hülle für moderne Arbeitsumgebungen schafft. In diesem Umfeld ist STATION A nun die Funktionsergänzung durch einen flexiblen Workspace-Operator, der Oberschöneweide als Standort für Startups und Kreativunternehmen weiter profiliert – dort ist die Nachfrage nach passenden Flächen vorhanden, aber laut IWG Deutschland bisher eher unterversorgt.
Der Marktbezug liegt damit auf der Frage, wie sich „flexibel“ in einem Campus weiterentwickelt. Christoph Schneider, CEO von IWG Deutschland, beschreibt Funkytown als Schritt zur Erweiterung des Berliner IWG-Angebots und betont, dass Oberschöneweide zwar beliebt sei, es jedoch bislang kaum flexible Workspaces dieser Größenordnung gegeben habe. Für den Anbieter ist das auch ein Geschäftsmodell-Upgrade: Eine solche Campus-Integration verbindet Arbeitsplätze, Vernetzung und Gemeinschaft in einem räumlichen Rahmen, in dem Unternehmen und Freiberufler Infrastruktur und Kontakte aus einer Hand beziehen. Umgekehrt profitieren Campusbetreiber von einem langfristigen Partner, der nicht nur Mieteinnahmen liefert, sondern auch laufenden Betrieb und Programmplanung in die Quartierslogik einträgt.
Auch auf Ebene der Vermietung zeigt sich, dass das Projekt bereits viele Bausteine zusammenführt: Die Gebäude STATION A, B, C und D haben zusammen rund 21.000 m² und sind bereits vergeben. Zu den Mietern zählen unter anderem der Co-Living-Anbieter The Base, ein Lifestyle Hotel, Gastronomiebetriebe sowie ein Hostel für Studierende. Das ist für die Arbeitsumgebung relevant, weil dadurch Laufpublikum und Alltagsverkehr entstehen – ein Umfeld, in dem Networking nicht als Extra-Event, sondern als tägliche Gelegenheit funktioniert. Barbara Sellwig, Senior Project Manager bei Trockland, ordnet SPACES in dieses wachsende Ökosystem ein und nennt die Idee eines Ortes mit eigener Energie, an dem Menschen arbeiten, sich begegnen, voneinander lernen und Neues schaffen können.
Für die nächsten Jahre ist vor allem spannend, wie Funkytown die Schnittstelle zwischen Quartier und Arbeitsplatz im Detail betreiben wird, sobald SPACES 2030 den Betrieb aufnimmt. Gerade bei gemischt genutzten Standorten entscheidet sich der Erfolg daran, ob die Community tatsächlich entsteht: nicht nur durch Raumplanung, sondern durch wiederkehrende Formate, klare Serviceprozesse und einen Betrieb, der Nutzer aus unterschiedlichen Unternehmen dauerhaft zusammenbringt. Wenn das gelingt, entsteht in Oberschöneweide ein Modell, das über das einzelne Objekt hinausweist – als Blaupause dafür, wie flexible Workspaces in der Creative-Tech-Region Berlin nicht als isoliertes Angebot, sondern als Teil eines städtischen Netzwerks wachsen können.
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