HAMBURG / LONDON (IT BOLTWISE) – JLB Studiokonzepte UG erweitert sein Angebot in Hamburg: Rund 1.135 m² im Erdgeschoss der ehemaligen Marzipanfabrik in Bahrenfeld sind neu angemietet. Die Flächen sollen künftig für Musikstudios und Proberäume genutzt werden. Das Quartier entstand nach einer Modernisierung auf dem historischen Fabrikgelände der Oetker-Liegenschaft. Für Kreativschaffende im Westen der Stadt wird damit die Infrastruktur für Bandproben und professionelle Produktion spürbar ausgebaut.

Die Anmietung in der „Marzipanfabrik“ wirkt auf den ersten Blick wie ein klassischer Immobilienschritt für die Kreativbranche. Tatsächlich steckt dahinter aber auch eine planbare Skalierung des Betriebsalltags: Wer Musikstudios und Proberäume betreibt, braucht neben passenden Raumhöhen vor allem stabile Tages- und Auslastungsfenster, belastbare Schalldämmung und einen Grundriss, der sich für unterschiedliche Nutzungsszenarien eignet. JLB Studiokonzepte UG zieht hierfür auf eine rund 1.135 m² große Fläche im Erdgeschoss in Hamburg-Bahrenfeld ein und will die Räume künftig selbst als Studios und Proberäume vermieten. Das ist vor allem deshalb relevant, weil der Betrieb bereits an anderer Stelle in Hamburg eigene Studioräume anbietet und die neue Gewerbefläche damit nicht als Einzelprojekt verstanden wird, sondern als Erweiterung eines bestehenden Standbeins.
Standortseitig ist die Entscheidung klar in einem urbanen Kontext verankert: Das neue Quartier liegt zwischen Bahrenfeld und Othmarschen und befindet sich in unmittelbarer Nähe zur S-Bahn-Station Bahrenfeld. JLB kann die Erreichbarkeit damit als Teil des Serviceversprechens nutzen – gerade für Bands und Einzelkünstler, die Proben häufig kurzfristig planen und kurze Wege schätzen. Eigentümer der Liegenschaft im Friesenweg 32A ist die HPV Marzipanfabrik eGbR. Dass es sich um ein ehemaliges Fabrikgelände handelt, liefert zusätzlich die Chance, historische Raumstrukturen für moderne Gewerbenutzung neu zu interpretieren: Nach einer umfassenden Modernisierung wurden die denkmalnahen beziehungsweise historisch geprägten Gebäude durch Neubauten ergänzt, die architektonisch an das Umfeld angepasst sind. Damit entsteht ein Umfeld, in dem Nachbarschaft mehr bedeutet als nur „Miete“ – nämlich ein Mix aus Nutzern, der den Standort als Quartier stabilisiert.
Technisch betrachtet ist die Flächenlogik für Musikstudios eng mit Fragen der betrieblichen Organisation verknüpft. Proberäume müssen häufige Wechsel im Tagesgeschäft „aushalten“, Studios benötigen hingegen konsistente Rahmenbedingungen für Recording, Abmischung und den Bezug von Technik. Die neue Fläche liegt im Erdgeschoss, was den internen Laufwegen beim Ein- und Ausladen von Equipment zugutekommt – vom Mikrofon-Setup bis zu Monitoren und Kabelmanagement. In bestehenden Standorten, wie sie JLB bereits im Beerenweg betreibt, führt der Betrieb oft zu Engpässen, wenn Wachstum nicht nur neue Kunden, sondern auch zusätzliche Sessions, längere Vorlaufzeiten für das Setup und mehr Bedarf an Nebenräumen auslöst. Eine zusätzliche große zusammenhängende Gewerbefläche kann hier helfen, Prozesse zu entkoppeln: etwa indem organisatorische Tätigkeiten (Empfang, Übergabe, Lagerung oder Vorbereitungsbereiche) nicht in denselben Zonen stattfinden müssen wie die akustisch sensiblen Arbeitsbereiche.
Aus Marktsicht passt die Erweiterung in das Bild einer Branche, die sich in den letzten Jahren nicht nur über „Räume“ definiert, sondern zunehmend über Produktions-Workflows. Viele Bands erstellen heute unter anderem mit Software-gestützten Workflows Demos, arrangieren und bereiten Aufnahmen vor – und nutzen dann gezielt Zeitfenster im Studio, wenn es um hochwertige Takes geht. Für die Vermieter bedeutet das: Neben der klassischen Akustik und der Mietstundentaktung treten Faktoren wie Backup- und Datenhygiene, Zugangsmanagement sowie die technische Ausstattung für moderne Produktion in den Vordergrund. Dabei muss man nicht davon ausgehen, dass die neue Fläche automatisch eine „KI-Produktionsmaschine“ ist; aber sie schafft physische Kapazität, in der digitale Prozessketten überhaupt sinnvoll betrieben werden können. Wer im Hamburger Westen zusätzlichen Studio- und Probenraum anbietet, adressiert zugleich eine Zielgruppe, die oft zwischen spontanen Proben und geplanten Produktionen wechselt – und dafür wiederum planbare Verfügbarkeit benötigt.
Ein weiterer Aspekt ist die Verortung innerhalb des urbanen Einzugsgebiets. Zwischen Bahrenfeld und Othmarschen gelegen und nahe an der S-Bahn, kann der Standort unterschiedliche Nutzergruppen erreichen: Musikschaffende aus dem direkten Umfeld, aber auch Pendler, die für eine Session lieber „verlässliche“ Wege in Kauf nehmen als weite Anfahrtswege. Die Nähe zu einem überregional anschließenden Verkehrsknoten ist für Proberaumpächter häufig ein unterschätzter Hebel, weil Probenrhythmen im Alltag anders funktionieren als Termine im klassischen Büro- oder Veranstaltungsbetrieb. Insofern ist die Anmietung in der ehemaligen Fabrikstruktur auch ein Signal an die lokale Szene: Kapazitäten entstehen dort, wo sie erreichbar sind – und nicht ausschließlich an Standorten mit vergleichsweise schlechter Anbindung.
Damit einher geht eine betriebliche Erweiterungsstrategie, die bereits beim bestehenden Auftritt sichtbar ist. JLB betreibt unter dem Namen „Sonoris Studios“ Studioräume im Beerenweg und ergänzt mit der neuen Anmietung sein Flächenangebot im Hamburger Westen. Diese Kontinuität ist für Bestandskunden wichtig: Wer schon Angebote nutzt, will in der Regel keinen Bruch in Servicequalität oder Abläufen. Gleichzeitig eröffnet die größere Fläche neue Gestaltungsmöglichkeiten, zum Beispiel bei der Vergabe unterschiedlicher Studioformate oder bei der Bündelung von Proben- und Produktionszeiten. Dass die Fläche im Erdgeschoss liegt, kann dabei helfen, den Betrieb so zu strukturieren, dass Transport, Vorbereitung und Nutzung effizienter ineinandergreifen – während die historisch gewachsenen Gebäude des Quartiers und die ergänzten Neubauten den Rahmen für eine modernisierte Nutzung bieten.
Für die Einordnung lohnt zudem der Blick auf die Entwicklung des Quartiers selbst. Auf dem Areal der ehemaligen Marzipanfabrik des Unternehmens Oetker entstand nach einer umfassenden Modernisierung ein Gewerbequartier. Historische Gebäude wurden dabei durch Neubauten ergänzt, die sich dem Umfeld anpassen. Solche Umnutzungen sind für Immobilieninvestoren und Betreiber nicht nur eine Frage der Architektur, sondern auch der Nutzbarkeit im Alltag: Schalldämmung, Leitungsführung, Brandschutzkonzept und die Organisation von Anlieferung und Betrieb müssen in ein funktionierendes Gesamtsystem überführt werden. Wenn daraus nun ein Standort entsteht, an dem Musikstudios und Proberäume geplant sind, zeigt das, dass sich ehemalige Industrieflächen auch dann wirtschaftlich betreiben lassen, wenn die Nutzung nicht „traditionell industriell“ wirkt – aber an der Nachfrage nach verlässlicher Infrastruktur in einer urbanen Umgebung ansetzt.
Unterm Strich verschiebt die Anmietung die Kapazitätslage für die Musikszene im Westen Hamburgs. Rund 1.135 m² im Erdgeschoss sind nicht „ein bisschen mehr Platz“, sondern ein echter Skalierungsschritt für einen Betreiber, der bereits im Stadtgebiet aktiv ist. Für JLB kann das bedeuten, dass mehr Buchungen über unterschiedliche Studio- und Probenformate hinweg möglich werden, ohne den Betrieb am bestehenden Standort zu überdehnen. Für Künstlerinnen und Künstler entsteht dagegen vor allem Planungssicherheit: Proben- und Produktionsfenster lassen sich besser reservieren, und die Erreichbarkeit über die S-Bahn-Station Bahrenfeld reduziert Reibungsverluste im Alltag. Gerade weil das Quartier auf modernisierte Gewerbenutzung ausgelegt ist, passt die Erweiterung in ein Umfeld, in dem nicht nur gearbeitet wird, sondern auch neue Nutzergruppen langfristig Fuß fassen können.
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