BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Forscher des Fraunhofer-Instituts haben ein innovatives Endoskop entwickelt, das Daten per Licht überträgt. Diese Technologie könnte die Effizienz und Hygiene in Operationssälen erheblich verbessern, indem sie die Notwendigkeit von Kabeln eliminiert.

In der modernen Medizintechnik sind bildgebende Geräte wie Endoskope unverzichtbar. Traditionell erfolgt die Datenübertragung dieser Geräte über Kabel, was nicht nur die Bewegungsfreiheit im Operationssaal einschränkt, sondern auch hygienische Herausforderungen mit sich bringt. Ein neues Projekt namens OWIMED, geleitet von Forschern des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI, zielt darauf ab, diese Einschränkungen durch den Einsatz von LiFi-Technologie zu überwinden.
Die LiFi-Technologie, die auf der Übertragung von Daten mittels moduliertem LED-Licht basiert, bietet eine vielversprechende Alternative zu herkömmlichen Funksystemen. Diese Technologie ermöglicht eine schnelle und zuverlässige Datenübertragung über kurze Distanzen, was sie ideal für den Einsatz in der Medizintechnik macht. Dr. Anagnostis Paraskevopoulos, Projektleiter bei Fraunhofer HHI, betont, dass die Anforderungen an hohe Datenraten und geringe Latenzzeiten bereits heute erfüllt werden können.
Im Rahmen des Projekts OWIMED wurde ein Prototyp eines drahtlosen Endoskops entwickelt, das speziell für laparoskopische Operationen konzipiert ist. Dieses Endoskop integriert eine optische Lichtquelle in Form einer LED und ein LiFi-Modul, das die Datenübertragung an die OP-Umgebung und den Monitor ermöglicht. Die OP-Leuchten dienen dabei als Empfangseinheiten, die die Daten in 4K-Qualität an den Monitor weiterleiten.
Die Vorteile dieser Technologie sind vielfältig. Ohne die Notwendigkeit von Kabeln können Operationen effizienter durchgeführt werden, und die Reinigung und Desinfektion der Geräte wird erheblich vereinfacht. Das OP-Team des St. Joseph Krankenhauses Berlin-Tempelhof hat den Prototyp in einer simulierten OP-Umgebung getestet und positive Rückmeldungen gegeben. Die Ärzte zeigten sich von der Zuverlässigkeit und Ergonomie der LiFi-Lösung beeindruckt und würden diese gegenüber der kabelgebundenen Variante bevorzugen.
Das Projekt OWIMED wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen von KMU-innovativ gefördert und läuft bis April 2026. Neben dem Fraunhofer-Institut sind auch die IT Concepts GmbH und das St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof als Partner beteiligt. Die erfolgreiche Implementierung dieser Technologie könnte einen bedeutenden Fortschritt in der Medizintechnik darstellen und den Weg für weitere Innovationen in der drahtlosen Datenübertragung ebnen.
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