MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – KDE Plasma, eine der bekanntesten Linux-Desktop-Umgebungen, erhält endlich eine eigene Virtualisierungssoftware. Mit der Einführung von Karton wird eine Lücke geschlossen, die KDE-Nutzer seit langem beschäftigt.

KDE Plasma-Nutzer können sich freuen: Mit Karton wird eine neue Virtualisierungssoftware entwickelt, die speziell für die KDE-Umgebung konzipiert ist. Bisher mussten sich KDE-Anwender oft mit Alternativen wie GNOME Boxes oder virt-manager behelfen, die nicht immer optimal in die Plasma-Oberfläche integriert waren. Karton hingegen wird mit Qt Quick und Kirigami entwickelt, um eine nahtlose Integration zu gewährleisten.
Die Ursprünge von Karton reichen zurück zu Aaron Rainbolts erstem Versuch, eine QEMU-Oberfläche zu entwickeln. Harald Sitter, ein KDE-Entwickler, übernahm später das Projekt im Rahmen eines Google Summer of Code (GSoC) Projekts. Derzeit wird Karton von Derek Lin, einem Studenten der University of Waterloo, weiterentwickelt. Sein Ziel ist es, eine Virtualisierungssoftware zu schaffen, die perfekt in das KDE-Ökosystem passt.
Ein zentrales Merkmal von Karton ist die Nutzung der libvirt-API zur Verwaltung von virtuellen Maschinen. Dies ermöglicht eine plattformübergreifende Nutzung und könnte in Zukunft die Unterstützung für verschiedene Hypervisoren erweitern. Derzeit konzentriert sich die Entwicklung auf die Implementierung eines neuen Domain-Installers, der libosinfo verwendet, um Betriebssystem-Images zu erkennen und die passende libvirt-XML zu generieren.
Ein weiteres wichtiges Feature ist der Aufbau eines benutzerdefinierten SPICE-Viewers mit Qt Quick, der es Nutzern ermöglicht, mit aktiven virtuellen Maschinen zu interagieren. Diese Entwicklung soll die Latenzzeiten beim Laden der virtuellen Maschinenliste reduzieren und eine benutzerfreundliche Oberfläche bieten.
Die Roadmap für Karton sieht vor, dass die offizielle GSoC-Codierung am 2. Juni 2025 beginnt. Bis zur Zwischenevaluation Mitte Juli 2025 soll eine funktionierende Anwendung bereitstehen, mit der finalen Einreichung am 1. September 2025. Diese ambitionierten Ziele zeigen, dass KDE Plasma-Nutzer bald eine maßgeschneiderte Lösung für ihre Virtualisierungsbedürfnisse haben werden.
Die Einführung von Karton könnte auch Auswirkungen auf den Markt für Virtualisierungssoftware haben, da es eine Alternative zu bestehenden Lösungen bietet, die speziell auf die Bedürfnisse der KDE-Community zugeschnitten ist. Dies könnte die Akzeptanz von KDE Plasma als Desktop-Umgebung weiter steigern und neue Nutzer anziehen.
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