LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Malware namens Keenadu hat weltweit über 13.000 Android-Geräte infiziert, indem sie bereits im Herstellungsprozess eingeschleust wird. Besonders betroffen sind günstige Tablets unbekannter Marken, die sensible Daten gefährden und selbst einen Werksreset überstehen. Sicherheitsforscher warnen vor den weitreichenden Folgen solcher Lieferketten-Angriffe.

Die Bedrohung durch die Malware Keenadu zeigt eindrucksvoll, wie verwundbar moderne Lieferketten sind. Diese Schadsoftware wird bereits während der Herstellung von Android-Geräten in die Firmware integriert und übersteht selbst einen Werksreset. Besonders betroffen sind preisgünstige Tablets unbekannter Marken, die in Deutschland und weltweit verkauft werden. Die Malware kompromittiert kritische Systembibliotheken und den Zygote-Prozess, was es ihr ermöglicht, sich tief in das System einzunisten und sensible Daten zu gefährden.
Der Angriff auf die Lieferkette stellt eine neue Dimension der Cyberkriminalität dar. Anstatt einzelne Nutzer ins Visier zu nehmen, zielen die Angreifer auf Hersteller und Zulieferer ab. Sobald ein Glied in der Kette kompromittiert ist, können tausende Geräte auf einen Schlag infiziert werden. Dies untergräbt das Vertrauen in die Produktsicherheit und stellt Hersteller vor enorme Herausforderungen, ihre Lieferketten besser zu schützen.
Aktuell nutzt Keenadu die infizierten Geräte, um im Hintergrund Klicks auf Werbeanzeigen zu generieren und so Einnahmen zu erschleichen. Doch die Architektur der Malware bietet Kriminellen eine gefährliche Hintertür, um jede beliebige App nachzuladen, Berechtigungen zu erteilen und sensible Daten zu stehlen. Erfasst werden können private Nachrichten, Fotos, Standortdaten und sogar Banking-Logins. Selbst Suchanfragen im Inkognito-Modus von Chrome sind nicht sicher.
Experten raten Nutzern, besonders bei extrem günstigen Geräten unbekannter Marken Vorsicht walten zu lassen. Eine seriöse Sicherheits-App kann schädliche Aktivitäten der Backdoor erkennen und blockieren. Wichtig sind auch regelmäßige Updates für Apps und Betriebssysteme. Letztlich müssen die Hersteller ihre Lieferketten besser schützen, um kompromittierte Ware vom Markt fernzuhalten.
Der aktuelle High-Tech Crime Trends Report 2026 von Group-IB sieht Lieferketten-Angriffe als eine der dominanten Bedrohungen der Zukunft. Die Reichweite solcher Angriffe ist enorm, und die Abwehr gestaltet sich schwierig. Hersteller sind gefordert, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken und ihre Produkte gegen solche Angriffe zu wappnen. Nur so kann das Vertrauen der Verbraucher in die Produktsicherheit wiederhergestellt werden.
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