LONDON (IT BOLTWISE) – Eine KI soll aus Fotos von Gesicht und Zunge Anzeichen einer koronaren Herzkrankheit erkennen. In einer Studie mit 518 Teilnehmenden erreichte das Modell im internen Test eine Trefferquote von 98,1 Prozent. Die Forschenden setzen auf ein kombiniertes Verfahren aus getrennten Auswertungen beider Bildarten. Offen bleibt jedoch, ob die Software auch bei Vorsorgeuntersuchungen ohne bekannte Diagnose zuverlässig funktioniert.

Die Idee klingt auf den ersten Blick ungewöhnlich: Statt Blutwerte oder ein EKG zu betrachten, soll ein KI-Modell Muster in Gesicht und Zunge erkennen und daraus Hinweise auf eine koronare Herzkrankheit ableiten. Genau so positioniert sich eine aktuelle Untersuchung aus China, bei der die Wissenschaftler eine nicht-invasive Bilddiagnostik als Ergänzung zum bisherigen Risikoprofil testen. Hintergrund ist, dass eine KHK über lange Zeit unbemerkt bleiben kann, obwohl verengte Herzkranzgefäße den Blutfluss zum Herzmuskel einschränken und im schlimmsten Fall zum Herzinfarkt beitragen können.
Technisch spannend ist weniger die Frage „Kann KI das?“, sondern „Wie kommt sie zu ihrer Entscheidung?“. Die Studie, veröffentlicht in Scientific Reports, nutzt ein multimodales Deep-Learning-Setup: Die Software analysiert Aufnahmen von Gesicht und Zunge zunächst getrennt und führt die Ergebnisse dann in einem gemeinsamen Modell zusammen. Fotografiert wurden alle Teilnehmenden mit einem speziellen Gerät unter standardisierten Lichtbedingungen. Für den späteren Vergleich wurden 200 Personen mit diagnostizierter koronarer Herzkrankheit und 318 gesunde Probanden herangezogen. Im internen Test mit 104 Personen erreichte die KI eine Trefferquote von 98,1 Prozent, indem sie 102 Teilnehmende korrekt zuordnete und damit offenbar klare visuelle Signale in den Trainings- und Testdaten fand.
Besonders aufschlussreich ist, welche Bildbereiche das Modell bevorzugt gewichtet. Laut den Beschreibungen der Studie legte die KI ihr Augenmerk unter anderem auf die Zungenmitte, den Zungenbelag sowie auf Hautareale rund um den Mund und an den Wangen. Bei einem Teil der Patienten fielen demnach unter anderem dunklere Zungen, dickere Beläge und Veränderungen der Gesichtsfarbe auf. Damit knüpft die Forschung an eine lange Tradition an: In der traditionellen chinesischen Medizin werden äußerlich sichtbare Merkmale seit Langem als Hinweise für den Gesundheitszustand herangezogen. Der moderne Ansatz versucht dieses Prinzip datengetrieben nachzuprüfen – allerdings mit einer wichtigen Einschränkung für die Interpretation im medizinischen Alltag.
Denn aus der Studie lässt sich nicht direkt ableiten, dass die erkannten Muster zwingend durch die verengten Herzkranzgefäße verursacht werden. Viele andere Faktoren können das Aussehen im Mund- und Gesichtsbereich beeinflussen, darunter Alter, Medikamente oder weitere Erkrankungen. Außerdem ist die hohe Trefferquote nur dann aussagekräftig, wenn die Testbedingungen die spätere Anwendung gut abbilden. In der untersuchten Konstellation musste die KI bereits diagnostizierte Erkrankte von ausgewählten Gesunden unterscheiden. Für eine echte Vorsorgeuntersuchung in der Allgemeinbevölkerung wäre dagegen entscheidend, ob das System auch Personen mit frühen, bislang unentdeckten Verläufen erkennt und ob es ähnliche Bildmuster korrekt von anderen gesundheitlichen Problemen abgrenzt.
Dazu kommt ein Detail, das für die klinische Bewertung Gewicht hat: Es gibt Unstimmigkeiten in der Darstellung der Ergebnisse. Die Ergebnistabelle legt nahe, dass die KI zwei gesunde Personen fälschlich als herzkrank einstufte. Eine Abbildung deutet dagegen darauf hin, dass zwei tatsächlich erkrankte Personen übersehen wurden. Dieses widersprüchliche Signal lässt offen, ob es sich eher um Fehlalarme handelt oder ob bestimmte Krankheitsbilder im Modell nicht zuverlässig genug abgebildet werden. Genau solche Fragen entscheiden am Ende darüber, ob ein Screening-Ansatz in der Praxis Vertrauen aufbaut oder zu viel „Rauschen“ erzeugt, das dann wiederum Folgeuntersuchungen auslöst.
Trotzdem steckt in der Idee ein klarer Markt- und Implementierungsreiz: Wenn ein einfaches, schmerzfreies Fotoverfahren tatsächlich gefährdete Menschen frühzeitig an weiterführende Untersuchungen heranführen könnte, ließe sich der Weg vom ersten Verdacht bis zur Diagnostik verkürzen. Der Weg dorthin ist aber methodisch und organisatorisch anspruchsvoll. Größere Studien müssen zeigen, wie robust das Verfahren unter Alltagsbedingungen arbeitet – also nicht nur unter kontrollierten Licht- und Aufnahmebedingungen, sondern auch in realen Nutzungsszenarien. Außerdem wäre zu prüfen, wie gut sich der KI-Score in bestehende Workflows integrieren lässt: als Erstscreening, als triagierendes Element oder als Ergänzung für Risikogruppen. Bis dahin bleibt die Kernaussage nüchtern: Das Modell liefert erste Hinweise auf multimodale Muster, aber es ersetzt noch keine kardiologische Diagnostik.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "KI aus Gesicht und Zunge: Hinweise auf koronare Herzkrankheit" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "KI aus Gesicht und Zunge: Hinweise auf koronare Herzkrankheit" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »KI aus Gesicht und Zunge: Hinweise auf koronare Herzkrankheit« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!