BOGOTÁ / LONDON (IT BOLTWISE) – Kolumbien hat beschlossen, die Vernichtung von Koka-Plantagen mit Glyphosat wieder aufzunehmen, um der steigenden Kokainproduktion entgegenzuwirken. Nach einer zehnjährigen Pause wird das Herbizid nun in bestimmten Gebieten mit Drohnen versprüht. Diese Maßnahme erfolgt trotz früherer Bedenken hinsichtlich Umwelt- und Gesundheitsrisiken. Die USA haben Kolumbien wegen unzureichender Maßnahmen im Kampf gegen den Drogenhandel kritisiert und Sanktionen gegen Präsident Gustavo Petro verhängt.

Kolumbien hat sich entschieden, die Vernichtung von Koka-Plantagen mit dem umstrittenen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat wieder aufzunehmen. Diese Entscheidung kommt inmitten einer stark steigenden Kokainproduktion im Land, das als der weltweit größte Kokainproduzent gilt. Die kolumbianische Regierung plant, das Herbizid in Gebieten einzusetzen, in denen kriminelle Organisationen aktiv sind und Bauern zum Anbau von Koka zwingen. Justizminister Andrés Idárraga erklärte, dass Drohnen zur Verteilung des Mittels eingesetzt werden sollen, um die Effektivität der Maßnahme zu erhöhen.
Die Entscheidung, Glyphosat erneut einzusetzen, folgt auf eine zehnjährige Pause, die 2015 begann, als das Verfassungsgericht die Luftbesprühung aus Umwelt- und Gesundheitsgründen untersagte. Der manuelle Abbau der Koka-Felder erwies sich jedoch als weit weniger effektiv, was zu einer Verdopplung der Anbaufläche in den letzten zehn Jahren führte. Heute erlaubt die kolumbianische Justiz die kontrollierte Anwendung von Unkrautvernichtungsmitteln unter strengen Auflagen.
Kolumbien ist mit über 250.000 Hektar Anbaufläche für Koka der größte Kokainproduzent der Welt und trägt zu etwa 65 Prozent der weltweiten Produktion bei. Das Kokain wird hauptsächlich über den Pazifik und die Karibik in die USA sowie über den Atlantik nach Europa geschmuggelt. Diese Routen sind seit langem etabliert und stellen eine erhebliche Herausforderung für die internationalen Drogenbekämpfungsmaßnahmen dar.
Die USA haben Kolumbien kürzlich als Land eingestuft, das seine internationalen Verpflichtungen im Kampf gegen illegale Drogen nicht erfüllt. Infolgedessen wurden Sanktionen gegen den kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro verhängt. US-Präsident Donald Trump äußerte sich kritisch über Petro und warf ihm vor, nicht entschlossen genug gegen den Drogenhandel vorzugehen. Diese Spannungen zwischen den beiden Ländern könnten die zukünftige Zusammenarbeit im Bereich der Drogenbekämpfung weiter belasten.
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