LEMGO-BRAKE / LONDON (IT BOLTWISE) – Das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake startet mit dem DiMiDo-Ferienspaß ein kostenloses Mitmachprogramm für Kinder ab sechs Jahren. An ausgewählten Tagen können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von 15 bis 17 Uhr in die Weserrenaissance eintauchen – mit einer Mischung aus Theorie und Praxis. Das Programm schlägt laut Museumsangaben eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und ist wegen begrenzter Plätze vorab anmeldbar. Anmeldungen sind telefonisch unter (05261) 250-2190 oder per E-Mail an [email protected] möglich.

Sommerferien wirken für viele Familien wie ein Taktgeber: Wer eine Beschäftigung sucht, die nicht nur „irgendwo“ stattfindet, sondern auch Bildung mit Erlebnis verbindet, landet schnell bei Angeboten wie dem DiMiDo-Ferienspaß im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake. Das Museum in Lemgo-Brake macht das Format dabei bewusst niedrigschwellig und kostenlos – und richtet sich mit einer Teilnahme ab sechs Jahren an eine Altersgruppe, die Geschichte meist dann „greifbar“ findet, wenn sie sie selbst ausprobieren darf. Der Ablauf ist außerdem klar strukturiert: Das Programm läuft an mehreren Wochentagen und findet jeweils von 15 bis 17 Uhr im Museum statt.
Im Kern steht laut Museumsangaben das Prinzip Edutainment – also Unterhaltung und Lernen in einer einzigen Veranstaltung. Für die Umsetzung ist weniger „Frontalwissen“ gedacht, sondern das Szenario der Renaissance als praktische Lernumgebung. Museumsleiterin Silvia Herrmann beschreibt in einer Mitteilung genau diese Kombination: Kinder sollen das Zeitalter der Weserrenaissance hautnah erleben, indem sie Theorie und Praxis miteinander verbinden. Damit folgt das Museum einem Ansatz, der seit Jahren im Kultur- und Bildungsbereich erfolgreich erprobt wird: Kinder lernen nicht nur durch Zuhören, sondern durch Rollenspiele, Handlungen und Interaktion, die das historische Setting in den eigenen Alltag übertragen.
Der DiMiDo-Ferienspaß ist dabei in thematische Blöcke gegliedert. Dienstags rückt das Thema „Fürstlich feiern“ in den Mittelpunkt, begleitet von Details wie Tanzmeistern, Tafelzier und Tischregeln. Die Renaissance wird dabei nicht als starres Bild vermittelt, sondern als Gesellschaft, die Feste „krachen“ lässt – mit prunkvoll inszenierter Lebensart. Im Museum zeigt sich das unmittelbar in den Ausstellungsbereichen: Überall blitzt und funkelt es, und genau diese Atmosphäre wird im Rahmen eines kurzweiligen Rundgangs in ein Mitmachformat übersetzt. Die Kinder verwandeln sich dabei in eine hofsische Gesellschaft der Renaissance, decken eine Festtafel und erfahren am eigenen Leib, wie man damals tafelte, tanzte und feierte.
Mittwochs wechselt der Ton: „Dornröschen war ein schönes Kind“ greift ein Märchenmotiv auf, das viele Erwachsene aus der Kindheit kennen, das aber für Kinder im Museum als Suchspiel funktioniert. Das Programm nimmt das bekannte Narrativ der Prinzessin auf, die durch einen Fluch in einen hundertjährigen Schlaf gerät und später geweckt wird. Entscheidend ist jedoch die museale Übersetzung: Im Weserrenaissance-Museum gehen die Kinder auf Spurensuche und finden dabei offenbar passende Requisiten wie eine Spindel oder weitere Gegenstände aus dem Märchen. Dadurch entsteht ein Lerneffekt, der auf Erkennen, Zuordnung und Entdeckung basiert – mit dem Unterschied, dass „Geschichte“ hier in Form von Erzählungen und Gegenständen erfahrbar wird und nicht als reiner Vortragsinhalt.
Auch donnerstags setzt das Museum auf Aktivierung, allerdings unter einem anderen Einstieg: „Von Rittern und Burgen“ startet jeweils um 15 Uhr als Erlebnisführung. Anders als bei klassischen Führungen, bei denen das Publikum vor allem zuhört, werden die Kinder hier nicht nur an Geschichten über Ritter, Prinzessinnen und Abenteuer herangeführt. Im Anschluss dürfen sie sogar ein Schauturnier nachspielen. Gerade diese Form des „Mitmachen-nahe-am-Thema“ ist technisch gesehen eine pädagogische Entscheidung: Motorik, Aufmerksamkeit und soziale Interaktion greifen zusammen, weil Rollenübernahme und Spielregeln gleichzeitig stattfinden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, sich bei allen drei Angeboten auch zu verkleiden. Dafür stellt das Museum nach Angaben über einen großen Fundus an nachgeschneiderten Renaissance-Kostümen bereit, was die Immersion im historischen Kontext weiter stärkt.
Was inhaltlich oft neben dem Programm selbst übersehen wird, ist die organisatorische Seite – und die ist beim DiMiDo-Ferienspaß bemerkenswert eindeutig geregelt. Der Veranstaltungszeitraum ist eng getaktet (jeweils 15 bis 17 Uhr), und die Teilnehmerzahl ist laut Mitteilung begrenzt. Für Eltern heißt das: Anmeldungen sollten nicht „auf Verdacht“ bis kurz vor Beginn aufgeschoben werden. Die Kontaktwege sind klar: möglich sind die Anmeldung per Telefon unter (05261) 250-2190 oder per E-Mail an [email protected]. Außerdem wird der Terminplan konsequent als wiederkehrende Struktur in den Wochenablauf gelegt, sodass Familien das Programm leichter in ihre Sommerferienplanung integrieren können.
Finanziell bleibt das Angebot bei allem Aufwand kostenfrei – das ist ein wichtiger Punkt für die gesellschaftliche Reichweite. Das Museum betont, dass der DiMiDo-Ferienspaß mit Unterstützung des Förderkreises des Museums stattfindet. Dazu zählen laut Mitteilung die Lippische Landesbrandversicherung und die Sparkasse Lemgo. Solche Unterstützungsmodelle sind in der Kulturvermittlung häufig entscheidend, weil sie Spielräume schaffen: etwa für Kostümfundus, Material für Mitmachstationen und die zusätzliche Programmlogistik. Gleichzeitig zeigt das Beispiel, wie sich ein Museum als Bildungsort positionieren kann, der nicht nur Ausstellungen „zeigt“, sondern Programme mit wiederholter Frequenz anbietet – gerade in Ferienzeiten, in denen Alternativen oft entweder kommerziell oder stark standortgebunden sind.
Für die Rezeption durch Familien und für die Planung der Kinderbetreuung ergeben sich daraus klare Vorteile. Wer das Programm besucht, bekommt mehrere historische Perspektiven in einem konsistenten Rahmen: prunkvolle Festkultur am Dienstag, märchenhafte Entdeckungsreise am Mittwoch und interaktive Abenteuerwelt mit Nachspielen am Donnerstag. Das vermittelt Geschichte nicht als Abfolge von Jahreszahlen, sondern als Handlungskontext: Essen, Feiern, Erzählen, Spielen. Genau darin liegt der Nutzen von Edutainment für Zielgruppen ab sechs Jahren. Wer die Einladung umsetzen will, sollte vor allem den Anmeldeweg im Blick behalten und die begrenzten Plätze zeitnah sichern, denn die Nachfrage nach aktiven Ferienformaten entscheidet sich oft schneller als der Sommerkalender.
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