BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die deutschen Krankenkassen haben die Gesundheitsministerin Nina Warken aufgefordert, gegen die steigenden Arzneimittelpreise vorzugehen. Diese Entwicklung stellt eine erhebliche Belastung für das Gesundheitssystem dar, da die Ausgaben für Medikamente im vergangenen Jahr 58,5 Milliarden Euro überschritten haben. Experten betonen, dass die hohen Preise nicht zwangsläufig zu einer besseren Versorgung führen.

Die steigenden Arzneimittelpreise in Deutschland haben die Krankenkassen dazu veranlasst, Gesundheitsministerin Nina Warken zum Handeln aufzufordern. Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, betonte, dass die Preise in Deutschland bereits die höchsten nach den USA seien und die Politik bisher zu zögerlich agiert habe. Er argumentiert, dass es möglich sei, die Preise zu senken, ohne die Hersteller zu vertreiben, da viele deutsche Unternehmen bereits in Ländern wie China oder Indien produzieren lassen.
Warken hat eine Expertenkommission eingesetzt, die bis Ende März Vorschläge zur Kostensenkung im Gesundheitswesen erarbeiten soll. Trotz der Dringlichkeit der Lage schließt die Ministerin höhere Zuzahlungen der Patienten nicht aus. Im vergangenen Jahr gaben die Krankenkassen mehr für Arzneimittel aus als für die ambulante ärztliche Versorgung, was die Notwendigkeit von Reformen unterstreicht.
Blatt wies darauf hin, dass die täglichen Kosten pro Patient bei neuen Medikamenten seit 2012 um 180 Prozent gestiegen sind. Mehr als 40.000 Patienten erhalten Medikamente im Wert von über 100.000 Euro pro Jahr. Er fordert, dass die Pharmabranche an den notwendigen Einsparungen im Gesundheitssystem beteiligt wird, ohne die Industrie zu vertreiben.
Das Argument, dass Preisdeckel die Versorgungsengpässe verschlimmern würden, wies Blatt zurück. Er erklärte, dass höhere Preise nicht zwangsläufig zu einer besseren Versorgung führen und dass Lieferengpässe oft durch alternative Medikamente ausgeglichen werden können. Zudem sei der Markt gut finanziert, und neue Medikamente seien schnell für alle gesetzlich Versicherten zugänglich.
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