HATTERSHEIM AM MAIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Peter Gross Bau hat die Grundsteinlegung für das Wohnquartier „sleepwell living“ in Hattersheim am Main vorgenommen. Geplant sind drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 124 Eigentumswohnungen und einer gemeinsamen Tiefgarage. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 20 Millionen Euro, die Fertigstellung ist für Februar 2028 vorgesehen. Im Fokus stehen Energieeffizienz nach KfW-40 und eine angestrebte Zertifizierung nach QNG.

Mit der Grundsteinlegung für „sleepwell living“ in Hattersheim am Main bekommt die Region Rhein-Main ein weiteres Projekt, das explizit auf effiziente Gebäudetechnik und planbare Wohnungsgrößen setzt. Aus Bauherrensicht ist dabei weniger der Quartiersname entscheidend als die klar definierte Paketstruktur: drei Mehrfamilienhäuser, zusammen 124 Eigentumswohnungen sowie eine gemeinsame Tiefgarage. Die Projektierung läuft dabei über den Entwickler Krieger + Schramm, während Peter Gross Bau die Baumaßnahme umsetzt. Das veranschlagte Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro und der Zieltermin Februar 2028 geben dem Projekt außerdem einen engen Realitätsrahmen für Bauabläufe, Lieferketten und die spätere Übergabe an Eigentümer.
Die Wohnungszuschnitte sind so gewählt, dass sie nicht nur eine Zielgruppe bedienen, sondern mehrere Lebensphasen abdecken. Laut Angaben reichen die Grundrisse von zwei bis vier Zimmern, die Wohnflächen variieren dabei von circa 38 bis 137 Quadratmetern. Für die Vermarktung bedeutet das: Ein Quartier kann damit sowohl Ein- und Zwei-Personen-Haushalte als auch Familien adressieren, ohne die Gebäudegrundstruktur ständig neu zu segmentieren. Genau diese Spannbreite wird in der Planung relevant, sobald beispielsweise Grundrisslogik, Erschließungskerne und die Auslegung von Aufzügen und Stellplatzkapazitäten aufeinander abgestimmt werden. Standortleiter Ingo Ciesielski stellt in diesem Zusammenhang die Lage im Rhein-Main-Gebiet und die daraus resultierende Nachfrage nach modernem Wohnraum in den Vordergrund.
Technisch betrachtet wird der Anspruch an Energieeffizienz über den KfW-40-Effizienzhausstandard in eine messbare Planungsgröße übersetzt. Der Standard zielt darauf, den jährlichen Energiebedarf eines Gebäudes gegenüber einem Referenzgebäude deutlich zu reduzieren. Für das Projekt „sleepwell living“ heißt das in der Praxis: Wärmeschutz, Luftdichtheit, Anlagenkonzept und die Regelung der Gebäudetechnik müssen als System betrachtet werden, nicht als Einzelbausteine. Ergänzend wird eine Zertifizierung nach dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) angestrebt. Damit rückt neben der Energiekennzahl auch die breitere Nachhaltigkeitslogik in den Fokus, etwa bei der Wahl von Baustoffen, der Betrachtung des Lebenszyklusgedankens und der Qualität der Ausführung. Für die spätere Betreiberperspektive ist das insofern wichtig, als sich diese Kriterien häufig nicht erst in der Bauphase „anheften“ lassen, sondern bereits in Ausschreibungen und Nachweisen vorbereitet werden müssen.
Auch der Hochbau-Kontext spielt eine Rolle, weil der Rhein-Main-Standort zwar Chancen auf Nachfrage bietet, aber zugleich anspruchsvoll bleibt, was Termin- und Qualitätssteuerung betrifft. Hattersheim am Main liegt zwischen Frankfurt am Main und Wiesbaden und damit in Reichweite mehrerer Wirtschaftszentren, was die Region für Berufspendler besonders attraktiv macht. Für das Projekt heißt das: Die Umsetzung muss so geplant werden, dass die Wohnqualität zeitlich mit der Markterwartung zusammenfällt. Wolf-Dieter Haas, Geschäftsführer bei Krieger + Schramm, betont den nachhaltigkeitsorientierten Ansatz und ordnet das Vorhaben in eine längerfristige Erfahrung im Wohn- und Hochbau ein. Aus technischer Sicht wird dieser Anspruch konkret, sobald man Effizienz nicht als Marketingbegriff betrachtet, sondern als Steuerungsaufgabe im Bauprozess versteht: vom Detail der Fassade über die Ausführung der Abdichtung bis hin zur sauberen Inbetriebnahme der technischen Anlagen.
So gesehen ist „sleepwell living“ auch ein Beispiel dafür, wie sich Nachhaltigkeit in der Bauwirtschaft von freiwilligen Zielbildern zu verbindlicheren Planungs- und Prüfpfaden entwickelt. Der KfW-40-Standard wirkt dabei wie ein technischer Kompass, der Nachweise und Zielgrößen strukturiert. Die angestrebte QNG-Zertifizierung ergänzt diese Sicht, indem sie die Nachhaltigkeitsbewertung weiter ausrollt und damit potenziell weitere Nachweise im Projektverlauf erfordert. Für Unternehmen im Ökosystem Bau, etwa Planungsbüros, TGA-Fachplaner und ausführende Gewerke, ist das relevant, weil sich Arbeitsweisen an solche Vorgaben anpassen: Prüf- und Dokumentationsaufwand, Qualitätssicherungsroutinen und die Koordination von Schnittstellen gewinnen an Gewicht. Gleichzeitig kann das Projekt für die Käuferseite ein belastbares Signal sein, weil Energie- und Nachhaltigkeitsziele im Regelfall nicht erst nach Übergabe „nachgeliefert“ werden.
Für den Markt in Hattersheim und darüber hinaus kommt hinzu, dass das Quartier durch die Kombination aus unterschiedlichen Wohnungsgrößen und verkehrsgünstiger Lage die Nachfrage bedient, die in gefragten Metropolregionen typischerweise auf knappe Neubauangebote trifft. Eine Tiefgarage als gemeinschaftliche Infrastruktur kann dabei die Parkplatzsituation oberirdisch entlasten und die Gestaltung von Außenflächen vereinfachen. Damit steigt allerdings auch der technische Anspruch an Baugrund, Entwässerung, Abdichtung und die spätere Wartungsfähigkeit. Gerade bei einem Zeitplan bis Februar 2028 ist die Verzahnung von Bauabschnitten entscheidend: Erdarbeiten, Gründung, Hochbau und technische Gewerke müssen so getaktet werden, dass keine Gewerke sich gegenseitig blockieren. Wird diese Ablaufkette stabil geführt, entsteht am Ende ein Quartier, das nicht nur in Zahlen wie 124 Wohneinheiten funktioniert, sondern auch als durchgängig bewirtschaftbares Gesamtsystem.
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