LONDON (IT BOLTWISE) – Der jüngste Krypto-Crash hat erneut Milliarden an Marktwert vernichtet und zeigt, wer die wahren Verlierer einer schwächelnden Wirtschaft sind. In Großbritannien sind besonders junge Menschen betroffen, die in der Hoffnung auf schnellen Reichtum in Kryptowährungen investieren. Diese Entwicklung wirft Fragen zur Regulierung und den gesellschaftlichen Auswirkungen auf.

Der jüngste Krypto-Crash hat erneut die Fragilität des Marktes für digitale Währungen offenbart. Innerhalb von nur sechs Wochen sind über 1,2 Billionen US-Dollar an Marktwert verloren gegangen. Bitcoin, die größte Kryptowährung, fiel auf ein Niveau, das zuletzt im April gesehen wurde, und verlor fast ein Drittel seines Wertes seit dem Höchststand im Oktober. Diese Volatilität ist kein Zufall, sondern strukturell bedingt. Kryptowährungen haben keinen inneren Wert im ökonomischen Sinne, da sie weder Einkommen generieren noch produktive Kapazitäten besitzen.
Im Gegensatz zu staatlichem Geld sind Kryptowährungen nicht durch eine Steuerbasis oder eine fiskalische Autorität abgesichert. Ihr Preis wird durch Erwartungen gestützt: die Hoffnung, dass jemand anders den heutigen Wert morgen validiert. Wenn die Stimmung kippt oder Investoren ihr Geld abziehen, gibt es nichts, was den Fall der Kryptowährungen aufhalten könnte. In Großbritannien wurde 2023 von Abgeordneten gefordert, den Handel mit Kryptowährungen als Form des Glücksspiels zu regulieren, was jedoch von der damaligen Tory-Regierung abgelehnt wurde.
Besonders in Großbritannien zeigt sich die Verwundbarkeit gegenüber den Folgen eines Krypto-Crashs. Keine andere große Wirtschaft hat die soziale Mobilität so stark ausgehöhlt und gleichzeitig der jungen Generation den Mythos des unternehmerischen Ausbruchs verkauft. Viele junge Briten investieren in Kryptowährungen, oft auf Kredit, in der Hoffnung auf den großen Gewinn. Diese Entwicklung ist ein Symptom einer Gesellschaft, in der stagnierende Löhne und unerschwinglicher Wohnraum Millionen dazu bringen, nach jedem Strohhalm zu greifen.
Politisch wird der Krypto-Markt von der Rechten als Chance gesehen. Donald Trump, der Kryptowährungen einst als „auf Luft gebaut“ abtat, präsentiert sich nun als „Krypto-Präsident“. Unter seiner Führung hat sich Krypto zu einem Instrument der Patronage, Deregulierung und Selbstbereicherung entwickelt. Joe Bidens Versuche, Krypto-Unternehmen zu regulieren, die Wege für Betrug und Geldwäsche bieten, wurden untergraben. Politiker wie Javier Milei in Argentinien oder Nigel Farage in Großbritannien nutzen Krypto, um sich als rebellische Alternative zu einem „manipulierten“ System zu präsentieren.
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