LONDON (IT BOLTWISE) – Lahontan Gold meldet den Abschluss der Bohrarbeiten auf dem Projekt Santa Fe in Nevada. Das Unternehmen berichtet von vielversprechenden Ergebnissen aus Sonic-Kernbohrungen auf historischen Halden und Laugungspads. Im Fokus steht die Frage, ob sich alte Bestände künftig kostengünstig wiederaufbereiten lassen. Bis Ende September folgt laut Plan eine aktualisierte vorläufige wirtschaftliche Bewertung (PEA), in die auch Studien zur Sulfidlaugung durch Drittanbieter einfließen sollen.

Beim Projekt Santa Fe in Nevada setzt Lahontan Gold einen klaren Akzent auf das, was bei vielen Minenprojekten oft nur am Rand betrachtet wird: die Wiederaufbereitung historischer Halden und Laugungspads. Statt neue Gesteinsvorkommen über den klassischen Gesteinsabbau zu erschließen, sollen Bohrdaten helfen, das Potenzial vorhandener „Bestände“ wirtschaftlich neu zu bewerten. Genau diese Logik macht das aktuelle Bohrprogramm strategisch interessant, denn sie zielt auf kürzere Vorlaufzeiten und potenziell niedrigere Kosten ab – vorausgesetzt, die chemischen Eigenschaften der Altmaterialien lassen sich in einen belastbaren Verarbeitungsplan übersetzen.
Technisch betrachtet stammt die neue Datenbasis aus Sonic-Kernbohrungen, die auf ausgewählten Abschnitten der historischen Strukturen angesetzt wurden. Das Unternehmen nennt dabei mehrere konkrete Werte: Unter anderem fällt ein Abschnitt von 10,7 Metern mit einem Goldgehalt von 1,81 Gramm pro Tonne (g/t) auf, ergänzt um 64,8 g/t Silber. Über neun Bohrlöcher hinweg wird ein durchschnittlicher Wert von 1,96 g/t Gold-Äquivalent genannt. Wichtig ist dabei weniger die einzelne Bohrlänge als das Gesamtbild, das das Ziel der Evaluierung unterstützt: Die Untersuchungen konzentrieren sich gezielt auf Bereiche, in denen bereits Material aufbereitet oder ausgelaugt wurde, sodass die spätere Prozessentwicklung auf reale Zusammensetzungen stützen kann.
Damit führt die Bohrkampagne nahtlos in den nächsten technischen Schritt hinein: die Einordnung in eine aktualisierte vorläufige wirtschaftliche Bewertung. Bereits am 24. August hatte Lahontan Gold laut Berichtslage eine deutliche Ausweitung der Mineralressourcen für Santa Fe veröffentlicht. Die Ressourcen stiegen demnach um 22 Prozent auf insgesamt 1,195 Millionen Unzen Gold-Äquivalent in der Kategorie „angezeigt“ (indicated) sowie 1,190 Millionen Unzen in der Kategorie „abgeleitet“ (inferred). In der Lagerstätte Santa Fe wird sogar ein Wachstum von mehr als 26 Prozent genannt, und innerhalb der „angezeigten“ Vorkommen beziffert das Unternehmen 31,15 Millionen Tonnen mit 0,99 g/t Gold-Äquivalent. Für die „abgeleiteten“ Ressourcen nennt das Unternehmen zusätzliche 41,60 Millionen Tonnen mit einem Gehalt von knapp über 0,7 Gramm pro Tonne.
Aus Marktsicht zeigt die Aktie kurzfristig eine gewisse Gegenbewegung, während sich die operative Story weiter in Richtung Entwicklung verschiebt. Der Kurs wird mit 0,2320 Euro angegeben, was einem Rückgang von 0,9 Prozent entspricht. Gleichzeitig wird betont, dass der Titel technisch gestützt sei und rund 2,4 Prozent über dem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 50 Tage liege. Solche Spannen sind bei Explorern häufig weniger ein Signal für die technische Substanz als für die Erwartungshaltung der Anleger rund um bevorstehende Meilensteine. Wenn eine PEA in greifbarer Nähe ist, verschiebt sich die Aufmerksamkeit typischerweise weg von der reinen Bohrberichterstattung hin zu Annahmen über Aufbereitung, Ausbeute und Kapitalkosten – also genau den Punkten, die auf dem Weg zum Minenantrag entscheidend werden.
Finanziell will sich Lahontan Gold den Handlungsspielraum sichern: Medienberichte sprechen von einer soliden Finanzierungsposition von mehr als 12 Millionen US-Dollar. Diese Mittel sollen in laufende Studien und in den Genehmigungsprozess fließen. Der konkret erwartete Termin ist Ende September, an dem eine aktualisierte vorläufige wirtschaftliche Bewertung (PEA) veröffentlicht werden soll. Für die Bewertung ist besonders relevant, dass die PEA Studien zur Sulfidlaugung durch Drittanbieter integrieren soll. Damit rückt ein Verarbeitungsthema in den Mittelpunkt, das bei vielen Erzhistorien und Haldenmaterialien der Knackpunkt ist: Welche Chemie funktioniert zuverlässig, und lässt sich der Prozess so skalieren, dass daraus belastbare Kennzahlen für eine spätere Projektphase entstehen?
Parallel zur technischen Agenda gibt es auch Hinweise auf Kapitalmarkt- und Governance-Themen. Im Aktionärskreis wird ein Verkauf von Lawrence Lepard gemeldet: Zwischen dem 12. August und dem 21. August habe er insgesamt 1.121.500 Stammaktien über die TSX Venture Exchange veräußert. Nach diesem Verkauf hält er noch 43.143.050 Aktien, wodurch sein Anteil auf 9,97 Prozent sinkt und damit die meldepflichtige Schwelle von 10 Prozent unterschritten werde. Ebenso nennt das Unternehmen Maßnahmen zur langfristigen Bindung: Am 10. August wurden insgesamt 1.466.000 Deferred Share Units an Führungskräfte und Mitglieder des Direktoriums ausgegeben, um die Interessen der Leitungsebene stärker mit der Entwicklung des Projekts in Nevada zu verzahnen. Solche Mechanismen sind in der Explorationsbranche nicht ungewöhnlich, weil sie die Zeitachse zwischen Ressourcen-Update, PEA und späteren Genehmigungen überbrücken.
Für Investoren und Projektverantwortliche bleibt entscheidend, wie aus den neuen Bohrdaten eine belastbare Verarbeitungs- und Wirtschaftlichkeitslogik entsteht. Wenn Lahontan Gold mit der PEA Ende September tatsächlich den Schritt von den Ressourcen zu einer tragfähigen Prozesskette macht, wird das auch die Frage beantworten, ob Altbestände auf Santa Fe nicht nur geologisch, sondern auch operativ und chemisch „funktionieren“. Bis dahin wirkt der Kursverlauf wie ein Vorspann: moderate Bewegungen sind möglich, während die Marktteilnehmer die nächsten technischen Unterlagen antizipieren. Unabhängig davon gilt: Der Abgleich mit den endgültigen Annahmen der PEA wird darüber entscheiden, ob sich die Wiederaufbereitung der historischen Halden als wirtschaftlicher Pfad bestätigt – oder ob der konventionelle Abbau weiterhin als realistischer erscheint.
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