LONDON (IT BOLTWISE) – Lamtto kombiniert mit dem RC38 eine Babykamera an der Kopfstütze und einen Wireless-Adapter für Carplay und Android Auto. Im Test startet die Kopplung innerhalb weniger Sekunden, danach baut der Dongle eine eigene WLAN-Verbindung zum Smartphone auf. Auf dem Infotainment-Display lassen sich Kamera, Carplay/Android Auto sowie Airplay und Miracast auswählen. Voraussetzung bleibt: Das Auto muss Carplay oder Android Auto bereits per Kabel unterstützen.

Wer im Auto nicht nur fahren, sondern auch die Rückbank zuverlässig im Blick behalten will, bekommt mit dem Lamtto RC38 gleich zwei Funktionen in einem Set: eine an der Kopfstütze befestigte Babykamera und einen Wireless-Adapter für Carplay sowie Android Auto. Das Konzept zielt auf einen klaren Alltagsszenario ab: Statt Smartphone-Kabel und zusätzlicher Geräte beschäftigt man sich nur mit der Einrichtung des Adapters – die Bildausgabe läuft dann über das Infotainment. Im Test zeigte sich dabei vor allem, dass der RC38 weniger wie ein „Smart Home“-Gadget wirkt, sondern wie ein pragmatisches Nachrüst-Teil, das mit wenigen Handgriffen funktionieren soll.
Technisch betrachtet beginnt alles mit der Spannungsversorgung: Die Kamera hat keinen Akku und hängt daher dauerhaft am Stromsystem des Fahrzeugs. Im Lieferumfang findet sich dafür ein USB-Kabel mit USB-C sowie ein Anschluss für USB-A, zusätzlich ein Adapter für den 12-V-Anschluss. Außerdem liegt ein quadratischer Funk-Adapter (Dongle) bei, der in eine freie USB-Buchse wandert und die kabellose Verbindung zwischen Auto und Smartphone „vermittelt“. Die Kopplung startet über Bluetooth: iPhone oder Android-Smartphone werden per Bluetooth mit dem Dongle verbunden, danach stellt der RC38 eine eigene WLAN-Verbindung her. Im Test klappte die Verbindung beim ersten Versuch zügig, je nach Fahrzeug und Smartphone können aber Wiederholungen nötig sein.
Die Einrichtung der Kamera ist dagegen stärker mechanisch geprägt. Die Kamera wird auf ein Kugelgelenk der mitgelieferten Kopfstützenhalterung gesetzt und dann so an der Stange befestigt, dass sie nach hinten in Richtung Rücksitze zeigt. Für Fahrzeuge ohne klassische, herausziehbare Kopfstütze gibt es eine zweite Variante mit Band – die ist laut Testbericht zwar möglich, aber deutlich umständlicher anzubringen. Damit ist die Montage in der Praxis schneller erledigt als bei Lösungen, die erst aufwendige Halterungen benötigen. Der Bildmodus lässt sich anschließend flexibel nutzen: Über das Kamerasymbol kann die Ansicht auch ohne Carplay oder Android Auto gestartet werden, das Bild füllt dann das Display.
Auf dem Infotainment-Display zeigt der RC38 einen Startbildschirm, der mehrere Modi nebeneinander zugänglich macht: Carplay, Android Auto, Airplay und Miracast, außerdem Menüpunkte für Einstellungen und Kamera. Startet man Carplay oder Android Auto, erscheint deren gewohnter Startbildschirm; daneben wird zusätzlich am rechten Rand ein kleines Kamerabild eingeblendet. Wer mehr Überblick will, kann in den Einstellungen einen Splitscreen aktivieren, bei dem das Kamerabild und die Smartphone-Oberfläche parallel nebeneinander laufen. Die Kameraauflösung wird mit Full-HD angegeben und im Test als ausreichend beschrieben, um Kinder oder Haustiere auf der Rückbank klar zu erkennen; bei Dunkelheit schaltet ein Nachtsichtmodus um und hilft dabei, auch bei schwachem Innenraumlicht noch „Umrisse“ zu erfassen.
Wichtig ist jedoch der Rahmen, in dem der RC38 sauber funktioniert. Das Set wirkt nicht wie ein universeller Ersatz für jedes Fahrzeug-Ökosystem, sondern setzt voraus, dass Carplay oder Android Auto im Auto grundsätzlich per Kabel unterstützt werden. Bei Fahrzeugen, die ab Werk bereits kabelloses Carplay oder Android Auto anbieten, kann es laut Testbericht zu Problemen kommen – hier wird vom Einsatz solcher Adapter eher abgeraten. Für BMW-Fahrzeuge nennt die Testumgebung eine Einschränkung: Das Gerät sei dafür nicht geeignet, und auch bei anderen Modellen seien je nach Kombination Schwierigkeiten möglich. Getestet wurde das RC38 außerdem mit einem Honor Magic V5 in einem Opel Astra K von 2017, was zeigt, dass die Kombination aus Smartphone und Fahrzeug entscheidend ist.
Preislich positioniert sich das RC38 damit eher im Bereich „Nischen-Upgrade“ statt „Alltagszubehör“. Der Wireless-Adapter kostet regulär rund 125 Euro; mit einem Code sinkt der Preis auf knapp 100 Euro. Versand kommt aus China, ein optionaler Versandschutz kostet zusätzlich 3 Euro. Für Käufer relevant: Der Händler sitzt in der Volksrepublik China, wodurch Ansprüche im Streitfall aus EU-Verbraucherrecht als schwerer durchsetzbar gelten. Herstellerseitig sind ein Jahr Garantie genannt, außerdem besteht innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt ein Rückgaberecht mit Erstattung. Im Ergebnis ist das RC38 besonders interessant für Fahrer, die gleichzeitig eine Babykamera nachrüsten und ein kabelloses Carplay-/Android-Auto-Setup wollen – solange ihr Fahrzeug die nötigen Voraussetzungen erfüllt und die Dongle-/Bluetooth-Kombination in der eigenen Konfiguration stabil läuft.
Wer nur die Kamera-Funktion benötigt, kann die Bildansicht ebenfalls ohne Carplay oder Android Auto auf dem Infotainment starten. Im Vergleich zu einfachen Wireless-Adaptern ist genau diese Kombinationslogik der entscheidende Mehrwert: Man spart sich ein separates Kamera- und ein separates Carplay-/Android-Auto-Produkt – bezahlt wird dafür mit zwei benötigten Anschlüssen und dem permanenten Strombedarf der Kamera. Als Alternative wird im Kontext des Tests ein Produkt aus der gleichen Adapterklasse genannt, das allerdings keine Unterstützung für Android Auto bietet. Damit bleibt der RC38 in der Praxis vor allem dann die richtige Wahl, wenn die Rückbanküberwachung Priorität hat und beide Smartphone-Welten – iOS und Android – im Familienalltag real genutzt werden.
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