LONDON (IT BOLTWISE) – Meta steht erneut im Zentrum der Kritik europäischer Datenschützer. Der Technologieriese sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, sensible Video-Daten aus Europa durch kenianische Subunternehmer analysieren zu lassen. Diese Praxis wirft erhebliche Datenschutzfragen auf, insbesondere im Hinblick auf die strengen europäischen Vorschriften.

Meta, der Technologieriese hinter Facebook und Instagram, sieht sich erneut mit heftiger Kritik konfrontiert. Der Grund: Die Verarbeitung sensibler Video-Daten aus Europa durch kenianische Subunternehmer. Diese Enthüllungen haben die Aufmerksamkeit europäischer Datenschützer auf sich gezogen und werfen ein Schlaglicht auf die wachsende Kluft zwischen Metas ambitionierten KI-Plänen und den strengen europäischen Datenschutzvorschriften.
Der jüngste Skandal dreht sich um die manuelle Auswertung von Videoaufnahmen, die mit Metas Ray-Ban-Smart-Glasses aufgenommen wurden. Diese Aufnahmen wurden von dem Subunternehmer Sama in Nairobi analysiert, um die KI-Modelle des Konzerns im Bereich der Objekterkennung und des Sprachverständnisses zu trainieren. Dabei wurden laut Berichten häufig private Aufnahmen aus europäischen Haushalten gesichtet, oft mit erkennbaren Gesichtern. Metas Algorithmen zur Anonymisierung sollen dabei regelmäßig versagt haben.
Die Reaktionen der europäischen Aufsichtsbehörden ließen nicht lange auf sich warten. Die britische Datenschutzbehörde ICO forderte von Meta eine Erklärung zur Rechtmäßigkeit der Datenverarbeitung. Gleichzeitig beantragten EU-Parlamentarier bei der EU-Kommission eine Prüfung auf mögliche Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung (GDPR). Rechtsexperten betonen, dass die Einwilligung der Nutzer für das KI-Training explizit sein muss, insbesondere wenn Daten in Länder ohne EU-Angemessenheitsbeschluss übermittelt werden.
Der aktuelle Fall ist nur das jüngste Kapitel in einem anhaltenden Konflikt um Metas Umgang mit europäischen Daten. Bereits im Mai 2025 begann der Konzern, seine Llama-Sprachmodelle mit öffentlichen Inhalten europäischer Facebook- und Instagram-Nutzer zu trainieren. Diese Praxis stieß auf heftige Kritik, insbesondere von Datenschutzorganisationen, die das eingeführte Opt-out-System als unzureichend betrachten. Trotz dieser Kontroversen bleibt Meta unter Druck, seine KI-Strategie in Europa weiterzuentwickeln, während die EU ihre regulatorischen Schutzmaßnahmen verstärkt.
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