LONDON (IT BOLTWISE) – Astronomen haben in der Milchstraße erstmals zwei Supernova-Überreste in einem Doppelsystem als aufeinanderfolgende Explosionen identifiziert. Im Zentrum der Beobachtung stehen die Gaswolken bei IC 443 und G189.6+3.3, die sich gegenseitig durchdringen und damit die gleiche Entfernung anzeigen. Über 16 Jahre lieferten Messungen mit Fermi die entscheidenden Hinweise auf die zeitliche Abfolge der Sternexplosionen. Damit rückt ein seltenes Labor für die frühe Phase nach dem Tod zweier Partnersterne in greifbare Nähe.

In der Milchstraße ist die Nachgeschichte toter Sterne meist ein Zufallsspiel: Leuchtende Gaswolken verraten Explosionen, aber ihre räumliche Nähe wird häufig erst mit großer Messunsicherheit klar. Genau an dieser Stelle setzt die aktuelle Auswertung an. Ein Forschungsteam aus den USA und Frankreich konnte nachweisen, dass bei IC 443 und dem bislang getrennt betrachteten Überrest G189.6+3.3 nicht nur zwei Strukturen im gleichen Himmelsausschnitt liegen, sondern dass sie zu einem Doppelsystem gehörten und ihre Supernova-Explosionen zeitlich nacheinander abliefen.
Bei Supernova-Überresten handelt es sich um expandierendes, angestrahltes Sternmaterial, das bei der Explosion ausgestoßen wurde. Diese Materie stößt auf umgebendes Gas und macht sich besonders über Radio- und Röntgenstrahlung bemerkbar, weil die Wechselwirkung das Material aufheizt und energetische Emissionen erzeugt. Für IC 443 wird als Entstehungszeitraum etwa 8000 bis 9000 Jahre vor heute genannt; die Region gilt zudem als einer der am intensivsten untersuchten Überreste in der Milchstraße. Gerade deshalb wirkt es besonders spannend, dass die Umgebung nicht nur komplex, sondern auch lange nicht vollständig verstanden war.
Der Ausgangspunkt war ein Irrtum, der über Jahrzehnte Bestand hatte. In den 1990er Jahren stieß der Röntgensatellit ROSAT auf einen weiteren Überrest, der die Katalognummer G189.6+3.3 erhielt. Damals gingen Forschende davon aus, beide Strukturen stünden zwar nahe beieinander, seien aber unterschiedlich weit von der Erde entfernt. Michailidis von der Stanford University und sein Team zeigen nun das Gegenteil: Über einen Beobachtungszeitraum von 16 Jahren nutzte das Team das Weltraumteleskop Fermi und konnte zeigen, dass die Gaswolken der beiden Überreste sich gegenseitig durchdringen und gegenseitig beeinflussen. Dadurch lässt sich G189.6+3.3 in die gleiche Entfernungsklasse einordnen wie IC 443.
Aus den Fermi-Daten leitet das Team außerdem eine zeitliche Trennung zwischen den Ereignissen ab: Die Explosion von G189.6+3.3 soll zwischen 20.000 und 100.000 Jahren vor der Explosion von IC 443 stattgefunden haben. Für Astronomen ist das ein starkes Indiz dafür, dass die beiden explodierten Sterne vorher als Doppelsternschild zusammenlebten. Das passt auch zu einem plausiblen Evolutionspfad: Sterne mit deutlich mehr als dem 30-fachen der Masse der Sonne können beim Ende ihrer Lebensspanne ihre äußeren Hüllen wegstoßen, während der Kern kollabiert. In solchen Fällen entsteht typischerweise entweder ein Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch – ein Ergebnis, das man später über charakteristische Strahlungssignaturen indirekt suchen kann.
Dass IC 443 hierfür bereits konkrete Hinweise liefert, zeigt ein früheres Ergebnis: Das Satelliten-Observatorium Chandra fand 2005 innerhalb der Gaswolke eine helle, punktförmige Röntgenquelle. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um die Emission des Neutronensterns, der bei der ersten Sternexplosion entstand. Beim zweiten Überrest G189.6+3.3 fehlen bislang solche eindeutigen Spuren eines Neutronensterns oder eines Schwarzen Lochs; die Suche läuft jedoch weiter, weil die Umgebung, Absorptionseffekte und die erwartete Helligkeit die Nachweisbarkeit stark beeinflussen können. Gerade das macht den Doppelsystem-Charakter so wertvoll: Statt nur eine Supernova „von außen“ zu sehen, bietet das Paar die Möglichkeit, die frühe Phase nach beiden Explosionen im selben Gesamtkontext zu untersuchen.
Technisch betrachtet ist die neue Evidenz vor allem ein Zusammenspiel aus räumlicher Koordination und zeitlicher Schätzung. Die gegenseitige Durchdringung der Gaswolken liefert ein Entfernungsargument, während die Modellierung der Abfolge über die Strahlungs- und Wechselwirkungsdaten indirekt den zeitlichen Abstand eingrenzt. Das Team hat dazu die Entwicklung von mehreren Millionen Doppelsternen simuliert, um die beobachteten Eigenschaften abzugleichen. Das Ergebnis: In den Messmustern spiegelt sich ein Doppelsystem wider, das aus zwei sehr massereichen Sternen bestand. Michailidis formuliert den Mehrwert entsprechend vorsichtig: „Doch seine Umgebung birgt immer noch viele Geheimnisse.“ Für Unternehmen und Forschungsteams, die an der Grenze zwischen Datenanalyse und Modellierung arbeiten, ist das zugleich ein Hinweis auf den Wert belastbarer Referenzobjekte: Wenn ein Kosmos-Experiment eine eindeutige Objektklasse wie ein Doppel-Supernova-Setting bereitstellt, wird die nächste Iteration von Datenverarbeitung und Modellvalidierung deutlich zielgerichteter.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- NIEDLICHER BEGLEITER: Eilik ist der ideale Begleiter für Kinder und Erwachsene, die Haustiere, Spiele und intelligente Roboter lieben. Mit vielen Emotionen, Bewegungen und interaktiven Funktionen.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Milchstraße: Doppelter Supernova-Überrest in IC 443 und G189.6+3.3 nachgewiesen" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Milchstraße: Doppelter Supernova-Überrest in IC 443 und G189.6+3.3 nachgewiesen" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Milchstraße: Doppelter Supernova-Überrest in IC 443 und G189.6+3.3 nachgewiesen« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!