BELÉM / LONDON (IT BOLTWISE) – Die jüngste Klimakonferenz COP30 in Belém hat zwar ehrgeizige Finanzziele gesetzt, doch die militärischen Emissionen bleiben ein ungelöstes Problem. Trotz der Annahme der Belém-Pakete und neuer Initiativen wie der Global Implementation Accelerator wurde die Rolle der Streitkräfte im Klimawandel erneut nicht ausreichend adressiert. Dies wirft Fragen über die Glaubwürdigkeit globaler Klimabemühungen auf.

Die Klimakonferenz COP30 in Belém endete mit der Annahme der Belém-Pakete, die darauf abzielen, die globale Klimapolitik zu stärken. Trotz dieser Fortschritte bleibt ein entscheidendes Thema ungelöst: die Emissionen des Militärs. Diese wurden während der Verhandlungen in den letzten Jahren immer wieder angesprochen, jedoch nie ernsthaft behandelt. Die militärischen Emissionen stellen einen erheblichen Anteil der globalen Treibhausgasemissionen dar und sind ein blinder Fleck in der internationalen Klimapolitik.
Studien zeigen, dass die Streitkräfte und ihre Lieferketten etwa 5,5 Prozent der jährlichen globalen Treibhausgasemissionen ausmachen. Wären die weltweiten Streitkräfte ein Land, wären sie der viertgrößte Emittent der Erde. Besonders die US-Streitkräfte sind ein bedeutender Emittent, der mehr Treibhausgase produziert als über 150 Länder zusammen. Trotz dieser alarmierenden Zahlen bleibt die Berichterstattung über militärische Emissionen unzureichend, da viele Länder keine detaillierten Daten bereitstellen.
Die UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) verpflichtet ihre Mitglieder nicht zur Berichterstattung über militärische Emissionen. Historisch gesehen wurde während der Kyoto-Verhandlungen eine Ausnahme für militärische Emissionen geschaffen, die mit dem Pariser Abkommen 2015 aufgehoben wurde. Dennoch bleibt die Berichterstattung in diesem Bereich den Parteien überlassen. Nur wenige Länder liefern disaggregierte Daten, was die Transparenz und die Fähigkeit, die tatsächlichen Emissionen zu bewerten, erheblich einschränkt.
Die Umweltauswirkungen von Kriegen sind tiefgreifend und reichen weit über das Schlachtfeld hinaus. Konflikte erzeugen enorme Mengen an Treibhausgasen durch groß angelegte Truppeneinsätze, kraftstoffintensive Operationen und die Zerstörung von Infrastruktur. Trotz dieser erheblichen Auswirkungen bleibt der internationale rechtliche Rahmen zum Schutz der Umwelt während bewaffneter Konflikte schwach. Ohne eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den militärischen Emissionen bleiben globale Klimaschutzbemühungen unvollständig.
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