LONDON (IT BOLTWISE) – Neue Messungen mit dem GRAPES-3-Observatorium zeigen, dass Gewitterwolken innen extrem hohe elektrische Spannungen aufbauen. Bis zu 1,3 Milliarden Volt werden dabei als Ursache für die Ablenkung von Myonen sichtbar, die aus kosmischer Strahlung entstehen. Gleichzeitig klären die Daten eine zuvor rätselhafte Asymmetrie in den Detektorsignalen auf. Der Erdmagnetismus sorgt demnach dafür, dass positiv und negativ geladene Teilchen unterschiedlich abgelenkt werden.

Gewitter werden zwar durch Blitzentladungen im sichtbaren Spektrum greifbar, doch das eigentliche elektrische Innenleben bleibt schwer messbar. Genau an diesem Punkt setzen neue Ergebnisse an: Mit dem GRAPES-3 Observatorium in Indien untersuchen Forschende Gewitter nicht über den sichtbaren Blitz, sondern über die Wirkung der elektrischen Felder auf hochgeladene Teilchen aus der kosmischen Strahlung. Der entscheidende Trick liegt in der Detektion von Myonen, also elektrisch geladenen Teilchen, die beim Zusammenwirken der kosmischen Strahlung mit der Erdatmosphäre entstehen und Gewitterfelder wie ein „Sondenstrahl“ durchlaufen.
Ausgangspunkt der Arbeit sind Messungen, die bereits früher extreme elektrische Spannungen in Gewitterwolken nahelegen: In den untersuchten Fällen erreichen die Spannungen nach den Angaben bis zu 1,3 Milliarden Volt. Solche Felder sind physikalisch relevant, weil sie geladene Teilchen nicht nur minimal, sondern in einer Größenordnung ablenken können, die sich im Detektorratenverhältnis abbildet. Damit rücken zwei Größen zugleich in den Fokus: Wie stark werden Myonen abgelenkt – und lässt sich aus der Richtung und Häufigkeit geladener Teilchen auf die Spannung im Wolkeninneren schließen?
Genau hier kam zunächst ein methodisches Rätsel ins Spiel. Die Detektoren registrierten offenbar 81,5 Prozent der relevanten Ereignisse östlich der Anlage, obwohl die meteorologischen Rahmenbedingungen keinen systematischen Unterschied zwischen Gewittern östlich und westlich erwarten ließen. Die spätere Erklärung ist technisch eher elegant: Das Magnetfeld der Erde beeinflusst positiv und negativ geladene Myonen unterschiedlich stark, weil die Lorentzkraft entgegengesetzte Umlaufrichtungen für entgegengesetzte Ladungen begünstigt. Dadurch entsteht scheinbar eine „geografische“ Asymmetrie im Detektorsignal, die in Wahrheit aus der Kombination von Erdmagnetfeld und Teilchenphysik resultiert.
Die Ableitung der Wolkenspannung funktioniert dann über die beobachteten Verhältnisse der Myonen mit positiver und negativer Ladung. Da Myonen elektrisch geladen sind und bei Durchquerung des elektrischen Feldes in Gewitterwolken abgelenkt werden, hängt ihre gemessene Verteilung direkt mit der Stärke und Ausrichtung der Felder in der Wolke zusammen. Wichtig ist: Die Forschenden können das Ergebnis nicht nur auf Grundlage der Detektordaten diskutieren, sondern auch mit Computersimulationen nachverfolgen. Diese Simulationen reproduzieren laut den Angaben den Effekt der Ablenkung und stützen damit die Interpretation, dass die gemessenen Signale tatsächlich auf die Spannung im Inneren der Gewitterwolke zurückgehen.
Methodisch betrachtet verbindet das Vorgehen zwei Welten, die in der Praxis oft getrennt bleiben: Atmosphärenphysik und Hochenergie-Teilchenphysik. GRAPES-3 ist dabei auf den Nachweis von Myonen spezialisiert, die in einem Kaskadenprozess entstehen, wenn hochenergetische Teilchen der kosmischen Strahlung in der Erdatmosphäre Atome und Moleküle treffen. In Gewitterphasen ändern sich die Bedingungen dann drastisch, weil die Wolken extrem hohe elektrische Felder aufbauen. Das führt dazu, dass die Myonen auf ihrem Weg messbar „anders reagieren“, als sie es außerhalb solcher Ereignisse täten. Auf dem Papier klingt das wie ein sauberer Sensor-Ansatz; in der Umsetzung ist es dennoch anspruchsvoll, weil der Erdmagnetismus, die Geometrie des Detektors und die Zeitentwicklung im Gewitter gemeinsam berücksichtigt werden müssen.
Für den weiteren Forschungsbetrieb ist vor allem relevant, dass die Datenlage künftig gezielt erweitert werden soll. Die Forschenden hoffen, mit GRAPES-3 weitere Erkenntnisse über die Physik von Gewittern zu gewinnen – insbesondere darüber, wie häufig solche extremen Spannungen auftreten und unter welchen Bedingungen die Feldstärken variieren. Das Potenzial liegt nicht nur im besseren Verständnis atmosphärischer Entladungsprozesse, sondern auch darin, dass zukünftige Messkampagnen die Interpretation von Detektorsignalen stärker absichern können, sobald der Erdmagnetismus als erklärender Parameter konsequent in die Auswertung eingeplant wird.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Myonen entschlüsseln Gewitter: neue Messungen zeigen extreme Spannungen" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Myonen entschlüsseln Gewitter: neue Messungen zeigen extreme Spannungen" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Myonen entschlüsseln Gewitter: neue Messungen zeigen extreme Spannungen« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!