HOUSTON / LONDON (IT BOLTWISE) – NASA startet ein Draft-RFP und bittet US-Unternehmen um Feedback zur Phase 2 ihres kommerziellen Raumstations-Ansatzes. Die Agentur will Aktivitäten in Low Earth Orbit nach der Internationalen Raumstation nahtlos überführen und dafür kommerzielle Dienstleistungen per FAR-Verträgen einkaufen. Vorgesehen sind firm-fixed-price, multi-award, IDIQ-Verträge über Entwicklung, Zertifizierung und Betrieb. Branchenbeiträge sind bis zum 27. Juli 2026 fällig, inklusive eines Informationsbriefings am 9. Juli im Johnson Space Center.

NASA hat einen neuen Entwurf für eine Request for Proposals (RFP) veröffentlicht und damit den nächsten Planungsschritt für kommerzielle Raumstationen in Low Earth Orbit angeschoben. Im Kern geht es um Feedback von US-Unternehmen, um eine „seamless transition“ von der Internationalen Raumstation (ISS) hin zu einem kommerziellen Betrieb zu ermöglichen. Damit verschiebt sich der Fokus: Statt nur einzelne Komponenten oder Missionen zu unterstützen, sucht die Agentur nun stärker nach einem wiederholbaren Service-Ökosystem, das Entwicklung, Zertifizierung und langfristige Leistungen aus einer Hand abdecken kann. Die Rückmeldungen müssen bis zum 27. Juli eingehen.
Technisch knüpft der RFP-Entwurf an eine bereits laufende Abstimmung an: NASA hatte am 25. März eine Request for Information (RFI) herausgegeben und will die jetzt gesammelten Signale in die ursprüngliche Beschaffungslogik zurückspielen. Laut NASA plant die Agentur, kommerzielle Services über FAR-basierte Vertrag(en) zu beschaffen, die per full and open competition vergeben werden. Beschafft werden sollen firm-fixed-price, multi-award, indefinite-delivery/indefinite-quantity (IDIQ)-Verträge. Dieses Vertragsmodell erlaubt es, zwei oder mehr Contractor früh in der Entwicklung auszuwählen und anschließend über wettbewerbliche Task Orders für Final Design, Test, Evaluation sowie Zertifizierung und Services zu entscheiden.
Gerade bei Raumstationsprojekten ist die Verknüpfung von Zertifizierung und Betrieb entscheidend, weil Sicherheits- und Betriebsanforderungen nicht „später“ nachgelagert werden können. Stattdessen muss ein Anbieter nachweisen, dass Systeme reproduzierbar getestet werden, während Schnittstellen zu bemannten Missionen, Rendezvous-Prozeduren und Bordbetrieb stabil funktionieren. IDIQ-Strukturen sind dafür interessant, weil sie eine Staffelung erlauben: frühe Entwicklungsentscheidungen reduzieren das Risiko, während spätere wettbewerbliche Task Orders Kostenwettbewerb und technische Qualitätskriterien schärfen. Im Vergleich zu stärker projektbasierten Einzelaufträgen kann das die Planbarkeit erhöhen, allerdings verlangen die Milestones von den Firmen hohe Anfangsinvestitionen, die Finanzierungspartner entsprechend absichern müssen.
Am Markt zeigt sich bereits, dass kommerzielle Akteure mehrere Wege einschlagen. Axiom Space gilt als Beispiel für den Aufbau eigener bemannter Nutzungen in der kommerziellen Raumfahrtumgebung, während SpaceX mit Starship/Transportkapazitäten die Lieferkette für künftige Low-Earth-Orbit-Programme mitprägt. Auch Boeing und andere Zulieferer adressieren das Feld über Module, Systeme oder Integrationsleistungen. In der Branchenbewertung, die NASA in den Unterlagen als Input zusammenfasst, wird deutlich: Unternehmen sehen Zeitpläne als erreichbar und verweisen auf ein kommerziell tragfähiges Marktumfeld, in dem NASA zwar ein wichtiger Kunde bleibt, aber nicht der einzige Nachfrager sein soll. Wettbewerbsfähig wird dabei vor allem, wer Zertifizierungsrisiken beherrscht und die Betriebskosten über Jahre kalkulierbar halten kann.
Aus Sicht der Beschaffung ist außerdem relevant, wie NASA die Wirkung der RFP auf Kapitalinvestitionen steuert. Der Entwurf signalisiert, dass die Agentur nach Branchenrückmeldungen bei ihrem ursprünglichen Ansatz bleibt: kommerzielle Partnerschaften sollen verlässlich, sicher und kosteneffizient Dienste liefern, sodass NASA sich stärker auf Deep-Space-Exploration konzentrieren kann. Low Earth Orbit wird gleichzeitig als Trainingsumgebung und „Proving Ground“ für Artemis-Missionen zum Mond sowie künftige menschliche Exploration in Richtung Mars positioniert. Branchenanalysten erwarten in solchen Umfeldern typischerweise eine Dynamik aus Standardisierung (Schnittstellen, Daten-, Sicherheits- und Betriebsnachweise) und Skaleneffekten, die sich erst nach mehreren Vertragszyklen zeigen.
Regulatorisch und sicherheitstechnisch ist die RFP vor allem im Hinblick auf Nachweispflichten wichtig, auch wenn sie keine klassischen „Datenschutz“-Themen wie im IT-Umfeld adressiert. In der bemannten Raumfahrt sind jedoch Compliance, Prozesssicherheit und Nachvollziehbarkeit zentrale Aspekte: Testdaten, Zertifizierungsunterlagen und Qualitätsnachweise müssen auditierbar sein, damit die Behörden und Auftraggeber das Risikoprofil verstehen und kontinuierlich überwachen können. Hinzu kommt: Je mehr Geschäft über mehrere Anbieter und Task Orders läuft, desto größer wird die Herausforderung, Verantwortlichkeiten für Schnittstellen, Software-/Ablaufänderungen und Sicherheitsfreigaben eindeutig zu definieren. Gerade bei multi-award und selektiven Task Orders ist Governance entscheidend, damit Änderungen kontrolliert bleiben.
Für die nächsten Monate plant NASA zusätzlich ein Informationsbriefing am 9. Juli im Johnson Space Center in Houston. Solche Briefings dienen in der Regel dazu, die Erwartungshaltung zu dokumentierten Anforderungen zu schärfen und Unklarheiten in der Antwortstruktur zu reduzieren, bevor die Feedbackfrist am 27. Juli endet. Unternehmen sollten diese Phase vor allem nutzen, um intern ihre Risikoannahmen zu validieren: Welche Teile der Zertifizierungsarbeit lassen sich früh belastbar planen? Wie können Kosten- und Zeitrisiken in einem firm-fixed-price-Rahmen abgefedert werden? Und wie passen die Angebote zu den Schnittstellen, die später in einer wettbewerblichen Task-Order-Phase abgefragt werden. Wer hier früh Klarheit schafft, hat später Wettbewerbsvorteile.
Blickt man weiter nach vorn, deutet der RFP-Ansatz auf eine zunehmende Versachlichung der „Übergangslogik“ zwischen ISS-Nachfolge und kommerziellem Betrieb hin. Wenn NASA die zweite Phase so gestaltet, dass mehrere Anbieter parallel entwickeln und danach in wettbewerblichen Task Orders weitergezogen werden, könnte sich mittelfristig eine Art Marktstandard für Zertifizierungs- und Servicepakete etablieren. Das wiederum würde Entwickler und Zulieferer entlasten, weil Module, Prozesse und Betriebskonzepte wiederverwendbarer werden. Für die nächsten Iterationen ist damit zu rechnen, dass auch Datenflüsse (z. B. Telemetrie- und Testauswertung) sowie Betriebsabläufe stärker standardisiert werden müssen, um die wiederkehrende Abnahme sicherzustellen und die Gesamtkosten im Griff zu behalten.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- NIEDLICHER BEGLEITER: Eilik ist der ideale Begleiter für Kinder und Erwachsene, die Haustiere, Spiele und intelligente Roboter lieben. Mit vielen Emotionen, Bewegungen und interaktiven Funktionen.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "NASA holt Branchenfeedback für Phase 2 kommerzieller Raumstationen ein" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "NASA holt Branchenfeedback für Phase 2 kommerzieller Raumstationen ein" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »NASA holt Branchenfeedback für Phase 2 kommerzieller Raumstationen ein« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!