KENNEDY SPACE CENTER / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein schwerwiegender Zwischenfall mit Boeings Starliner-Raumschiff hat die Sicherheitsprotokolle der NASA in den Fokus gerückt. Trotz anfänglicher Beruhigungen mussten zwei Astronauten neun Monate auf der ISS verbleiben, da die Rückkehr mit dem Starliner als zu riskant eingestuft wurde.

Ein schwerwiegender Zwischenfall mit dem Boeing Starliner-Raumschiff hat die Sicherheitsprotokolle der NASA in den Fokus gerückt. Ursprünglich sollten die Astronauten Butch Wilmore und Suni Williams nur ein bis zwei Wochen auf der Internationalen Raumstation ISS verbringen, doch letztendlich blieben sie neun Monate in der Umlaufbahn. Der Grund: Die Rückkehr mit dem Starliner wurde als zu riskant eingestuft, sodass die Astronauten schließlich mit einem SpaceX Dragon-Raumschiff zur Erde zurückkehrten.
Die Probleme begannen bereits auf dem Weg zur ISS, als das Starliner-Raumschiff mit defekten Manövriertriebwerken und Heliumlecks zu kämpfen hatte. Diese technischen Schwierigkeiten führten dazu, dass der Kommandant des Starliners, Wilmore, zeitweise die Kontrolle über das Raumschiff verlor. Ingenieure konnten die meisten Funktionen der Triebwerke wiederherstellen, was eine erfolgreiche Andockung an die ISS ermöglichte. Doch die Unsicherheit über die Zuverlässigkeit der Systeme blieb bestehen.
Die NASA und Boeing standen unter erheblichem Druck, die Sicherheit der Astronauten zu gewährleisten. Während des gesamten Sommers 2024 betonten Manager beider Organisationen, dass der Starliner sicher sei, um die Astronauten im Notfall zurückzubringen. Dennoch wurden umfangreiche Tests durchgeführt, um die Ursachen der Probleme zu verstehen. Letztendlich entschied die NASA, den Starliner ohne Besatzung zur Erde zurückzubringen, was im September 2024 erfolgreich gelang.
Die Sicherheitskommission der NASA kritisierte die fehlende offizielle Erklärung eines „In-Flight-Mishaps“ oder eines „High-Visibility-Close-Calls“. Eine solche Erklärung hätte die Verantwortung für die Untersuchung an das Sicherheitsbüro der NASA übertragen und eine unabhängige Untersuchung ermöglicht. Diese Versäumnisse führten zu Verwirrung und Stress innerhalb der NASA-Belegschaft, da unklar war, wer die Entscheidungsgewalt über die Rückkehr der Astronauten hatte.
Der Vorfall zeigt, wie wichtig klare Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen in der Raumfahrt sind. Die NASA wurde aufgefordert, ihre Kriterien und Prozesse zu überprüfen, um sicherzustellen, dass bei zukünftigen Zwischenfällen schnell und eindeutig gehandelt wird. Der nächste Flug des Starliners wird nur Fracht zur ISS transportieren, während die NASA und Boeing weiterhin an der Verbesserung der Sicherheit arbeiten.
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