KÖLN / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Ausbau von Glasfasernetzen in Köln hat eine neue Dynamik erreicht, da die Deutsche Telekom plant, das bestehende Netz von Netcologne zu überbauen. Diese Entwicklung wirft Fragen zur Zukunft der regionalen Netzbetreiber auf.

Die Deutsche Telekom hat angekündigt, in den kommenden Jahren das Glasfasernetz in Köln massiv auszubauen. Dies betrifft insbesondere den regionalen Anbieter Netcologne, dessen bestehendes Netz von der Telekom überbaut werden soll. Trotz anfänglicher Bedenken zeigt sich Netcologne-Geschäftsführer Timo von Lepel gelassen. Er betont, dass die Telekom zwar viele Haushalte mit Glasfaseranschlüssen versorgt, jedoch hauptsächlich im Bereich der sogenannten ‘Homes Passed’ aktiv ist, während die tatsächliche Anzahl der ‘Homes Connected’ gering bleibt.
Netcologne hat mit der Telekom einen Partnervertrag geschlossen, der den gegenseitigen Einkauf von Breitbandzugängen ermöglicht. Diese Kooperation könnte theoretisch den Wettbewerb entschärfen, doch die Realität sieht anders aus. Von Lepel erklärt, dass die Telekom in den überbauten Gebieten kaum aktiv schaltet, was bedeutet, dass die Glasfaser zwar in der Straße liegt, aber nicht bis in die Wohnungen reicht.
Der regionale Anbieter Netcologne ist in den Städten Köln, Bonn, Leverkusen, Aachen, Düren, Düsseldorf und Neuss aktiv und plant, sein Netz in den nächsten 10 bis 15 Jahren flächendeckend auf Fiber To The Home (FTTH) umzustellen. Derzeit liegt der Fokus auf Fiber To The Building (FTTB), was bedeutet, dass die Glasfaser bis zum Gebäude, aber nicht bis in die einzelnen Wohnungen verlegt wird.
Die Umstellung von FTTB auf FTTH stellt Netcologne vor Herausforderungen, insbesondere da die Nachfrage nach Inhouse-Verkabelung, der sogenannten Netzebene 4, verhalten ist. Hausverwalter und die Wohnungswirtschaft zeigen wenig Interesse an einem schnellen Ausbau, was den Fortschritt bremst. Dennoch plant Netcologne, die Anzahl der mit FTTH ausgestatteten Wohneinheiten in den kommenden Jahren deutlich zu erhöhen.
Der Wettbewerb zwischen der Telekom und Netcologne zeigt exemplarisch die Herausforderungen im deutschen Breitbandausbau. Während die Telekom auf eine schnelle Erhöhung der ‘Homes Passed’ setzt, fokussiert sich Netcologne auf eine nachhaltige und vollständige Anbindung der Haushalte. Diese unterschiedlichen Strategien spiegeln sich auch in den langfristigen Plänen der Unternehmen wider.
Die Zukunft des Glasfaserausbaus in Köln bleibt spannend. Experten erwarten, dass der Wettbewerb zwischen den Anbietern zu einer schnelleren Verbreitung von FTTH führen könnte, was letztlich den Verbrauchern zugutekommt. Die Frage bleibt jedoch, wie schnell und effizient die Umstellung von FTTB auf FTTH tatsächlich umgesetzt werden kann.
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