EIFEL / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein Team von Forschenden hat mithilfe von 500 Sensoren und einer 64 Kilometer langen Glasfaserleitung die vulkanischen Strukturen der Eifel untersucht. Die Ergebnisse überraschen selbst Experten: Die Magmakammer des Laacher See-Vulkans erstreckt sich tiefer als bisher angenommen und zeigt eine geneigte Struktur. Diese Entdeckungen könnten wichtige Hinweise auf zukünftige vulkanische Aktivitäten in der Region geben.

Die Eifel, eine malerische Region in Deutschland, ist bekannt für ihre beeindruckende vulkanische Landschaft. Unter der Oberfläche verbergen sich über hundert Vulkane, die als Verteilte Vulkanfelder klassifiziert sind. Besonders hervorzuheben ist der Laacher See-Vulkan, dessen Ausbruch vor 13.000 Jahren die Region nachhaltig veränderte. Aktuelle Forschungen haben nun neue Einblicke in die unterirdischen Strukturen dieses Vulkans geliefert.
Zwischen Herbst 2022 und Sommer 2023 führten Wissenschaftler des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung in Zusammenarbeit mit Partnern aus Deutschland und Luxemburg ein umfassendes Experiment durch. Sie installierten ein dichtes Netz aus über 500 seismischen Sensoren, um die vulkanischen Strukturen der Eifel mit beispielloser Präzision zu kartieren. Diese Methodik, bekannt als „Large-N“-Experiment, ermöglichte eine detaillierte Analyse der unterirdischen Gegebenheiten.
Eine besondere Innovation war die Nutzung einer 64 Kilometer langen Glasfaserleitung als hochempfindlicher Sensor. Diese Technologie reagiert auf kleinste Erschütterungen und Temperaturveränderungen und lieferte unerwartete Erkenntnisse. Die Magmakammer des Laacher See-Vulkans erstreckt sich bis in eine Tiefe von zehn Kilometern und ist schräg in Richtung des Neuwieder Beckens geneigt. Diese Entdeckung stellt bisherige Annahmen in Frage und könnte wichtige Hinweise auf zukünftige vulkanische Aktivitäten liefern.
Besonders aufschlussreich war die Entdeckung von über tausend Mikrobeben innerhalb eines Jahres. Diese minimalen Erschütterungen konzentrierten sich in einem schmalen, vertikalen Bereich zwischen Ochtendung und dem Laacher See. Auch an den Rändern von Zonen, in denen sich seismische Wellen ungewöhnlich ausbreiten, wurden vermehrt Beben registriert. Diese Beobachtungen werfen neue Fragen auf, die in zukünftigen Studien weiter untersucht werden sollen.
Prof. Dr. Torsten Dahm, der Leiter des Experiments, betonte die Bedeutung der starken Reflexionen seismischer Wellen an Schichtgrenzen in der oberen und unteren Kruste unter dem Neuwieder Becken. Diese Reflexionen deuten auf die Ansammlung von Fluiden hin, deren genaue Natur noch unklar ist. Die Ergebnisse dieser umfassenden Studie wurden in mehreren Fachzeitschriften veröffentlicht und bilden eine wichtige Grundlage für die zukünftige Bewertung der vulkanischen Aktivität in der Eifel.
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