UGANDA / LONDON (IT BOLTWISE) – Forscher in Uganda haben durch den Einsatz von Kamerafallen in einem Nationalpark unerwartete Einblicke in die Verbreitung des Marburg-Virus gewonnen. Die Aufnahmen zeigen, wie verschiedene Tierarten, darunter Leoparden und Affen, mit den virusübertragenden Fledermäusen interagieren. Diese Beobachtungen könnten entscheidend für das Verständnis der Virusübertragung auf den Menschen sein.

In einem bemerkenswerten Forschungsprojekt in Uganda haben Wissenschaftler durch den Einsatz von Kamerafallen in einem Nationalpark unerwartete Einblicke in die Verbreitung des Marburg-Virus gewonnen. Ursprünglich zur Beobachtung von Leoparden und Hyänen aufgestellt, erfassten die Kameras auch zahlreiche andere Tiere, die sich an den in der Nähe einer Höhle lebenden ägyptischen Fruchtfledermäusen gütlich taten. Diese Fledermäuse sind bekannte Träger des Marburg-Virus, das beim Menschen eine tödliche hämorrhagische Fiebererkrankung auslösen kann.
Die Aufnahmen zeigen, wie verschiedene Tierarten, darunter blaue Meerkatzen, Kronenadler und Nilwarane, die Höhle aufsuchen, um Fledermäuse zu fangen oder zu fressen. Besonders bemerkenswert ist die Beobachtung eines Leoparden, der sich aufrichtet, um lebende Fledermäuse zu erbeuten – ein Verhalten, das bisher nicht dokumentiert war. Diese Interaktionen könnten wichtige Hinweise darauf liefern, wie das Virus von Fledermäusen auf andere Tiere und letztlich auf den Menschen übertragen wird.
Besorgniserregend ist auch die Tatsache, dass mehr als 200 Menschen, darunter Touristen und Schüler, die Höhle während des Untersuchungszeitraums besuchten, obwohl Warnungen vor dem Marburg-Virus ausgehängt waren. Nur ein Besucher trug eine Maske. Diese Unachtsamkeit könnte das Risiko einer Virusübertragung erheblich erhöhen, da der Kontakt mit Fledermauskot oder -urin als Hauptübertragungsweg gilt.
Die Bedeutung dieser Forschungsergebnisse liegt nicht nur in der Dokumentation potenzieller Zwischenwirte für das Virus, sondern auch in der Sensibilisierung für die Gefahren, die von solchen natürlichen Hotspots ausgehen. Die Erkenntnisse könnten dazu beitragen, zukünftige Ausbrüche besser zu verstehen und zu verhindern. Wissenschaftler betonen die Notwendigkeit, Schutzmaßnahmen zu ergreifen und das Bewusstsein für die Risiken zu schärfen, die von der Nähe zu solchen Höhlen ausgehen.
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