BRÜSSEL / LONDON (IT BOLTWISE) – Ab Januar 2026 werden spezifische TARIC-Codes für Präferenzursprünge in der Pan-Euro-Mittelmeer-Zone verpflichtend. Diese Änderung soll die Komplexität der Ursprungsregeln verringern und die Zollabwicklung erleichtern. Unternehmen müssen ihre Systeme anpassen, um von den Zollvorteilen zu profitieren und Verzögerungen zu vermeiden.

Die Europäische Kommission hat eine bedeutende Änderung für den Handel in der Pan-Euro-Mittelmeer-Zone angekündigt: Ab Januar 2026 sind spezifische TARIC-Codes für Präferenzursprünge verpflichtend. Diese Maßnahme beendet eine lange Übergangsphase und zielt darauf ab, die komplexen Ursprungsregeln zu vereinfachen. Unternehmen, die in dieser Region tätig sind, müssen ihre Systeme und Prozesse anpassen, um weiterhin von Zollvorteilen zu profitieren und Verzögerungen zu vermeiden.
Die Einführung der neuen TARIC-Codes ist Teil der Modernisierung des Regionalen Übereinkommens über die Pan-Europa-Mittelmeer-Präferenzursprungsregeln. Bis Ende 2025 hatten Unternehmen die Wahl zwischen alten und neuen Regeln, abhängig vom Partnerland. Diese Flexibilität endet nun, da für jedes bilaterale Abkommen innerhalb der PEM-Zone ein einziges, klar definiertes Regelwerk gilt. Die neuen Codes sind entscheidend, um den präferenziellen Ursprung einer Ware korrekt zu deklarieren.
Für Importeure und Exporteure bedeutet dies, dass ihre IT-Systeme aktualisiert werden müssen, um die neuen TARIC-Codes korrekt zu integrieren. Auch die Schulung der Mitarbeiter in Zoll- und Logistikabteilungen ist unerlässlich. Die EU-Kommission hat neue Unterlagencodes für das Zollanmeldungssystem ATLAS eingeführt, die den jeweiligen Ursprungsnachweis präzise kennzeichnen. Fehlende oder falsche Codes können zu Nachfragen, Verzögerungen oder sogar zum Verlust von Zollvorteilen führen.
Die Modernisierung der PEM-Regeln bringt nicht nur neue Pflichten, sondern auch Vorteile mit sich. Dazu gehören eine höhere Toleranzgrenze für Fremdmaterial, die Abschaffung des strikten Drawback-Verbots für die meisten Produkte und die Einführung der vollen Kumulierung. Diese Vereinfachungen sollen die Wettbewerbsfähigkeit in der über 20 Länder umfassenden PEM-Zone stärken. Langfristig sollen die neuen Regelungen zu mehr Rechtssicherheit führen.
Unternehmen sollten die Entwicklungen in der PEM-Zone weiterhin aufmerksam verfolgen, da nicht alle Vertragsparteien die neuen Abkommen ratifiziert haben. Die korrekte Handhabung des Präferenzrechts bleibt komplex, doch die jüngsten Änderungen zielen darauf ab, das System transparenter zu machen. Für Unternehmen, die ihre Prozesse jetzt anpassen, bieten die modernisierten PEM-Regeln eine solide Grundlage, um Zollvorteile auch künftig sicher zu nutzen.
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