VANCOUVER / LONDON (IT BOLTWISE) – Nicola Mining meldet den erfolgreichen Abschluss des ersten Bohrlochs im neu identifizierten Zielgebiet Jotun im Copper-Projekt New Craigmont bei Merritt. Das Bohrloch JT-26-001 traf eine porphyrtypische Alterationsabfolge und sichtbares gediegenes Kupfer entlang strukturkontrollierter Zonen. Parallel dazu lief 2026 ein groß angelegtes Explorationsprogramm mit Mobile-Magnetotellurik-Messungen und umfangreicher MMI-Bodenprobenahme in zwei Porphyr-Teilzielen. Die gewonnenen Daten sollen die Zieldefinition für ein offensives Bohrprogramm im Jahr 2027 deutlich verfeinern.

Nicola Mining bohrt erstmals bei Jotun: Neue Porphyr-Kupfer-Hinweise in New Craigmont
Nicola Mining bohrt erstmals bei Jotun: Neue Porphyr-Kupfer-Hinweise in New Craigmont (Foto: IT BOLTWISE)
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Nicola Mining startet mit einem klaren Signal in die nächste Explorationsphase: Nach dem erfolgreichen Abschluss des ersten Bohrlochs im neu identifizierten Zielgebiet Jotun bestätigt das Unternehmen geologische Merkmale, die zu einem aussichtsreichen Porphyr-Kupfer-Ziel passen. Jotun liegt im zu 100 % unternehmenseigenen Konzessionspaket New Craigmont nahe Merritt in British Columbia. Damit bewegt sich Nicola vom reinen Modellieren und Priorisieren hin zu belastbaren Boden- und Untergrundindikatoren, die das Explorationsmodell weiter schärfen. Der entscheidende Punkt für den Markt: Eine bestätigte Zielgeologie reduziert das Risiko späterer Fehlbohrungen und verbessert die Trefferwahrscheinlichkeit, gerade wenn strukturelle und hydrothermale Faktoren – wie bei Porphyrsystemen üblich – die Mineralisierung stark steuern.

Technisch betrachtet war JT-26-001 auf 840 Meter Tiefe ausgerichtet und durchteufte überwiegend Hornblende-Diorit der Guichon Creek Border Phase. In der Bohrung wechselte die Alterationsintensität über die gesamte Strecke deutlich. Nicola beschreibt dabei Paragenesen, die zwischen propylitischer, serizitischer und kaliumhaltiger Ausprägung pendeln. Solche vertikalen und zonierten Muster sprechen häufig für eine dynamische, mehrphasige hydrothermale Entwicklung. Besonders relevant ist zudem, dass das Bohrloch mehrere Verwerfungszonen sowie stark zerklüftete Abschnitte antraf. Einige davon stehen laut Unternehmen im Zusammenhang mit Ton-Verwerfungsletten, Hämatit-Limonit-Alteration und remobilisierter Kupfermineralisierung – also genau den Korridoren, über die fluide Lösungen im Untergrund Wege finden.

In den Mittelpunkt rückt dabei die strukturelle Signatur der Mineralisierung: In mehreren Strukturen fand Nicola sichtbares gediegenes Kupfer entlang von Brüchen und Verwerfungsflächen, verknüpft mit Hämatit- und Limonit-Alteration. Das Unternehmen interpretiert dies als Hinweis auf eine komplexe hydrothermale Vorgeschichte und argumentiert, dass lokal begrenzte Bedingungen mit niedriger Fugazität von Schwefel sowie reduzierende Milieus im Spätstadium eine Rolle gespielt haben könnten. Für die praktische Exploration ist das mehr als eine geochemische Fußnote: Wenn Kupfer in strukturell kontrollierten Zonen sichtbar auftritt, lässt sich daraus ableiten, wo Fluide aktiv waren und wie die Mineralablagerung erfolgte. Genau diese Logik soll im nächsten Schritt in zielgerichtete Bohransätze übersetzt werden.

Dass Jotun als Porphyrziel nicht nur „plausibel“, sondern auch inhaltlich untermauert ist, zeigt Nicola über weitere Details. Der obere Abschnitt von 186 Metern weist die stärkste und vielversprechendste porphyrartige Alteration auf, die bislang bei New Craigmont erbohrt wurde. Laut Meldung zeichnet sich dieser Bereich vor allem durch eine höhere Dichte an Quarz-K-Feldspat-Gängen aus. Zudem beschreibt das Unternehmen bornithaltige Gänge als Hauptkomponente der Mineralisierung, begleitet von untergeordneten Chalkopyrit-Bornit-Paragenesen, die in Gängchen, Brüchen und lokalisierten Alterationshöfen auftreten. Diese Kombination stützt die Vorstellung eines sich entwickelnden hydrothermalen Systems mit möglichen Übergangseigenschaften zwischen porphyrartiger und skarngebundener Mineralisierung.

Parallel zur Kernbohrung lief 2026 ein technisch breit aufgestelltes Programm, das im Zusammenspiel mit den Bohrergebnissen die Zieldefinition verbessern soll. Dazu gehört eine geophysikalische Flugvermessung, die das gesamte Konzessionsgebiet New Craigmont abdeckt, sowie eine Mobile-Magnetotellurik-(„Mobile MT“)-Vermessung über dem Konzessionsgebiet. Insgesamt umfasste diese Kampagne rund 1.436 Linienkilometer mit Messlinienabständen von etwa 100 Metern. Im Kern geht es um eine höher aufgelöste Abbildung des Untergrunds, insbesondere zur besseren Definition von Widerstandsmerkmalen unter der Deckschicht. Experten vergleichen solche Ansätze häufig mit „Zwischenstufen“ zwischen regionalen Daten und punktgenauer Zielmodellierung: Mehr Auflösung ersetzt nicht die Bohrung, macht aber die Zielgeometrie deutlich formbarer.

Ein zweites Standbein bilden Bodenprobenahmen im Zielgebiet Draken, einem weiteren sich abzeichnenden Porphyrzentrum. Nicola hat dort ein MMI-Programm („mobile metal ions“) abgeschlossen, um geochemische Signaturen im Umfeld einer möglichen Sulfidmineralisierung zu erfassen. Draken weist nach Unternehmensangaben nur begrenzte Grundgebirgsausbisse auf und ist zu weiten Teilen bedeckt – genau der Kontext, in dem MMI-Bodenmessungen als explorative Methode besonders sinnvoll sein können. Die Kampagne erstreckte sich über etwa 3,5 mal 2,5 Kilometer (rund 8,75 Quadratkilometer) mit etwa 1.000 Proben, entnommen entlang von Linien im Abstand von etwa 200 Metern und mit Probennahmeabständen von rund 50 Metern. Analytisch wurden die Arbeiten durch Geotronics Consulting Inc. koordiniert, während SGS Canada Inc. die Laborleistungen erbrachte. Das Zusammenspiel aus geophysikalischer Leitfähigkeitssignatur und mobilen Ionenprofilen kann helfen, potenzielle Mineralisierungskorridore „unter der Oberfläche“ zu priorisieren.

Marktseitig ist die Botschaft klar: Nicola positioniert sich für ein offensives und stark fokussiertes Vorgehen im Jahr 2027. Der Datensatz aus Bohrung, Mobile MT und MMI soll laut Management die Zielerstellung für künftige Bohrungen erheblich verfeinern und die Ausrichtung auf potenzielle Mineralisierungszentren optimieren. Interessant ist, dass Nicola mehrere Datenquellen zusammenführt, inklusive der Bohrlöcher NC23-005 und NC23-006 sowie der Ergebnisse der diesjährigen Mobile-MT-Vermessung. Wer den Markt für Porphyr-Exploration beobachtet, weiß: Die „Time-to-Next-Drill“ zählt, weil Kapital und Aufmerksamkeit nur begrenzt zur Verfügung stehen. Vergleichbare Projekte, die eine neue Zielstruktur nach geophysikalischer Neuinterpretation schnell mit Kernbohrungen verifizieren, schaffen überproportionalen Druck auf die Konkurrenz, weil sie die Datendichte erhöhen und damit den Risikoaufschlag senken können.

Für die Zukunft dürfte entscheidend sein, wie gut Nicola das strukturgeführte Mineralisierungsmodell in ein Bohrplanungs-Framework übersetzt. Das Unternehmen erwartet, dass eine Datenbank mit allen bisherigen Bohrungen aufgebaut werden kann – ein Schritt, der in der Praxis oft unterschätzt wird, weil er erst die systematische Modellierung über Bohrkampagnen hinweg erlaubt. Zusätzlich ist die vollständige Verarbeitung des geochemischen pXRF- und SWIR-Datensatzes während der Saison geplant; die Analyse des Bohrlochs JT-26-001 soll im Juli erfolgen. Auf Enterprise-Ebene lässt sich das als Analogon zu „Model Governance“ beschreiben: Wenn die Datenpipeline zuverlässig ist und die Parameter konsistent gepflegt werden, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Zielkonzepte durch alte Annahmen verzerrt werden. Für regulatorische und Compliance-Themen bleibt zudem wichtig, dass wissenschaftliche und technische Angaben von einem qualifizierten Sachverständigen geprüft und genehmigt wurden (NI 43-101). Damit ist die Basis für belastbare, später kommunizierbare Explorationsergebnisse gelegt – Voraussetzung, um im nächsten Jahr nicht nur zu bohren, sondern die Ergebnisse in eine robuste Weiterentwicklung der Ressourcenkonzeption zu überführen.


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