FRANKFURT / LONDON (IT BOLTWISE) – Die europäischen Aktienmärkte stehen unter Druck, da der rasante Anstieg der Ölpreise Inflationsängste schürt. Der Brent-Ölpreis erreichte mit über 92 Dollar pro Barrel den höchsten Stand seit Kriegsbeginn, was die Stimmung der Anleger belastet.

Die europäischen Aktienmärkte erlebten am Freitag einen weiteren Rückgang, da der rapide Anstieg der Ölpreise die Inflationsängste verstärkte. Der Preis für Brent-Öl stieg um über 8 Prozent auf mehr als 92 Dollar pro Barrel, den höchsten Stand seit Beginn des Krieges vor knapp einer Woche. Diese Entwicklung belastete die Stimmung der Anleger erheblich.
Der DAX fiel um 0,9 Prozent auf 23.591 Punkte, während der Euro-Stoxx-50 um 1,1 Prozent nachgab. Der Dollar wurde als sicherer Hafen weiterhin stark nachgefragt, was den Euro unter Druck setzte. Der Euro notierte zuletzt bei rund 1,16 Dollar, nachdem er im Tagestief unter 1,1550 gefallen war.
Die steigenden Ölpreise führten auch zu einem Anstieg der Renditen am Anleihemarkt. Die Rendite der deutschen zehnjährigen Staatsanleihen stieg auf 2,86 Prozent, etwa 20 Basispunkte mehr als vor Ausbruch des Krieges. An den Zinsmärkten wird nun eher mit einer Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank gerechnet, um den erwarteten Inflationsanstieg zu bekämpfen.
Die geopolitische Lage führte zu einer verstärkten Nachfrage nach Rüstungsaktien. Rheinmetall, Leonardo und Thales verzeichneten Kursgewinne, während im MDAX Hensoldt und Renk ebenfalls zulegten. TKMS-Aktien stiegen um 3,3 Prozent. In Zürich verloren Roche 2,9 Prozent, während Zealand in Kopenhagen um 36,4 Prozent einbrach, nachdem ein gemeinsam mit Roche entwickeltes Adipositas-Medikament in einer Studie enttäuschte.
Im Technologiesektor waren Infineon das Schlusslicht im DAX, nachdem die UBS ihre Empfehlung von “Buy” auf “Hold” gesenkt hatte. Dies wurde mit Risiken durch ein begrenztes KI-Umsatzziel bis 2027 und einer schwächeren Nachfrage aus China begründet. Auch andere Technologiewerte wie ASML und STMicro gerieten unter Druck.
Lanxess erlebte im MDAX einen Einbruch um 17,4 Prozent, da das Unternehmen Anteile an einem Gemeinschaftsunternehmen mit Advent nicht wie geplant verkaufen konnte. Lufthansa zeigte sich von den Geschäftszahlen kaum bewegt, obwohl die Airline im vergangenen Jahr den höchsten Umsatz ihrer Geschichte erzielte.
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