LONDON (IT BOLTWISE) – Die Ölpreise stehen erneut unter Druck, da politische Entwicklungen zwischen den USA und dem Iran den Markt beeinflussen. Gespräche über eine mögliche Einigung haben die zuvor steigenden Preise gebremst. Gleichzeitig bleibt die Lage im Persischen Golf angespannt, was die Angebotsseite weiter belastet.

Die Ölpreise befinden sich zu Beginn der Woche erneut im Abwärtstrend, nachdem sie zuvor über die Marke von 100 US-Dollar gestiegen waren. Der Grund für die jüngste Entwicklung sind neue Hoffnungen auf Gespräche zwischen den USA und dem Iran, die die zuvor starke Aufwärtsbewegung gebremst haben. Für Verbraucher im Inland bedeutet dies, dass die Heizölpreise vorerst wieder sinken.
Die Rohölsorten Brent und WTI starteten am Dienstag ohne klare Richtung und bewegten sich unter der Marke von 100 US-Dollar. Noch zu Wochenbeginn hatten die Preise deutlich angezogen, nachdem die Gespräche zwischen Washington und Teheran in Islamabad gescheitert waren. Inzwischen sorgt ein vorsichtiger Stimmungswechsel auf politischer Ebene für Bewegung nach unten.
US-Präsident Donald Trump erklärte, der Iran habe erneut Kontakt aufgenommen und signalisiere Interesse an einer Einigung. Auch aus Teheran kommen ähnliche Töne. Man sei weiterhin bereit für Gespräche, Differenzen ließen sich jedoch nicht in einer einzigen Runde klären. Unterdessen verschärft sich die Lage im Persischen Golf weiter. Die USA haben begonnen, Schiffe mit Bezug zu iranischen Häfen zu kontrollieren, was den Verkehr durch die Straße von Hormus erneut beeinträchtigt.
Seit Beginn des Konflikts im März ist der Ölfluss durch den Persischen Golf gestört. Tanker werden umgeleitet, verzögern ihre Fahrten oder meiden die Route. Selbst wenn Gespräche wieder aufgenommen werden, dürfte es dauern, bis sich diese Störungen im Handel abbauen. Aus Teheran kommen klare Signale. Präsident Masoud Pezeshkian betont im Austausch mit Frankreich die Bedeutung der Straße von Hormus für den Welthandel und warnt vor den Folgen weiterer Spannungen.
Frankreich versucht derweil, Bewegung in die festgefahrene Lage zu bringen. Präsident Emmanuel Macron führt Gespräche mit beiden Seiten. Auch Ägypten und die Türkei werden als mögliche Orte für neue Verhandlungen genannt. In diesem Zusammenhang meldet sich auch Russland wieder zu Wort. Der Kreml hat bekräftigt, weiterhin bereit zu sein, iranisches angereichertes Uran auf russischem Territorium zu lagern.
Auch im Inland wird das Preisniveau milder. Die Heizölpreise geben im Inland nach der gestrigen Korrektur spürbar nach. In Deutschland liegt das aktuelle Niveau bei rund 1,39 Euro je Liter, in Österreich bei knapp 1,86 Euro je Liter und in der Schweiz bei rund 1,36 Franken je Liter. Damit geht die Achterbahnfahrt bei den Heizölpreisen weiter.
Seit Beginn des Konflikts im März hat sich im Inland vieles verschoben. Insgesamt wird weniger gekauft, viele Haushalte halten sich zurück und schauen genauer hin, bevor sie bestellen. Größere Käufe werden häufiger aufgeschoben, solange noch genug im Tank ist. Die starke Bewegung am Markt sorgt immer wieder für solche Preistäler, in denen Heizöl kurzfristig günstiger wird.
Wer den Markt beobachtet, kann diese Phasen gezielt nutzen. Ein Blick auf den April-Monatsdurchschnitt zeigt, wie viel Spielraum darin steckt: In Deutschland liegt dieser bei 1,47 Euro, in Österreich bei 1,88 Euro und in der Schweiz bei 1,52 Franken je Liter. Aktuell liegt das Preisniveau also spürbar darunter. Wer noch ausreichend im Tank hat, kann die aktuelle Entwicklung einfach aussitzen. Der Markt bleibt nervös und könnte immer wieder günstigere Einstiegsfenster bieten.
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