LOS ANGELES / LONDON (IT BOLTWISE) – Orbital Inc., ein Startup aus Los Angeles, plant die Nutzung von Sonnenenergie zur Unterstützung von KI-Inferenz im Weltraum. Mit einer Flotte von kleinen Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn will das Unternehmen die Energieprobleme der Datenzentren auf der Erde umgehen.

Die rasante Entwicklung großer Sprachmodelle treibt weltweit den Bau von Datenzentren voran und erhöht den Energiebedarf erheblich. Orbital Inc., ein Startup aus Los Angeles, hat sich zum Ziel gesetzt, diese Herausforderung durch den Einsatz von Sonnenenergie im Weltraum zu bewältigen. Das Unternehmen plant, eine Konstellation von kleinen Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn zu starten, die mit GPU-Servern ausgestattet sind, um KI-Inferenz durchzuführen.
Orbital setzt auf die nahezu unerschöpfliche Sonnenenergie, die im Weltraum verfügbar ist, um die Rechenleistung für Anwendungen wie Chatbots und Agenten bereitzustellen. Diese Strategie könnte die Energieprobleme der terrestrischen Datenzentren umgehen. Euwyn Poon, Gründer und CEO von Orbital, betont, dass die Kapazitäten auf der Erde nicht ausreichen und der Weltraum eine vielversprechende Alternative bietet.
Die Vision von Orbital umfasst bis zu 10.000 Satelliten, die jeweils mit 100 Kilowatt Leistung ausgestattet sind. Diese Satelliten sollen ein verteiltes Cloud-Netzwerk bilden, das ähnlich wie SpaceX’s AI Sat Mini funktioniert. Der erste Testflug ist für 2027 geplant, bei dem ein Prototyp-Satellit an Bord einer SpaceX Falcon 9 gestartet wird, um die GPU-Operationen im Orbit zu validieren.
Die Umsetzung von Datenzentren im Weltraum bringt jedoch erhebliche technische Herausforderungen mit sich. Die Kühlung der Systeme erfolgt durch Strahlung in den Weltraum, da herkömmliche Kühlmethoden nicht anwendbar sind. Zudem ist die Wartung der Satelliten im Weltraum schwierig und kostspielig. Orbital plant, diese Herausforderungen durch umfangreiche Tests und die Entwicklung von Technologien zur Strahlungshärtung der GPUs zu bewältigen.
Experten wie Dr. Amit Verma von der Texas A&M University Kingsville äußern Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit und der Machbarkeit solcher Projekte. Dennoch bleibt Orbital optimistisch und plant, bis 2028 eine Produktionsstätte in Los Angeles zu errichten, um die Satelliten in Serie zu fertigen. Die langfristige Vision ist es, große Modelllabore wie OpenAI und Anthropic als Kunden zu gewinnen, die von der KI-Inferenz im Weltraum profitieren könnten.
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