STUTTGART / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Personaldienstleister Bera aus Schwäbisch Hall hat erneut Insolvenz angemeldet. Trotz eines Neustarts zu Jahresbeginn sieht sich das Unternehmen gezwungen, drastische Maßnahmen zu ergreifen, darunter die Schließung der Niederlassung in Neckarsulm. Die Arbeitnehmerüberlassung, einst ein zentraler Geschäftsbereich, ist nahezu vollständig eingebrochen.

In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist es keine Seltenheit, dass Unternehmen, die bereits aus der Insolvenz gerettet wurden, erneut in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Ein aktuelles Beispiel ist der Personaldienstleister Bera GmbH aus Schwäbisch Hall, der am 3. Dezember 2025 erneut Insolvenz angemeldet hat. Das Amtsgericht Heilbronn hat ein Regelverfahren eingeleitet und Marcus Egner von der Kanzlei Dietz, Tonhäuser & Partner als vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.
Die Bera GmbH, die ursprünglich als Franchiseunternehmen des Dekra-Konzerns gegründet wurde, hat sich im Laufe der Jahre zu einer der größten Zeitarbeitsfirmen in der Region entwickelt. Doch die Zeiten, in denen das Unternehmen rund 250 Mitarbeiter beschäftigte, sind vorbei. Aktuell sind es nur noch 59 Angestellte, deren Gehälter über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert sind.
Ein wesentlicher Grund für die erneute Insolvenz ist der nahezu vollständige Einbruch der Arbeitnehmerüberlassung. Marcus Egner erklärte, dass das Unternehmen in diesem Bereich keine Aufträge mehr habe und die geplante Nachfolgeregelung nicht wie erwartet funktioniert habe. Daher soll die Arbeitnehmerüberlassung zum Jahresende eingestellt und die Niederlassung in Neckarsulm geschlossen werden.
Die Bera GmbH plant, sich künftig ausschließlich auf die Vermittlung von Fachkräften in neue Anstellungen zu konzentrieren. Diese strategische Neuausrichtung geht mit erheblichen Einschnitten einher, die auch den Verlust von Arbeitsplätzen bedeuten könnten. Der vorläufige Insolvenzverwalter prüft derzeit Sanierungsoptionen und sucht nach einem möglichen Käufer für das Unternehmen.
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