NEW YORK / LONDON (IT BOLTWISE) – Pfizer hat einen strategischen Schritt unternommen, um sich gegen die drohenden Strafzölle der Trump-Regierung abzusichern. Durch ein Most-Favored-Nation-Abkommen mit der US-Regierung kann das Unternehmen seine Medikamente zu den niedrigsten Preisen anbieten, die es anderen Industrieländern gewährt, und bleibt somit für drei Jahre von den Zöllen verschont.

Pfizer hat kürzlich einen bedeutenden Schritt unternommen, um sich gegen die drohenden Strafzölle der Trump-Regierung abzusichern. Ein Most-Favored-Nation-Abkommen (MFN) mit der US-Regierung ermöglicht es dem Unternehmen, seine Medikamente zu den niedrigsten Preisen anzubieten, die es anderen Industrieländern gewährt. Dies schützt Pfizer für drei Jahre vor den angekündigten 100-prozentigen Zöllen auf patentierte Pharmaimporte, die ab dem 31. Juli 2026 in Kraft treten sollen.
Analysten erwarten, dass Pfizer trotz sinkender Gewinne einen leichten Umsatzanstieg verzeichnen wird. Der Konsens rechnet mit einem Gewinn von 0,74 Dollar je Aktie, was einem Rückgang von knapp 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der Umsatz hingegen wird auf 13,82 Milliarden Dollar geschätzt, ein Plus von rund 0,8 Prozent. Interessanterweise liegt die präziseste Einzelschätzung unter dem Konsens, was auf zunehmenden Pessimismus unter Analysten hindeutet.
Pfizer hat in den vergangenen vier Quartalen die Erwartungen stets übertroffen. Zuletzt lieferte der Konzern 0,66 Dollar je Aktie, während der Markt nur 0,57 Dollar erwartet hatte. Diese positive Bilanz könnte das Vertrauen der Anleger stärken, insbesondere angesichts der aktuellen Herausforderungen durch die Zollpolitik.
Das MFN-Abkommen ist nicht nur ein Schutzschild gegen Zölle, sondern auch Teil einer umfassenderen Strategie. Pfizer hat sich verpflichtet, 70 Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung sowie den Ausbau der US-Produktion zu investieren. Diese Maßnahmen sollen nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens stärken, sondern auch die Abhängigkeit von Importen reduzieren.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Pfizer einen Umsatz zwischen 59,5 und 62,5 Milliarden Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,80 bis 3,00 Dollar. Das organische Umsatzwachstum außerhalb des COVID-Portfolios und auslaufender Patente soll bei rund 4 Prozent liegen. Diese Prognosen berücksichtigen bereits die Auswirkungen der aktuell geltenden Zölle.
Die Pfizer-Aktie notiert derzeit bei 22,50 Euro und liegt damit rund 9 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von Ende März. Mit einem Forward-KGV von knapp 9 ist die Aktie deutlich günstiger bewertet als der Branchendurchschnitt von rund 14. Analysten sehen im Schnitt ein Kurspotenzial bis 29,29 Dollar, was einem Aufschlag von gut 11 Prozent auf den aktuellen Kurs entspricht.
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