LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie zeigt, dass politische Unterschiede in der Einstellung zum Klimawandel mit messbaren Wissenslücken über das Thema verbunden sind. Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass linke Teilnehmer in Tests zum Klimawissen besser abschneiden als rechte Teilnehmer, was zu unterschiedlichen Ansichten über Umweltpolitik und persönliche Verhaltensweisen führt.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie im Journal of Environmental Psychology zeigt, dass politische Unterschiede in der Einstellung zum Klimawandel mit messbaren Wissenslücken über das Thema verbunden sind. Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass linke Teilnehmer in Tests zum Klimawissen besser abschneiden als rechte Teilnehmer, was zu unterschiedlichen Ansichten über Umweltpolitik und persönliche Verhaltensweisen führt.
In vielen westlichen Ländern bleibt der Klimawandel ein stark polarisierendes Thema. Umfragen zeigen regelmäßig, dass Wähler auf der politischen Linken Umweltveränderungen als dringendes Problem ansehen, das sofortige staatliche Eingriffe erfordert. Wähler auf der politischen Rechten hingegen äußern oft Skepsis gegenüber der Schwere der menschengemachten Erderwärmung und lehnen häufig Maßnahmen zur Minderung der wahrgenommenen Auswirkungen ab.
Psychologen und Politikwissenschaftler haben verschiedene Erklärungen für diese parteipolitische Kluft vorgeschlagen. Einige Theorien besagen, dass konservative Wähler Klimaschutzmaßnahmen ablehnen, weil neue Vorschriften etablierte Wirtschaftsstrukturen bedrohen oder persönliche Freiheiten einschränken. Andere Ansätze schlagen vor, dass linke und rechte Individuen einfach unterschiedliche Philosophien darüber haben, wie individuelles Verhalten die globale Gemeinschaft beeinflusst.
Die Forscher Christopher Stockus und Ethan Zell untersuchten, ob eine objektive Wissenslücke zwischen politischen Gruppen besteht. Sie wollten herausfinden, ob diese Wissenslücke die Unterschiede in der Wahrnehmung der Notwendigkeit von Umweltpolitik erklären könnte. In ihrer ersten Studie rekrutierten sie 217 amerikanische Erwachsene, die sich stark als Demokraten oder Republikaner identifizierten. Die Teilnehmer absolvierten ein Quiz mit zehn Fragen zu den Ursachen und Folgen des Klimawandels.
Die Ergebnisse zeigten, dass Demokraten eine deutlich höhere Trefferquote und eine niedrigere Fehlalarmrate als Republikaner hatten. Linke Teilnehmer erkannten echte Fakten besser und lehnten falsche Aussagen ab. Demokraten erzielten auch höhere Werte bei Fragebögen, die ihre Besorgnis über die Umwelt und ihre Unterstützung nationaler Ziele zur Reduzierung von Kohlenstoffemissionen maßen.
Um diese Ergebnisse zu überprüfen, führten Stockus und Zell eine zweite Studie mit 216 amerikanischen Erwachsenen durch, die bei Präsidentschaftswahlen gewählt hatten. Die Verfahren ähnelten dem ersten Experiment, jedoch wurde eine Umfrage zu täglichen Umweltgewohnheiten hinzugefügt. Die Ergebnisse der zweiten Studie stimmten weitgehend mit der ersten überein. Demokraten zeigten erneut eine höhere Fähigkeit, Fakten zu erkennen und Fiktionen abzulehnen.
Um zu testen, ob dieses Muster außerhalb der Vereinigten Staaten existiert, führte das Team eine dritte Studie im Vereinigten Königreich durch. Sie rekrutierten 216 britische Erwachsene, die sich als Unterstützer der linken Labour-Partei oder der rechten Konservativen Partei identifizierten. Insgesamt zeigten Labour-Unterstützer eine höhere Trefferquote für Fakten als konservative Unterstützer. Obwohl der Wissensunterschied im Vereinigten Königreich etwas kleiner war als in den USA, blieb das zugrunde liegende Muster bestehen.
Die Forscher weisen darauf hin, dass die Daten eine starke Verbindung zwischen politischer Zugehörigkeit, Klimawissen und Umweltbewusstsein zeigen, jedoch einige Einschränkungen bestehen. Die prominenteste Einschränkung ist das Querschnittsdesign der Studie, das Daten zu einem einzigen Zeitpunkt erfasst. Aufgrund dieses Designs können die Forscher keine festen Ursache-Wirkungs-Beziehungen feststellen.
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