QUEBEC / LONDON (IT BOLTWISE) – Predictive Discovery liefert für das bis 30. Juni 2026 laufende Quartal vor allem operativen Output: 64.026 Unzen Gold in Kiniéro und Nampala, ergänzt durch eine Cash-Marge aus dem operativen Geschäft von 112 Mio. US-Dollar. Die AISC summieren sich auf 1.408 US-Dollar je Unze, während das Unternehmen für 2026 an einer Produktionsspanne von 198.000 bis 220.000 Unzen festhält. Für das Bankan-Projekt sind FEED-Schritte abgeschlossen und die Detailplanung startet im Juli 2026. In Guinea läuft parallel ein neuer Raffinationsrahmen an, der die Goldveredelung vor dem Export zwingender macht.

Im Juni-Quartal hat Predictive Discovery (ASX: PDI, TSX: PDI) die operative Erzählung seiner Geschäftsentwicklung sehr klar an harte Kennzahlen gekoppelt: Insgesamt wurden 64.026 Unzen Gold gefördert und damit 33 % mehr als im März-Quartal (48.178 Unzen) berichtet. Der wichtigste Treiber lag dabei in Kiniéro, wo die Kombination aus höherem Durchsatz und verbesserter Ausbringung die Förderleistung stabilisiert. Für Anleger und operativ interessierte Beobachter ist vor allem die Gleichzeitigkeit aus Produktion, Absatz und Cash-Performance auffällig: Der Goldabsatz stieg um 17 % auf 48.924 Unzen, wobei der Bericht zugleich einräumt, dass der Zeitpunkt der Lieferungen am Ende des Quartals den Absatzrhythmus beeinflusste. Die Preisentwicklung blieb dagegen Gegenwind, denn der erzielte Preis lag bei 4.441 US-Dollar je Unze und damit 8 % unter dem Niveau des März-Quartals.
Technisch und kaufmännisch verdichtet sich das Quartal in der Kosten- und Marzenlogik. Die Gesamtkosten auf Basis der AISC (All-in Sustaining Cost) lagen bei 1.408 US-Dollar je Unze, ebenfalls ein Plus gegenüber 1.192 US-Dollar je Unze im Vorquartal. In der Darstellung wird das nicht nur pauschal als “mehr Investitionsausgaben” erklärt, sondern mit betrieblicher Ursache: In Nampala wirkten höhere laufende Investitionen sowie verstärkte Abraumarbeiten, während in Kiniéro eine Normalisierung der Abbaukosten nach der Aufbereitung von ROM-Halden (Run-of-Mine) für den Kostenanstieg verantwortlich gemacht wird. Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass die Cash-Marge stark blieb: Sie betrug 112 Mio. US-Dollar, weil Kundenzahlungen in Höhe von 217 Mio. US-Dollar Betriebskosten von 105 Mio. US-Dollar gegenüberstanden. Für die Interpretation ist das wichtig, weil ein steigendes AISC nicht automatisch eine schwächere Liquiditätswirkung bedeutet, solange die Zahlungsflüsse aus dem Absatz im gleichen Takt kommen.
In der operativen Detailbetrachtung werden die Unterschiede zwischen Kiniéro und Nampala sichtbar. Kiniéro lieferte im Quartal 54.252 Unzen (42 % mehr als 38.178 Unzen im März-Quartal) bei einer AISC von 1.254 US-Dollar je Unze. Die Ausbringung stieg auf 90,5 % (von 90,1 %), und der Durchsatz lag im Bereich von etwa 9,0 Mio. Tonnen pro Jahr – damit 50 % über der Nennkapazität. Der Bericht verbindet diese Leistung mit einer weiterhin stabilen Anlagenführung und Optimierungen in den Aufbereitungskreisläufen, also genau den Stellhebeln, die in Hochlaufphasen häufig die größten Margeneffekte liefern. Nampala hingegen kam auf 9.774 Unzen (leicht unter den 10.000 Unzen im Vergleichsquartal, dafür mit deutlichem 10 %-Wachstum beim Absatz) und verzeichnete eine AISC von 1.974 US-Dollar je Unze. Auffällig ist hier das Abraumverhältnis, das auf 4,4 anstieg (von 3,3): Die Mine konzentrierte sich auf Abraumverlagerung, um den Zugang zu künftigen Erzzonen abzusichern. Das erklärt zugleich, warum die Durchsatzmenge des verarbeiteten Erzes leicht sank (494.163 Tonnen, -2 %), die metallurgische Leistung aber dennoch stabil blieb.
Für die strategische Programmatik ist Bankan der entscheidende Hebel, und der Quartalsbericht positioniert das Projekt in einer konkreten Umsetzungsschiene. Laut Bericht ist die FEED-Phase für die Aufbereitungsanlage abgeschlossen; die Detailplanung beginnt im Juli 2026. Gleichzeitig wurden wichtige Aufträge vergeben, darunter für das 40-MW-Kraftwerk an Hyundai Heavy Industries sowie Lieferungen zentraler Mühlen (SAG- und Kugelmühlen) an NCP International; die Planung der TSF (Tailings Storage Facility) ging an Knight Piésold. Auch die Beschaffung folgt dem Muster “Vorlaufmaterial sichern, Detailengineering treiben”: Es wurden 23 Pakete für mechanische Ausrüstungen mit langer Vorlaufzeit ausgeschrieben und acht Pakete durch technische und wirtschaftliche Prüfung gebracht. Zudem nennt das Unternehmen als Planungsgrundlage einen detaillierten Umsetzungszeitplan und eine aktualisierte Gesamtkostenschätzung, die voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 fertig wird. Gleichzeitig betont PDI, dass es nach aktuellem Stand nicht mit einer Erhöhung der in der Machbarkeitsstudie ausgewiesenen Investitionskosten von 463 Mio. US-Dollar rechnet und damit gezielt Maßnahmen zur Senkung der Vorabinvestitionskosten verfolgt.
Regulatorisch und operativ eng damit verknüpft ist Guinea: Dort zwingt ein neuer Raffinationsrahmen ab einer 90-tägigen Übergangsfrist ab 6. Oktober 2026 zu einer Mindestreinheit von 95,5 %, andernfalls ist die Ausfuhr verboten. Der Bericht beschreibt, dass Goldexporte zeitweise ausgesetzt wurden, während das Regelwerk umgesetzt wurde, und dass PDI seit dem 8. Juli 2026 im Rahmen bestehender Exportverträge rund 33,8 Koz Gold ausgeliefert hat. Gleichzeitig zeigt die Unternehmenskommunikation eine kalkulierte Risikoabschirmung: PDI habe keine wesentlichen Unterbrechungen im Abbau- oder Verarbeitungsbetrieb gemeldet und arbeite konstruktiv mit Behörden, der Bergbaukammer und anderen Produzenten zusammen, um den Übergang geordnet zu gestalten. Ergänzend prüft das Unternehmen den möglichen Aufbau eigener Raffineriekapazitäten vor Ort, um den vorgeschriebenen Reinheitsgrad auch in Zukunft sicher einzuhalten. Für die Kosten- und Cash-Analyse ist das relevant, weil Raffinationstiefe und Exportfreigaben die Absatzlogistik und damit den Timing-Charakter von Erlösen beeinflussen können – der Quartalsbericht liefert dafür bereits ein Beispiel, indem er Lieferzeitpunkte als Ursache für Schwankungen beim Absatz nennt.
Finanziell untermauert der Bericht die Stabilität und den Handlungsspielraum. Zum 30. Juni 2026 verfügt PDI über 364,3 Mio. US-Dollar an liquiden Mitteln und Goldbeständen, davon 273,9 Mio. US-Dollar liquide Mittel und 22.444 Unzen Gold. Die ausstehenden Verbindlichkeiten werden mit 130 Mio. US-Dollar beziffert und auf eine vollständig in Anspruch genommene, vorrangig besicherte Kreditfazilität von Sprott zurückgeführt, die zur Finanzierung des Hochlaufs der Mine Kiniéro genutzt wurde. Die Liquiditätswirkung wird zudem durch die operative Cash-Marge erklärt, während Einmalthemen die laufende Betrachtung überlagern: Der Bericht nennt einmalige Kosten im Zusammenhang mit der Fusion mit Robex und dem Abschluss des Rückkaufprogramms für eine Kiniéro-Royalty. Die Auseinandersetzung wird beziffert mit einer vereinbarten Zahlung in Höhe von 13,8 Mio. US-Dollar an Veräußerungsgewinnsteuer und Abgaben, und es wird zugleich festgehalten, dass für die Fusion bzw. Umstrukturierung in Guinea keine weiteren entsprechenden Forderungen anfallen sollen. Für das Gesamtbild entscheidend ist die klare Produktions- und Kostenspanne: Für 2026 bleibt die Prognose bei 198.000 bis 220.000 Unzen, die AISC-Prognose liegt bei 1.300 bis 1.500 US-Dollar je Unze (Kiniéro 1.100 bis 1.300; Nampala 2.000 bis 2.200). Damit lässt sich das Quartal als konsistente Umsetzung interpretieren: Operativer Fortschritt im bestehenden Portfolio, parallel konkrete Projektfortschritte im Bankan-Engineering und eine Kostenplanung, die das Risiko aus Abraum- und Durchsatzschwankungen einkalkuliert.
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