DORTMUND / LONDON (IT BOLTWISE) – BIG direkt gesund verlegt seine Dortmunder Hauptverwaltung in ein neues Büroobjekt am Südtor. pro m² realisierte dafür rund 7.300 m² Bürofläche und reduzierte die bisher genutzte Fläche um knapp 60 %. Damit verfolgt die Krankenkasse eine höhere Effizienz, stärkere Nachhaltigkeitsziele und flexiblere Arbeitsmodelle für rund 650 Mitarbeitende. Gleichzeitig musste das Projekt wegen KRITIS-Relevanz besonders strenge Anforderungen an Sicherheit, Vertragsgestaltung und Standortwahl erfüllen.

BIG direkt gesund verlagert seine Arbeitsumgebung in Dortmund: Statt der bisherigen Fläche in der Innenstadt entsteht am Südtor eine neue Bürofläche mit rund 7.300 m². Der Umzug ist dabei mehr als eine klassische Standortkorrektur, denn die neu realisierte Nutzung geht mit einer deutlichen Flächenreduktion einher: Die bisherige Fläche wurde um knapp 60 % reduziert, ohne die Anforderungen an eine Krankenkasse zu vernachlässigen. Insgesamt arbeiten am Standort rund 650 Mitarbeitende, die künftig in einer modernen Umgebung zusammenarbeiten sollen, die sowohl flexible Arbeitsmodelle als auch eine gesunde Atmosphäre für den Kundenservice in den Mittelpunkt stellt.
Auslöser des Projekts war der auslaufende Mietvertrag in der Dortmunder Innenstadt. Genau an dieser Stelle entscheidet sich in vielen Unternehmen, ob alte Flächen nur verlängert werden oder ob sich ein neues Workplace-Konzept lohnt. pro m² startete dafür mit einer gemeinsamen Visions- und Leitplankenentwicklung inklusive gezielter Mitarbeitenden-Workshops. Auf dieser Grundlage entstand ein passendes Flächenprofil, während der Dortmunder Immobilienmarkt im Detail analysiert wurde. Die Wahl fiel schließlich auf das Neubauprojekt am Südtor als optimale Lösung, weil es die Kombination aus Effizienz, langfristiger Nutzbarkeit und wirtschaftlicher Tragfähigkeit abbildet.
Technisch und organisatorisch zeigt sich die Tragweite des Ansatzes in der Art, wie Strategie in Umsetzung übersetzt wird. Laut den Projektangaben begleitete pro m² BIG als zentralen Nutzervertreter über den gesamten Anmiet- und Bauprozess hinweg. Das Leistungsspektrum reichte von Immobilienstrategie und Workplace Consulting über Interior Design und technisches Projektmanagement bis hin zum Change Management. Für Unternehmen ist das ein relevanter Unterschied zu reinem Flächenhandel: Workplace-Consulting adressiert typischerweise Dichte, Raumlogik, Kommunikationszonen und Supportprozesse, während das technische Projektmanagement die „Betriebsfähigkeit“ im laufenden Tagesgeschäft mitdenkt, etwa über Schnittstellen, technische Gewerke und Umzugsplanung.
Im Marktkontext ist solche Flächenoptimierung kein Einzelfall, aber sie verschärft sich in Deutschland mit der breiteren Akzeptanz hybrider Arbeit. Viele Anbieter von Immobilien- und Workplace-Dienstleistungen positionieren sich hier entlang vergleichbarer Bausteine: Beratung, Gestaltung und Steuerung. Im Wettbewerb arbeiten beispielsweise international tätige Player wie JLL oder CBRE häufig mit ähnlichen Beratungslogiken rund um Workplace-Strategien; entscheidend ist jedoch, wie stark ein Projekt die Anforderungen der jeweiligen Branche in den Mittelpunkt stellt. Bei BIG kommt hinzu, dass es sich um eine Krankenkasse handelt, deren Prozesse besonders daten- und sicherheitskritisch sind. Damit rückt nicht nur der „Schreibtisch pro Kopf“ in den Fokus, sondern auch der sichere Betrieb, die Zugriffskontrolle und die organisatorische Nachweisführung.
Eine besondere Herausforderung bildet zudem die Einordnung als Standort kritischer Infrastrukturen (KRITIS). Das bedeutet: Ein Ausfall hätte gravierende Folgen für die öffentliche Versorgung und Sicherheit. Für die Standortwahl und die Umsetzung folgt daraus ein höherer Anspruch an Sicherheitskonzept und Vertragsgestaltung als bei „normalen“ Büroflächen. Gleichzeitig musste die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens mit hohen qualitativen Anforderungen zusammengebracht werden. In der Praxis betrifft das oft eine Mischung aus baulichen und organisatorischen Maßnahmen, etwa im Bereich Zutritts- und Betriebsprozesse, aber auch in der Form, wie Ausfallrisiken in die Planung einfließen. Genau an dieser Stelle kann die Projektsteuerung über das klassische Bauprojekt hinaus wirken.
Der Nachhaltigkeitsaspekt wird bei BIG ebenfalls als strategischer Treiber beschrieben. Die neue Hauptverwaltung soll auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sein und den Anspruch widerspiegeln, Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft zu übernehmen. In dem Zusammenhang wird betont, dass gerade in Zeiten globaler Krisen die Relevanz von Gebäuden ohne fossile Energien sichtbar wird. Für die Unternehmensseite ist das nicht nur Klimaschutz, sondern langfristige Absicherung: Energiekonzepte, Betriebskosten und gesetzliche Entwicklungslinien greifen zunehmend ineinander. Aus regulatorischer Perspektive ist dabei zusätzlich wichtig, dass Gesundheitsdaten in der gesamten Betriebs- und Umzugsphase geschützt bleiben müssen – Stichwort Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), Informationssicherheit und vertraglich geregelte Verantwortlichkeiten rund um Auftragsverarbeitung.
Experten aus dem Enterprise-Umfeld beobachten seit Jahren, dass Flächenreduktion mit Kultur- und Prozessänderungen zusammenhängt: Wenn weniger „fixe“ Arbeitsplätze gebraucht werden, müssen hybride Modelle, Reservierungskonzepte, Übergabeprozesse und Kollaboration sauber funktionieren. BIG adressiert das über neue Arbeitsmodelle und Homeoffice, um flexible, bedarfsgerechte Arbeitsumgebungen zu schaffen. Für die IT- und Sicherheitsverantwortlichen bedeutet das, dass die Arbeitsplatzdimension eng mit Identitätsmanagement, Endgeräteschutz und Zugriffskontrollen verbunden ist. Gleichzeitig steigt der Bedarf an klaren Standards für Dokumentation und Betriebshandbücher, damit die Nachvollziehbarkeit gegenüber Prüfern und internen Gremien erhalten bleibt. Das Projekt wirkt damit wie ein Paket aus Bau, Betriebskonzept und Change.
Mit dem Umzug im Dezember 2025 bezieht BIG die Flächen am Südtor. Damit steht der nächste Schritt an: die Skalierung der neuen Arbeitswelt über den initialen Betrieb hinaus, inklusive kontinuierlicher Optimierung. In vielen vergleichbaren Vorhaben zeigen sich nach dem ersten Quartal typische Muster, etwa nachlassende Nutzung einzelner Zonen oder ein erhöhter Bedarf an Besprechungs- und Fokusflächen. Die große Chance des Projekts liegt jedoch in der klaren Ausgangsidee: Effizienzgewinne durch Flächenprofil und Workplace-Design, kombiniert mit einer zukunftsfähigen Gebäude- und Sicherheitsstrategie. Für andere Organisationen im regulierten Umfeld ist das ein Signal, dass Standortmigration nicht im Bestand endet, sondern als Modernisierungspfad für Betrieb, Sicherheit und Nachhaltigkeit verstanden werden kann.
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