PASADENA / LONDON (IT BOLTWISE) – Forscher des California Institute of Technology und des Startups Oratomic haben bedeutende Fortschritte im Bereich der Quantencomputer erzielt. Durch eine innovative Fehlerkorrekturarchitektur könnte der erste funktionsfähige Quantencomputer bereits vor Ende des Jahrzehnts Realität werden.

Die jüngsten Forschungen des California Institute of Technology in Zusammenarbeit mit dem Startup Oratomic haben das Potenzial, die Entwicklung von Quantencomputern erheblich zu beschleunigen. Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass ein funktionsfähiger Quantencomputer möglicherweise mit deutlich weniger Qubits auskommt als bisher angenommen. Diese Erkenntnis könnte dazu führen, dass der erste Quantencomputer bereits vor 2030 einsatzbereit ist.
Ein Qubit ist die Grundeinheit eines Quantencomputers und entspricht einem Bit in einem klassischen Computer. Bisher ging man davon aus, dass Millionen von Qubits notwendig sind, um einen Quantencomputer funktionsfähig zu machen. Die neuen Forschungen legen jedoch nahe, dass bereits 10.000 bis 20.000 Qubits ausreichen könnten, um einen fehlerfreien Betrieb zu gewährleisten.
Die theoretische Innovation basiert auf einer vorgeschlagenen Fehlerkorrekturarchitektur, die sogenannte “neutral-atom systems” nutzt. Dabei werden Atome mit Hilfe von Lasern, sogenannten “optischen Pinzetten”, über große Distanzen bewegt und verbunden. Diese Methode ermöglicht es, jedes logische Qubit mit nur fünf physischen Qubits zu kodieren, im Gegensatz zu den bisher benötigten tausend.
Diese Fortschritte könnten die Quantencomputer-Industrie revolutionieren, indem sie die benötigten Ressourcen drastisch reduzieren und die Entwicklung beschleunigen. Die Zusammenarbeit zwischen Caltech und Oratomic zielt darauf ab, den weltweit ersten nutzbaren, fehlerfreien Quantencomputer zu entwickeln. Diese Entwicklungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem auch andere große Technologieunternehmen wie Google die Möglichkeiten von Quantencomputern erkunden.
Google hat kürzlich in einem Bericht darauf hingewiesen, dass Quantencomputer in der Lage sein könnten, die Kryptographie von Bitcoin in nur neun Minuten zu knacken. Dies unterstreicht die Dringlichkeit, Blockchains auf post-quantum Kryptographie umzustellen, um zukünftige Bedrohungen abzuwehren. Die Fortschritte im Bereich der Quantencomputer könnten somit nicht nur die Rechenleistung revolutionieren, sondern auch erhebliche Auswirkungen auf die Sicherheit digitaler Systeme haben.
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