LONDON (IT BOLTWISE) – RayNeo bringt mit den Air 4 Pro leichte AR-Brillen auf den Markt, die ein großes Display-Feeling versprechen – ohne aufwendige Einrichtung. Die Hardware arbeitet mit zwei 1080p-Displays bei 120 Hz und integriert vier Bang-&-Olufsen-Lautsprecher in den Bügeln. Für Nintendo-Switch-2-Spieler wird es allerdings konkret: Erst mit dem JoyDock lässt sich der XR-Ansatz in der Praxis nutzen. Im Vergleich zu Viture wirken die Funktionen zwar reduziert, dafür ist der Preis laut Testbericht deutlich näher an der Einstiegszone.

Leichte, hochauflösende Monitore haben in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass AR-Brillen wie ein „Big-Screen-Ersatz“ wirken: Man bekommt das Gefühl eines großen Bildschirms, trägt aber im Alltag nur eine Brille. Genau in diese Lücke zielt RayNeo mit den Air 4 Pro. In einem Hands-on wird deutlich, dass RayNeo das gleiche Grundversprechen wie etablierte Konkurrenten liefert, nämlich ein großes, scharfes Bild über zwei Mikro-Displays zu projizieren und dabei auf Kabel- und Treiberfreundlichkeit zu setzen. Der wichtigste Unterschied liegt weniger im Display als in der Kosten- und Komfortlogik rund um das Zubehör.
Technisch setzt RayNeo auf zwei 1080p-Screens mit 120 Hz Bildwiederholrate. Damit ist die Brille vor allem für Inhalte interessant, bei denen Bewegungen und schnelle Bildwechsel wichtig sind, etwa sportnahe Szenen oder actionlastige Spiele. Auffällig ist zudem die Audio-Ausstattung: In den Bügeln sitzen vier Bang-&-Olufsen-Lautsprecher. Laut Bericht „sieht“ die Brille aus wie eine übergroße Sonnenbrille, erst beim Aufsetzen entsteht der Eindruck eines großformatigen Displays. Praktisch heißt das: Die Displays werden über Panels reflektiert, statt dass ein klassisches Display im Raum steht. Für die Anbindung nutzt RayNeo ein USB-C-Kabel, sodass grundsätzlich jedes Gerät mit USB-C-Video unterstützt werden kann.
Für Nintendo-Nutzer wird die Story konkreter, sobald es um Switch 2 geht. Der Test beschreibt, dass es für den Gaming-Fokus einen speziellen Dock-Adapter gibt, der separat gekauft werden muss. RayNeo verkauft dafür den RayNeo JoyDock, der optisch und vom Handling her attraktiver wirkt als das Dock-Konzept, das bei Viture Beast XR mitgeliefert wird. Gleichzeitig gibt es eine für Käufer wichtige Einschränkung: Das im Test genutzte Anbau-Teil funktionierte nur mit der ursprünglichen Switch-Generation, nicht mit Switch 2. Der Tester musste JoyDock und Konsole zeitweise „flach“ nebeneinander ablegen. Das ist kein KO-Kriterium, reduziert aber die Bequemlichkeit gegenüber der Viture-Lösung, selbst wenn RayNeo auch einen Switch-2-Bracket anbietet.
Im Vergleich zu Viture Beast XR wird außerdem sichtbar, wo RayNeo bewusst Funktionen „streicht“, um den Preis zu drücken. Die Bildqualität wird als exzellent beschrieben, aber die Anpassung bleibt fix: Während Viture zwischen einem „floating“ Display und einer festen Variante wählen lässt, gibt RayNeo dem Nutzer weniger Freiheitsgrade. Auch beim Sichtfeld gibt es Unterschiede: RayNeo nennt 47 Grad, Viture kommt im Bericht auf 58 Grad. Zudem wird die Audio-Power als etwas schwächer eingeschätzt, wobei die Air-Tunnel-Silikonaufsätze helfen sollen, den Sound näher an die Ohren zu führen. Das wirkt in der Praxis wie eine Komfort- und Tuning-Schicht: Mehr „Hörnähe“ statt reine Lautstärke.
Bei der Bilddarstellung testet der Bericht explizit HDR10, das Switch 2 ohnehin nativ unterstützt. Hier fällt die Bilanz ernüchternd aus: Mit aktivierter HDR10-Option sei kaum ein klarer Unterschied erkennbar. Trotzdem bleibt die Gesamtwirkung positiv, weil das Bild ohne HDR als hell, kräftig („punchy“) und visuell detailreich beschrieben wird. Für Käufer ist das ein relevantes Argument, denn es zeigt, dass nicht jeder Premium-Feature-Schalter automatisch messbaren Mehrwert liefert. Zudem wird betont, dass die Air 4 Pro etwa halb so viel kosten wie die Viture-Brillen, was den Mehrwert aus reiner Bildschärfe und schneller Anbindung in den Vordergrund rückt.
Gerade der Marktkontext ist entscheidend: AR-Brillen konkurrieren nicht nur über Specs, sondern über die „Ökosystem-Glattheit“ aus Dock, Kabeln, unterstützten Konsolen und Einstellmöglichkeiten. Branchenexperten betonen in solchen Segmenten immer wieder, dass der wahrgenommene Nutzen erst dann steigt, wenn Zubehör, Software-Profile und Ergonomie ohne Friktion zusammenpassen. So wird es in vielen Verbraucherberatungen formuliert: Wenn das Setup keinen Stress verursacht, sind AR-Brillen für Gaming vom Nischenprodukt zum Alltags-Accessoire kompatibel. Gegen diese Erwartung arbeitet der JoyDock-Kleinteil-Fall im Test ein Stück weit – zeigt aber auch, warum Käufer beim Vergleich von Viture und RayNeo besonders auf die Passgenauigkeit für Switch 2 achten müssen.
Für eine zweite Nutzergruppe spielt RayNeo zudem die Lifestyle-Schiene aus: In einem „Justice“- und „Chaos“-SKU-Setup verkauft RayNeo die Air 4 Pro mit Batman/Joker-Thematik. Der echte Unterschied liegt weniger im Motiv als in der mitgelieferten Kunststoff-Augenmaske („Batman eye shade“), die sich wie ein Accessoire über die Brille setzen lässt. Dazu kommt eine Batman-/Joker-spezifische Verpackung und sogar ein Display-Ständer im Karton, falls die Maske getrennt gelagert werden soll. Der Testautor ordnet das als „Novelty“-Feature ein: Nach dem Reiz des ersten Anprobierens sinkt die Wahrscheinlichkeit, das Accessoire dauerhaft zu verwenden. Für Fans kann es dennoch ein echter Kaufgrund sein.
In Summe bleibt das Produktprofil klar: RayNeo adressiert Nutzer, denen kein TV jederzeit zur Verfügung steht, die aber trotzdem eine große Bildfläche für Konsolenspiele wollen. Im Test wird die Brille als nicht so „feature-rich“ wie Viture Beast XR bewertet, gleichzeitig aber mit deutlich geringerer finanzieller Einstiegshürde. Daraus ergibt sich eine plausible Marktbewegung: Wenn sich das Dock- und Bracket-Setup bei Switch 2 künftig reibungsloser gestaltet, könnten RayNeo-Modelle stärker in Haushalte wandern, in denen ein zweiter Bildschirm oder eine schnelle Gaming-Alternative gefragt ist. Mit Blick auf die Roadmap der Branche ist außerdem denkbar, dass Hersteller stärker auf softwareseitige Kalibrierung, Sichtfeld-Optimierung und konsolenübergreifende Dock-Standards setzen werden, um die letzte Reibung im Consumer-Setup zu reduzieren.
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