BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen in Westdeutschland beträgt alarmierende 61 Prozent. Diese Ungleichheit resultiert aus traditionellen Rollenverteilungen und strukturellen Unterschieden im Arbeitsmarkt. Während Frauen in den neuen Bundesländern eine geringere Rentenlücke von 24 Prozent aufweisen, bleibt die Diskrepanz im Westen ein großes Problem.

Die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen in Westdeutschland ist ein ernstes Problem, das auf tief verwurzelte gesellschaftliche Strukturen zurückzuführen ist. Frauen erhalten im Durchschnitt 13.500 Euro weniger Rente pro Jahr als Männer, was einer Lücke von 61 Prozent entspricht. Diese Diskrepanz umfasst betriebliche, gesetzliche und private Renten und zeigt die Auswirkungen traditioneller Rollenverteilungen auf die finanzielle Sicherheit im Alter.
In den neuen Bundesländern ist die Rentenlücke mit 24 Prozent deutlich geringer. Diese Unterschiede sind auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, darunter eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und eine geringere Teilzeitquote im Osten. Die Soziologin Carla Rowold, die diese Zahlen ermittelt hat, wurde für ihre Forschung mit dem Forschungspreis des “Forschungsnetzwerk Alterssicherung” ausgezeichnet.
Ein wesentlicher Grund für die Rentenlücke ist die ungleiche Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit. In Westdeutschland arbeiten 48 Prozent der Frauen in Teilzeit, was 14 Prozentpunkte mehr sind als im Osten. Diese ungleiche Verteilung führt zu einem “Gender Pay Gap”, der sich im Rentenalter fortsetzt und Frauen häufiger von Altersarmut bedroht.
Um die Rentenlücke zu schließen, sind strukturelle Veränderungen notwendig. Dazu gehören eine gleichmäßigere Verteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit zwischen den Geschlechtern, eine Reform der Elternzeitregelungen und die Abschaffung des Ehegattensplittings. Diese Maßnahmen könnten dazu beitragen, die finanzielle Gleichstellung von Männern und Frauen im Alter zu verbessern.
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