HEILBRONN / LONDON (IT BOLTWISE) – Das Startup Reo aus Heilbronn hat sich zum Ziel gesetzt, den Mehrwegansatz in der Kosmetikbranche zu revolutionieren. Mit einer digitalen Plattform will das Unternehmen einen zirkulären Verpackungskreislauf schaffen, der Marken, Handel und Verbraucher verbindet. Dabei steht die Langlebigkeit der Behälter im Vordergrund, um Ressourcen zu schonen und die Umweltbelastung zu reduzieren.

Das Heilbronner Startup Reo hat sich einer ambitionierten Aufgabe verschrieben: die Neugestaltung des Mehrwegsystems in der Kosmetikbranche. Unter der Leitung von Gründerin Steffanie Rainer entwickelt das Unternehmen eine digitale Plattform, die herstellerübergreifend funktioniert und darauf abzielt, einen zirkulären Verpackungskreislauf zu etablieren. Diese Plattform soll Marken, Handel und Verbraucher miteinander verknüpfen und so die Langlebigkeit von Verpackungen maximieren, bevor sie recycelt oder entsorgt werden.
Im Zentrum der Innovation steht eine digitale Infrastruktur, die es ermöglicht, Verpackungen eindeutig zu identifizieren. Durch spezielle Codierungen können Automaten erkennen, um welche Art von Verpackung es sich handelt, wie sie sortiert werden muss und welchen Verwertungsweg sie nehmen soll. Ziel ist es, ein System zu schaffen, das so einfach und komfortabel funktioniert wie das etablierte Pfandsystem, erklärt Rainer.
Die Umsetzung eines solchen Kreislaufsystems ist jedoch mit Herausforderungen verbunden. Eine der zentralen Fragen betrifft die Reinigung der Behälter: Wie gründlich können Flaschen und Tiegel gereinigt werden, ohne den Energie- und Wasserverbrauch unnötig zu erhöhen? Auch die Zirkulationsfähigkeit der Verpackungen ist entscheidend: Wie viele Umläufe übersteht eine Verpackung, bevor sie ersetzt werden muss?
Ein weiterer Aspekt betrifft das Material und Design der Verpackungen. Welche Kunststoffe oder Gläser eignen sich am besten? Wie lassen sich Etiketten, Farben oder Formen gestalten, damit Verpackungen standardisierbar bleiben, ohne dass Marken ihr Erscheinungsbild aufgeben müssen? Diese Fragen sind entscheidend, um die ökologische und ökonomische Tragfähigkeit des Systems zu gewährleisten.
Die Kosmetikbranche stellt besondere Anforderungen an ein Mehrwegsystem, da sie stark auf Markenindividualität setzt. Verpackungen sind ein wesentlicher Teil der Markenkommunikation und Differenzierung im Regal. Dennoch könnte ein erfolgreiches Mehrwegsystem in der Kosmetikbranche einen bedeutenden Beitrag zur Reduzierung von Verpackungsmüll leisten und gleichzeitig die Umweltbelastung verringern.
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