LONDON (IT BOLTWISE) – Nach dem Juli-Sicherheitspatch berichten Nutzer von massiven Akkueinbußen beim Galaxy S25 Ultra und S24 Ultra. Laut den Schilderungen entleert sich die Batterie im Standby teils fünf bis sieben Prozent pro Stunde, während die Überhitzung zugleich zunimmt. In Einzelfällen soll der Sprung von 85 auf fünf Prozent innerhalb von zwölf Stunden auch bei nur kurzer Display-Nutzung auftreten. Samsung hat bislang keine offizielle Stellungnahme zu den Vorfällen abgegeben.

Beim Galaxy S25 Ultra und auch beim Galaxy S24 Ultra sorgt ein Firmware-Update aus dem Juli offenbar für einen Kaskadeneffekt, der gleich mehrere Nutzerpfade betrifft: Akkuverbrauch, Wärmeentwicklung und zuletzt auch die Ladegeschwindigkeit. Der Auslöser wird im Umfeld der betroffenen Geräte mit dem Firmware-Stand CZG3 in Verbindung gebracht. Was besonders auffällt, ist nicht nur der allgemeine Hinweis „Akku geht schnell leer“, sondern die in Berichten genannte Größenordnung: Im Standby sollen es teils fünf bis sieben Prozent pro Stunde sein. Damit kippt das übliche „Abends noch laden“-Szenario in Richtung „während des Tages reicht es nicht mehr“, selbst wenn man das Smartphone nicht intensiv nutzt.
Technisch betrachtet deutet die Kombination aus starker Standby-Entladung und Überhitzung auf einen anhaltenden Aktivitätszustand hin, der im normalen Betrieb nicht so lange laufen dürfte. Als eine mögliche Ursache nennen technische Analysen einen „hängen gebliebenen“ CPU-Wakelock oder einen Konflikt mit Drittanbieter-Apps, also Situationen, in denen das Betriebssystem wegen einer App- oder Treiberlogik dauerhaft Ressourcen bereithalten muss. Dass es in solchen Fällen schnell warm wird, passt ebenfalls ins Muster: Ein System, das nicht in den Energiesparmodus zurückfindet, produziert mehr Verlustwärme und verschiebt den Energiehaushalt. Für Administratoren und Power-User ist dabei entscheidend, dass es weniger um eine einzelne App geht als um die Frage, warum der Energiescheduler nicht stabil „runterfährt“.
Konkreter wird es bei der Spekulation, eine verschlüsselte Backup-Schleife in WhatsApp halte die App dauerhaft im Hintergrund aktiv. Unabhängig davon, ob genau dieser Mechanismus die Hauptursache ist: Die Fehlerklasse wäre in der Praxis plausibel, weil Messenger oft regelmäßige Synchronisation, Medienindizierung oder Backup-Zustandsprüfungen ausführen. Wenn nach einem Update aber Timing, Hintergrundrichtlinien oder Authentifizierungsflüsse nicht mehr sauber zusammenspielen, kann daraus ein wiederholter Aktivitätszyklus entstehen. Dass Nutzer in diesem Zusammenhang auch langsamere Ladegeschwindigkeiten beobachten, kann auf eine geänderte Temperatur- oder Lade-Regelung hinweisen, die bei zu hoher Oberflächentemperatur bewusst begrenzt, um das Gerät zu schützen.
Bis ein offizieller Patch einsetzt, lassen sich aus den genannten Ansatzpunkten pragmatische Sofortmaßnahmen ableiten. Betreiber von eigenen Geräten sollten zuerst prüfen, ob bestimmte Messenger-Funktionen im Hintergrund wirklich aktiv sind, und bei Bedarf verschlüsselte Backups in Messengern deaktivieren oder abbrechen. Daneben kann das Leeren des Caches der One-UI-Home-Anwendung helfen, wenn sich nach dem Update UI-Komponenten inkonsistent verhalten und dadurch wiederholt Hintergrundarbeit anstoßen. Ebenso werden „RAM Plus“ sowie die Option „Geräte in der Nähe scannen“ als Stellhebel genannt, weil beides Hintergrunddienste bzw. Scan-Logik betrifft; das Abschalten reduziert im Fehlerfall die Zahl potenzieller Auslöser. Zusätzlich wird als Tool „Good Guardians“ genannt, um Hintergrundprozesse gezielter zu optimieren – in Unternehmensumgebungen ist das besonders relevant, wenn mehrere Geräte nach einem Rollout plötzlich im selben Fenster Auffälligkeiten zeigen.
Damit der Blick nicht nur auf die Gegenwart verengt wird, lohnt auch die Einordnung des Update-Zeitplans. Samsung testet laut den Informationen aus der Branche derzeit intensiv One UI 9.0 auf Basis von Android 17 und zieht dafür eine breite Gerätelandschaft heran, inklusive Modelle aus S-, Z-, A-, M- und Tab-Serien. Für die S25-Serie soll eine öffentliche Beta in Südkorea in den kommenden Wochen starten, bevor sie auf andere Märkte ausgeweitet wird. Ein stabiler Rollout ist als gestaffelte Einführung geplant, wobei die Galaxy-S26-Serie die stabile Version Ende August oder September 2026 erhalten soll und die Galaxy-S25-Reihe danach im September folgt; ältere Geräte sollen später im Jahr drankommen.
Für Entscheider in der IT-Abteilung ist die Relevanz zweigeteilt: Einerseits muss man die Akku-/Wärmeproblematik als „Release-Risiko“ bei Rollouts in Betracht ziehen, andererseits kann One UI 9 inhaltlich einiges an neuen Funktionen mitbringen, die den Energie- und Hintergrundbetrieb indirekt beeinflussen. Zu den genannten Neuerungen zählen eine feste Google-Suchleiste, Anpassungen bei Schnelleinstellungen und Sperrbildschirm sowie neue KI-Funktionen wie „AI Nudge“ und „Samsung Internet Ask AI“. Auch „Tape Mode“ in der Notizen-App zeigt, dass mehr Hintergrundintegration und Medienlogik in den Alltag rückt. Wer Geräte verwaltet, sollte solche Funktionserweiterungen künftig in Pilotgruppen prüfen, statt sie pauschal für den gesamten Gerätepark freizuschalten.
Schließlich betrifft das Thema nicht nur klassische Candy-Bar-Smartphones. Für das Galaxy Z Fold 8 Ultra ist ein separates Software-Update Anfang August angekündigt, das speziell Temperaturmanagement und Leistungsprobleme adressieren soll. Dass Samsung in diesem Fall einen fokussierten Thermik-/Performance-Fokus kommuniziert, unterstreicht, wie eng die Akku-Entladung und die Wärmeentwicklung im Fehlerbild zusammenhängen. Für Anwender bedeutet das: Wenn das Gerät bereits auffällig warm wird oder die Standby-Entladung stark abweicht, ist schnelles Gegensteuern wichtig, bis ein Patch greift – nicht nur wegen der Akkulaufzeit, sondern auch, weil Überhitzung typischerweise die Geräte- und Ladeschutzmechanismen triggert und so den Betrieb weiter verschlechtert.
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