GÖTTINGEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius zeigt sich trotz eines deutlichen Kursrückgangs an der Börse optimistisch. Der Konzern hält an seinen Jahreszielen fest, nachdem er im ersten Quartal von einer starken Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien profitierte. Trotz negativer Währungseffekte und einem volatilen Geschäft mit Anlagen und Instrumenten sieht das Unternehmen positive Entwicklungen für die Zukunft.

Der Göttinger Konzern Sartorius, ein führender Anbieter von Labor- und Pharmazulieferungen, hat sich im ersten Quartal 2026 trotz einiger Herausforderungen gut behauptet. Die Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien, wie Einwegbeuteln und Pipetten, trug maßgeblich zum Umsatzwachstum bei. Konzernchef Michael Grosse zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung und bestätigte die Jahresziele des Unternehmens.
Die Sartorius-Aktie, die im MDAX gelistet ist, erlebte jedoch einen deutlichen Rückgang. Am Donnerstag fiel der Kurs um 10,75 Prozent auf 210,80 Euro. Marktbeobachter sehen darin eine Reaktion auf den vorherigen Kursanstieg, der nach einem Zwischentief im März mehr als ein Fünftel zugelegt hatte. Analysten von RBC und Goldman Sachs bewerteten das Quartalsergebnis als im Rahmen der Erwartungen liegend.
Der Umsatz des Konzerns stieg im ersten Quartal um 1,8 Prozent auf 899,1 Millionen Euro, trotz erheblicher negativer Währungseffekte, insbesondere durch den US-Dollar. Wechselkursbereinigt lag das Plus bei 7,5 Prozent. Auch der im Juli 2025 übernommene Mikrogewebespezialist Mattek trug zum Umsatzwachstum bei. Während die Biotech-Sparte weiterhin stark performt, zeigt auch der Laborbereich Anzeichen einer Erholung.
Im Bereich der größeren Investitionen, insbesondere bei Anlagen und Instrumenten, bleibt das Geschäft volatil. Michael Grosse erwartet jedoch, dass im weiteren Jahresverlauf größere Aufträge eintreffen werden. Diese sollen vor allem zum Jahresende und in den folgenden Jahren realisiert werden. Sartorius plant, den Umsatz 2026 währungsbereinigt um fünf bis neun Prozent zu steigern und die operative Marge leicht über 30 Prozent zu erhöhen.
Die Corona-Pandemie hatte Sartorius einen Boom beschert, von dem das Unternehmen nun wieder profitieren kann, nachdem die Lagerbestände der Kunden abgebaut wurden. Trotz Herausforderungen wie Zöllen und dem Iran-Konflikt sieht sich das Unternehmen gut aufgestellt, um seine Ziele zu erreichen. Ab 2027 plant Sartorius, das Wachstum bei Umsatz und Margen weiter zu beschleunigen, indem es gezielt in Bereiche wie Einweg-Technologien und Zellanalytik investiert.
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