SANTA CLARA / LONDON (IT BOLTWISE) – ServiceNow hat eine ehrgeizige KI-Strategie vorgestellt, die auf einen grundlegenden Architekturwechsel setzt. Trotz starker Quartalszahlen und einer anfänglichen Euphorie an der Börse, verlor die Aktie zuletzt an Wert. Investoren warten gespannt auf Details zur Umsetzung und den Preismodellen, um die Auswirkungen auf den Umsatz besser einschätzen zu können.

ServiceNow hat kürzlich eine umfassende KI-Strategie vorgestellt, die auf einen grundlegenden Wandel in der Unternehmensarchitektur abzielt. Im Zentrum dieser Strategie steht das Konzept der „Autonomous Workforce“, das darauf abzielt, Arbeitsprozesse vollständig durch KI ausführen zu lassen. Diese Ankündigung führte zunächst zu einem Anstieg der Aktienkurse, doch die Euphorie hielt nicht lange an. Investoren sind skeptisch und erwarten konkrete Informationen darüber, wie schnell und effektiv sich diese Strategie in Umsatzwachstum umsetzen lässt.
Ein wesentlicher Bestandteil der neuen Strategie ist das Produkt „EmployeeWorks“, das auf der Technologie von Moveworks basiert, einem Unternehmen, das ServiceNow im Dezember übernommen hat. EmployeeWorks ermöglicht es Mitarbeitern, Probleme in natürlicher Sprache zu beschreiben und direkt zu lösen, ohne ein klassisches Ticket zu erstellen. Diese Lösung soll die Effizienz erheblich steigern, indem sie 90% der internen IT-Anfragen autonom abwickelt und die Bearbeitungszeit um 99% reduziert.
Die Integration von Moveworks ist ein zentraler Aspekt der neuen KI-Strategie von ServiceNow. Moveworks bringt 5,5 Millionen Enterprise-Nutzer mit und bietet einen zentralen Einstiegspunkt für Anfragen, die automatisch weitergeleitet werden. Dies ist besonders nützlich, wenn Probleme nicht klar kategorisiert sind. ServiceNow sieht das Potenzial, diese Technologie nicht nur im IT-Bereich, sondern auch in anderen Unternehmensbereichen wie Finanzen, Recht und Sicherheit einzusetzen.
Die Börsenreaktion auf die Ankündigung war gemischt. Nach einem anfänglichen Anstieg fiel der Aktienkurs um 1,18% auf 108,01 US-Dollar, während der S&P 500 um 0,43% nachgab. Die Unsicherheit über die zukünftige Preisgestaltung und die Nachfrage nach den neuen KI-Produkten belastet die Aktie. Investoren sind besorgt, dass sich die Budgets von Nutzerlizenzen hin zu ergebnisbasierten Modellen verschieben könnten.
ServiceNow hat jedoch solide Quartalszahlen vorgelegt, die das Potenzial der neuen Strategie unterstreichen. Im vierten Quartal 2025 stieg der bereinigte Gewinn um 26% auf 0,92 US-Dollar je Aktie, und der Umsatz wuchs um 20,7% auf 3,57 Milliarden US-Dollar. Für 2026 prognostiziert das Unternehmen ein weiteres Wachstum der Subscription-Umsätze um 20,5% bis 21%. Zudem plant ServiceNow ein Aktienrückkaufprogramm über 5 Milliarden US-Dollar, was das Vertrauen in die eigene Strategie unterstreicht.
Parallel zur KI-Offensive erweitert ServiceNow sein Security-Geschäft durch die geplante Übernahme von Armis für 7,75 Milliarden US-Dollar. Armis ist ein führender Anbieter im Bereich Cyber-Exposure-Management und „Cyber-Physical Security“. Diese Übernahme soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.
In den kommenden Tagen wird ein wichtiger Makrotermin erwartet: Der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung für Februar könnte die Zinserwartungen beeinflussen und damit auch zinssensitive Softwarewerte wie ServiceNow. Kurzfristig bleibt entscheidend, ob ServiceNow zeitnah mehr Klarheit zu Preisgestaltung und Nachfrage liefert, während die Integration von Moveworks, die Armis-Transaktion und die kommenden Q1-Zahlen als nächste Prüfsteine näher rücken.
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