MÜNCHEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Siemens hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Rekordgewinn von 10,4 Milliarden Euro erzielt, was einem Anstieg von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Trotz dieser beeindruckenden Zahlen setzt der Konzern den Stellenabbau fort, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Der Verkauf von Innomotics und ein starkes Industriegeschäft trugen maßgeblich zu diesem Erfolg bei.

Siemens, einer der führenden Technologiekonzerne, hat im letzten Geschäftsjahr einen beeindruckenden Rekordgewinn von 10,4 Milliarden Euro erzielt. Dies entspricht einem Anstieg von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Konzern verdankt diesen Gewinnsprung unter anderem dem Verkauf von Innomotics, der bereits im ersten Quartal des Geschäftsjahres einen erheblichen Sondereffekt erzeugte. Darüber hinaus trugen starke Ergebnisse in der Sparte Smart Infrastructure sowie eine leichte Erholung im Bereich Digital Industries zur positiven Bilanz bei.
Trotz dieser Erfolge plant Siemens, weiterhin Stellen abzubauen. Dies betrifft vor allem das Automatisierungsgeschäft, wo der Konzern seine Kapazitäten anpassen möchte, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Bereits im Frühjahr hatte Siemens angekündigt, 6000 Stellen zu streichen, davon 2750 in Deutschland. Für Abfindungen hat das Unternehmen 350 bis 400 Millionen Euro reserviert, wobei ein Großteil dieser Summe in die Sparte Digital Industries fließen soll.
Ein weiterer strategischer Schritt von Siemens ist die geplante Reduzierung des Anteils an der Tochtergesellschaft Siemens Healthineers. Der Konzern plant, Aktien im Wert von rund 15 Milliarden Euro an seine Aktionäre abzugeben, um den Anteil von derzeit 67 Prozent um 30 Prozentpunkte zu senken. Ziel dieser Maßnahme ist es, Siemens Healthineers zu ermöglichen, sich stärker auf schnell wachsende Märkte zu konzentrieren, da sich die Geschäfte von Siemens und Healthineers zunehmend auseinanderentwickeln.
Siemens hat zudem das Projekt One Tech Company vorgestellt, das darauf abzielt, das Wachstum des Konzerns zu beschleunigen. Bis 2030 soll der Umsatz im Digitalgeschäft verdoppelt werden. Dazu plant Siemens, seine Investitionen in Wachstumsregionen wie die USA, China und Indien zu erhöhen und in den kommenden drei Jahren eine Milliarde Euro in KI-Angebote zu investieren. Diese Investitionen sollen vor allem an der US-Westküste umgesetzt werden, um von einem unreglementierten Umfeld und hochqualifizierten Fachkräften zu profitieren.
In seiner Prognose für das kommende Geschäftsjahr zeigt sich Siemens jedoch vorsichtig. Der Gewinn pro Aktie soll im gleichen Korridor wie im abgelaufenen Jahr liegen, allerdings ohne die Milliarden aus dem Innomotics-Sondereffekt. Sollte diese Prognose eintreffen, könnte der Konzern den vierten Rekordgewinn in Folge verpassen. Dennoch bleibt Siemens optimistisch, dass die strategischen Maßnahmen langfristig zu einem nachhaltigen Wachstum führen werden.
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