LONDON (IT BOLTWISE) – Der niederländische Hersteller Sim-Lab nimmt mit der DDS TorqueSync seine erste Wheel-Base überhaupt in den Vorverkauf. Die Direct-Drive-Modelle kommen in zwei Leistungsstufen mit 26 Nm und 39 Nm Drehmoment. Für die Vorbesteller ist eine Founders Edition vorgesehen, die sich vor allem an Enthusiasten-Sim-Racer richtet. Technisch setzt Sim Lab auf einen Permanentmagnet-Synchronmotor, einen USB-2.0-Data-Passthrough und eine PC-Konfiguration über die Software Racedirector.

Sim-Lab steigt mit der DDS TorqueSync in den direkten Wettbewerb der hochdrehmomentigen Wheel-Base-Hersteller ein – und zwar auf einem Niveau, das im Sim-Racing-Bereich bisher eher den Premiumsegmenten vorbehalten war. Während das Unternehmen bisher primär Setups, Cockpits und einzelne Eingabekomponenten bereitstellte, ergänzt es nun das „Herzstück“ für Renn-Simulatoren. Vorbestellbar ist die neue Direct-Drive-Wheel-Base ab sofort in zwei Varianten: als DDS26 TorqueSync mit 26 Nm und als DDS39 TorqueSync mit bis zu 39 Nm.
Preislich signalisiert Sim-Lab klar die Zielgruppe. Für das kleinere Modell werden knapp 1.500 Euro aufgerufen, das stärkere DDS39 liegt bei knapp 2.000 Euro. Der Unterschied ist dabei nicht nur eine Frage der Drehmomentreserve: Schon das DDS26 positioniert sich über dem, was viele Käufer typischerweise in dieser Größenordnung erwarten, während das DDS39 zusätzlich spürbar mehr Leistungszuwachs verspricht. Interessant ist zudem der Direktvergleich in der Wahrnehmung der Community: Laut der Quelle liegt das DDS39 damit deutlich günstiger als ein Simucube 3 Ultimate mit 35 Nm, auch wenn beide Systeme nicht identische Merkmalsprofile haben.
Für den Enthusiasten-Workflow liefert Sim-Lab zudem eine klar definierte Founders-Edition. Vorbesteller erhalten eine entsprechende Gravur sowie eine eindeutige Seriennummer, dazu ein Sammler-Booklet und das Xero-Play Quick Release V2 als Verbindung zwischen Lenkrad und Wheel Base. Das ist im Alltag mehr als „nur“ Zubehör: Gerade beim häufigen Wechsel zwischen Rundstrecke und anderen Disziplinen reduzieren kompatible Quick-Release-Lösungen den Reibungsverlust im Setup-Betrieb. Damit folgt Sim-Lab dem Muster, nach dem viele Sim-Racer ihre Hardware nicht als einmaliges Projekt, sondern als modulare Plattform für viele Szenarien betrachten.
Technisch setzt die DDS TorqueSync auf einen Permanentmagnet-Synchronmotor, der von Hand gefertigt wird. Der Motoraufbau soll laut Quelle so gestaltet sein, dass sich möglichst keine Drehmomentwelligkeit und keine Rastmomente einstellen; außerdem soll das Drehmoment bei höheren Drehzahlen und auch über längere Sessions stabil bleiben. Bei der Stromversorgung zeigt sich eine weitere Staffelung: Das DDS26 nutzt ein integriertes Netzteil mit 1.500 Watt Maximalleistung, das DDS39 kommt mit einem 2.500-Watt-Netzteil. Gekühlt wird über einen aktiven Lüfter, was in der Praxis vor allem dann relevant wird, wenn lange Stints gefahren werden und die Kühlung nicht nur selten, sondern dauerhaft Last abführen muss.
Die Regelung beschreibt Sim-Lab mit einem 100-kHz-Regelkreis, der die feinsten Details aus dem Fahrbetrieb in die Ausgabe weiterleiten soll. Konfiguriert wird die Wheel Base über die Sim-Lab-Software Racedirector: Dort lassen sich Drehmomentkurven, Dämpfung und Geschwindigkeiten anpassen und damit das Fahrgefühl gezielt „tunen“. Zusätzlich erlaubt die Software laut Quelle, Setups in der Community zu teilen sowie veröffentlichte Setups herunterzuladen und auszuprobieren. Genau dieser Teil entscheidet im Markt oft darüber, ob sich ein System nur kaufen lässt oder ob es sich als wiederholbar optimiertes Ökosystem etablieren kann.
Für die Kompatibilität geht Sim-Lab einen pragmatischen Weg. Während manche Wheel-Base-Hersteller ihre Ökosysteme stärker „in sich“ schließen, setzt die DDS TorqueSync auf einen Data-Passthrough via USB 2.0. Damit sollen Signale von anderen Komponenten ohne zusätzliche Kompatibilitätsbarrieren direkt zum PC durchgereicht werden können. Auch in der Stromversorgung hält Sim-Lab die Türen für Zubehör offen: Für angeschlossene Komponenten stehen bis zu 2,5 A bereit, und der Schleifring für den Kontakt an der Welle ist austauschbar. Dazu kommen mehrere Montageoptionen: Beide Varianten haben eine Stirnfläche von 130 × 130 mm, die DDS26 ist 380 mm lang, die DDS39 um 40 mm länger, und sie bringen 11,1 beziehungsweise 13,5 kg auf die Waage.
Das mechanische Paket ist damit klar auf Rig-Integration ausgelegt. An allen vier Seiten gibt es Montageschienen für Nutensteine sowie weitere Montagepunkte an der Vorderseite, was den Aufwand bei der Ausrichtung im Sim-Rig reduzieren kann. Mit der DDS TorqueSync versucht Sim-Lab damit, nicht nur ein reines Leistungsversprechen zu liefern, sondern eine Wheel-Base, die sich in bestehende Setups einfügt: über USB-Weiterleitung, mit bereitgestellter Quick-Release-Verbindung und über eine Software, die eher auf Anpassung und Community-Austausch als auf starre Presets setzt. Für Käufer bedeutet das im Kern: Wenn der Zeitplan bis zum Serienbetrieb passt, ist Sim-Lab jetzt eine echte Option im Segment der Direct-Drive-Systeme, die auf hohe Drehmomente, präzise Regelung und moderne Tuning-Workflows setzen.
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