SINGAPUR / LONDON (IT BOLTWISE) – BMX bringt seine SolidSafe-Magnet-Powerbanks nach CES 2026 in den Handel. Das zentrale Upgrade liegt nicht bei mehr Ladeleistung, sondern bei der Batteriechemie: Semi-Solid-State reduziert den Anteil brennbarer Flüssigkeit im Zellinneren. Besonders die SolidSafe Air fällt mit 6,8 mm Tiefe und Qi2-Magnetladen als Reisealternative auf. Für Unternehmen und Nutzer ist damit vor allem das Thema thermische Stabilität und Gerätesicherheit neu gewichtet.

SolidSafe-Powerbanks: Semi-Solid-State statt flüssigem Elektrolyt für mehr Sicherheit
SolidSafe-Powerbanks: Semi-Solid-State statt flüssigem Elektrolyt für mehr Sicherheit (Foto: IT BOLTWISE)
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Powerbanks wirken im Alltag oft wie austauschbare Zubehörteile: schnelleres Laden, etwas schlanker, vielleicht mit Displays. Doch mit den SolidSafe-Magnet-Powerbanks von BMX verschiebt sich der Schwerpunkt spürbar – hin zur Batteriechemie statt zur reinen Leistungskennzahl. Auslöser ist die Idee, dass die größten Sicherheitsrisiken klassischer Lithium-Varianten häufig an der flüssigen Elektrolytkomponente hängen. Wenn Hersteller den Anteil brennbarer Flüssigkeit im Zellinneren senken, verändert sich die Sicherheitsarchitektur gleich auf mehreren Ebenen: Thermik, mechanische Belastbarkeit und das Verhalten im Fehlerfall. Dass das Ganze zusätzlich magnetische Qi2-Ladefunktionen kombiniert, zielt klar auf Komfort und Alltagsrobustheit.

Technisch setzen die Geräte auf Semi-Solid-State-Zellen. Klassische Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Zellen transportieren Energie zwischen Elektroden über einen Elektrolyten, der als flüssige Phase vorliegt. Genau diese flüssige Komponente kann im Ernstfall zur kritischen Wärmeentwicklung beitragen, etwa durch interne Kurzschlüsse oder bei starker mechanischer Beanspruchung. Semi-Solid-State reduziert die Menge an flüssigem Elektrolyt im Vergleich zu herkömmlichen Konstruktionen deutlich, wodurch die Zellen thermisch stabiler bleiben sollen. Für Endnutzer übersetzt sich das in die Erwartung, dass Aufheizen, Anschwellen oder im Worst Case sogar Brandrisiken sinken. Gleichzeitig bleibt das Ziel: Energieversorgung unterwegs, ohne das Sicherheitsgefühl klassischer Powerbank-„Brick“-Bauformen.

Im Produktportfolio zeigt sich die Strategie in zwei Dimensionen: Kapazität und Formfaktor. Die SolidSafe-Reihe umfasst Modelle mit 5.000 mAh und 10.000 mAh, jeweils mit Qi2 magnetischem Wireless Charging sowie USB-C Fast Charging. Zusätzlich setzt BMX auf Gehäuse aus Aluminium, was nicht nur beim Gewicht hilft, sondern auch die Wärmeableitung unterstützen kann – ein häufig unterschätzter Teil der Sicherheitsbilanz. Laut Hersteller sind die Geräte für extremere Bedingungen ausgelegt und sollen sich gegenüber herkömmlichen Batteriepaketen widerstandsfähiger bei physischen Belastungen und thermischem Stress verhalten. Das ist wichtig, weil Powerbanks in der Praxis selten „laborruhig“ behandelt werden: Taschenquetschen, Stürze, Sommerhitze im Auto und wiederholte Ladezyklen gehören zum Alltag.

Mit SolidSafe Air kommt zudem ein besonders schlanker Ansatz. Das Gerät beansprucht den Titel als thinnest semi-solid-state Qi2 Power bank und bringt eine Tiefe von 6,8 mm am dünnsten Punkt unter. Für die konkrete Bewertung ist die Kombination entscheidend: Qi2 Magnetladen setzt meist auf präzise Positionierung von Spule und Gegenstück, während dünnere Gehäuse thermisch und mechanisch größere Anforderungen an die Zellmechanik und den Schutzaufbau stellen. BMX nennt eine 18,5 Wh Batterie, ein titanverstärktes Gehäuse sowie 15 W kabellose Qi2-Leistung und 20 W kabelgebundenes Laden per USB-C. Damit wird der Marketingfokus zwar klar auf „Reisefreundlichkeit“ gelegt, die technische Herausforderung liegt jedoch in der Integration von Sicherheits- und Ladeelektronik auf minimalem Raum.

Auch abseits der Zellen setzt der Hersteller auf Alltagsfeatures, die im Unternehmensumfeld besonders dann relevant werden, wenn Geräte nicht nur „privat“, sondern in Mobilitäts- und Support-Szenarien eingesetzt werden. Dazu zählt ein eingebautes USB-C-Lanyard-Kabel, das die häufige Suche nach Adaptern reduziert – ein kleiner Komfortgewinn, der bei Flotten oder Außendienstteams unmittelbar Zeit spart. Außerdem ist ein Farbdisplay integriert, das Ladeinformationen in Echtzeit anzeigen soll. Bei größeren SolidSafe-Modellen wird außerdem eine Unterstützung für bis zu 30 W USB-C Charging genannt; eine Variante bietet zusätzlich einen microSD-Kartensteckplatz für On-Device-Speicher. Diese Funktion ist nicht zwingend sicherheitskritisch, zeigt aber, wie stark die Geräte als „kleines Mobilitäts-Ökosystem“ gedacht sind.

Im Markt herrscht derzeit ein Wettbewerb, in dem viele Hersteller vor allem Ladegeschwindigkeit, Kapazität und Features wie Magnete oder Displays nach vorne stellen. Wettbewerber wie Anker, Samsung oder Baseus setzen ebenfalls auf schnelle USB-C-Power und (je nach Modellgeneration) magnetisches Laden als Convenience-Argument. Genau hier liegt der Unterschied: Während sich viele Alternativen hauptsächlich an der Leistungsdynamik und am Formfaktor orientieren, adressiert BMX eine andere Hebelwirkung – die Zellchemie. Marktexperten argumentieren dabei häufig, dass sich „Sicherheit“ nicht allein durch externe Schutzschaltungen erreichen lässt, sondern bereits in der Material- und Zellkonstruktion beginnt. Wie ein Batterie-Insider es in einem Branchenkommentar sinngemäß formuliert: „Wenn die flüssige Phase im Inneren reduziert wird, sinkt die Wahrscheinlichkeit kritischer thermischer Eskalationen – und damit verbessert sich der Spielraum für zuverlässige Schutzmechanismen.“

Für die Marktdurchdringung ist Timing ebenfalls relevant. CES 2026 war der Startpunkt für die SolidSafe-Vorstellung, jetzt folgt der Handel über die eigene Website und Amazon US, mit Preisen ab 59 US-Dollar. Diese Preiszone ordnet die Geräte in einem Segment ein, in dem Nutzer für Sicherheit meist nur dann mehr zahlen, wenn der Nutzen unmittelbar spürbar ist: etwa bei Sommerreisen, in Auto-Umgebungen oder in Situationen, in denen Ersatzkabel und Netzteile nicht planbar sind. Gleichzeitig müssen sich Hersteller gegen den Einwand behaupten, dass „weniger flammbarer Elektrolytanteil“ schwierig zu verifizieren ist, ohne harte Sicherheitsdaten. In solchen Fällen werden Zertifizierungen, Temperaturtests und belastbare Laborwerte in der Kaufentscheidung entscheidender als reine Chemie-Claims.

Aus regulatorischer und sicherheitstechnischer Sicht bleibt das Thema besonders dynamisch. Regulatoren und Normungsstellen legen in der Praxis zunehmend Wert auf konsistente Testverfahren für Akkus und deren Verhalten bei Missbrauch oder Defekten, weil ein einzelnes Erfolgsbeispiel langfristig nicht reicht. Für Unternehmen bedeutet das: Wenn SolidSafe-Powerbanks in Prozesstreue-Umgebungen (z. B. IT-Departements mit mobilen Endgeräten, Eventtechnik, Außendienst) eingesetzt werden, sollten Security- und Procurement-Teams die Sicherheitsunterlagen pro Modell anfordern. Dazu gehören Informationen zu Schutzschaltungen, Ladeprofilen, Temperatur-Constraints und – soweit verfügbar – zu Zertifikaten und Prüfresultaten. Datenschutz ist hier indirekt relevant: Wer Displays und ggf. Zusatzfunktionen wie microSD integriert, muss sicherstellen, dass keine unerwarteten Datenpfade entstehen, etwa durch Firmware- oder Gerätekommunikation.

Der Blick nach vorn deutet darauf hin, dass sich die nächste Generation von Powerbanks stärker wie „Sicherheitsplattformen“ entwickeln könnte. Wenn Semi-Solid-State sich in Kosten, Skalierung und Performance bewährt, könnten weitere Hersteller ähnliche Zellprinzipien übernehmen – ähnlich wie bei der Verbreitung von USB-C als Standard. Für Entwickler und Produktteams in der Consumer-Elektronik eröffnet das Chancen in zwei Richtungen: erstens eine bessere thermische Design-Freiheit bei dünner Bauform, zweitens neue Möglichkeiten für Schutzmechanik und Firmware-gestütztes Energiemanagement. Entscheidend wird sein, ob die versprochene erhöhte Stabilität nicht nur im Marketing, sondern auch in wiederholbaren Langzeittests und unter realen Missbrauchsszenarien bestätigt werden kann. So könnte BMXs Ansatz mittelfristig den Qualitätswettbewerb verschieben: weg von „schneller“ hin zu „verlässlich und sicher“, ohne auf den Komfort magnetischer Ladekonzepte zu verzichten.


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