KASACHSTAN / LONDON (IT BOLTWISE) – Am 26. Juli steigt die Rückkehr dreier Raumfahrer von der Internationalen Raumstation in die entscheidende Phase: Die Soyuz MS-28 löst sich gegen 3:02 Uhr EDT von der ISS und setzt rund 3,5 Stunden später zur Landung an. Zuschauer bekommen mehrere Live-Einstiege, unter anderem für die Übergabe der ISS-Führung im Rahmen des Wechsels von Expedition 74 zu Expedition 75. Für Chris Williams bedeutet das Ende der aktuellen Mission nach 241 Tagen im Orbit, für die Besatzung darüber hinaus klare Prozeduren von der Entkoppelung bis zur Landung in der kasachischen Steppe. Der genaue Ablauf wird mit NASA-Webcasts ab dem Abend vorher bis zu den Landungsaktivitäten begleitet.

Soyuz MS-28: NASA-Astronaut Chris Williams und zwei Roscosmos-Crews kehren am 26. Juli zurück
Soyuz MS-28: NASA-Astronaut Chris Williams und zwei Roscosmos-Crews kehren am 26. Juli zurück (Foto: IT BOLTWISE)
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Die Rückkehr der Besatzung von der Internationalen Raumstation wird am Sonntag, 26. Juli, sehr früh am Morgen in den Fokus rücken: Um 3:02 Uhr EDT (0702 GMT) dockt die Raumkapsel Soyuz MS-28 von der ISS ab, nur Minuten später beginnt der entscheidende Flugabschnitt zurück Richtung Erde. Rund 3,5 Stunden später steht die Landung in der Steppe Kasachstans an, konkret gegen 6:26 Uhr EDT (1026 GMT). Für die Zuschauenden ist das Timing besonders spannend, weil die Ereignisse nicht als einzelne „Show“ laufen, sondern in einen klar getakteten Prozedur-Block eingebettet sind: erst Entkopplung, dann Bahnkorrekturen und Reentry-Phase, anschließend das sichere Aufsetzen in einem vorgesehenen Bergungsgebiet.

Im Mittelpunkt stehen drei Raumfahrer, die in einer US- und Russland-gekoppelten Mission gemeinsam zurückkehren. Auf der einen Seite sitzt der NASA-Astronaut Chris Williams, auf der anderen Seite die beiden Roscosmos-Flugbesatzungsmitglieder Sergey Kud-Sverchkov und Sergei Mikaev. Ihre Soyuz-Kapsel trägt die Bezeichnung MS-28, und der Rücksprung von der ISS folgt einem bewährten Muster, das sich über Jahrzehnte an unterschiedlichsten Missionen bewährt hat. Die technische Grundlogik bleibt dabei gleich: Die Sojus-Kapsel nutzt die Zeit nach dem Undocking für die energetische Rückführung über die Bahngeometrie, bis die Landefolge in einem genau definierten Zielkorridor ankommt. Dass der Undocking-Zeitpunkt hier auf 3:02 Uhr EDT gelegt ist, hängt nicht mit dem Publikum zusammen, sondern mit Bahnfenstern, Docking-/Abstimmprozessen in der Raumstationsumgebung und dem geplanten Ablauf zwischen Besatzungswechsel und Rückkehrfenster.

Bevor die Soyuz MS-28 überhaupt vom ISS-Port abhebt, laufen an Bord der Raumstation bereits die vorbereitenden Übergänge. Die Quelle nennt als Startpunkt der Live-Begleitung den 25. Juli um 9:40 Uhr EDT (1340 GMT). Der zeitliche Einstieg fällt dabei in die Phase vor einer Change-of-Command-Zeremonie an der ISS: Sergey Kud-Sverchkov übergibt zu diesem Zeitpunkt die Stationsverantwortung an die NASA-Astronautin Jessica Meir. Das ist mehr als eine symbolische Umstellung, denn mit der Missionsführung ändern sich operative Schwerpunkte im Alltag der Station – von Planung und Koordination bis zur Ausrichtung von Tagesabläufen für Experimente, Wartungsfenster und Kommunikationsstrukturen. Interessant ist zudem, dass der offizielle Übergang von Expedition 74 zu Expedition 75 mit dem Undocking von Soyuz MS-28 verbunden ist. Damit koppelt die Mission die formale Missionslogik an ein technisches Ereignis, das für die Bahnführung und die Rückkehr ohnehin zentral ist.

Auch nach der Stationsphase verschiebt sich der Fokus in Richtung Kapsel-Kommunikation und sichere Abschottung. Laut Zeitplan setzt die NASA-Webcast-Begleitung am Abend des 25. Juli erneut ein, und zwar um 11:10 Uhr EDT (0310 GMT am 26. Juli), um Crew Farewells und die Schließung der Luke(n) zwischen ISS und Soyuz MS-28 abzudecken. Diese Hatches stehen für den technischen „Fahrplan der letzten Meter“: Erst wenn die Zugänge vollständig geschlossen sind und die Kapselumgebung die geplanten Betriebszustände erreicht, kann der Undocking-Vorgang in die nächste Phase übergehen. Die Undocking-Berichterstattung beginnt dann um 2:30 Uhr EDT (0630 GMT) am Sonntag, und die Live-Übertragung wird später wieder aufgenommen, um deorbit- und Landing-Aktivitäten zu begleiten. Der Reentry-Teil ist dabei ein klassischer Übergang von Routine-Operations in der Schwerelosigkeit zu einem stark physikgetriebenen Flugprofil in der Atmosphäre. Genau in dieser Phase zeigt sich, warum Rückkehrkapseln nicht nur „transportieren“, sondern komplette Systeme für thermische Belastung, Ablations- bzw. Hitzeschutz und Lageregelung integrieren müssen.

Mit der Rückkehr werden zudem umfangreiche Missionsdaten sichtbar, die das Ausmaß der aktuellen Flugzeit verdeutlichen. Am Ende der Mission sollen die drei Raumfahrer insgesamt 241 Tage im All verbracht haben. In dieser Zeit umkreisten sie die Erde 3.856 Mal und legten dabei laut Angaben mehr als 102 Millionen Meilen zurück – umgerechnet 164 Millionen Kilometer. Solche Zahlen klingen abstrakt, sind aber für das Verständnis der realen Logistik wichtig: Jede Erdumrundung bedeutet wiederkehrende Kommunikationsfenster, Datenaustausch, thermische Zyklusbelastungen und den kontinuierlichen Betrieb von Lebenserhaltungssystemen sowie Forschungseinrichtungen. Gleichzeitig setzt der Rückflug den Rahmen dafür, wie Missionsplaner die Belastung über Zeit verteilen: Nicht nur das „Wann“ ist geplant, auch das „Wie lange“ hat Effekte auf Verbrauch, Wartungsintervalle und die Vorbereitung der Besatzung auf die Rückkehr nach der Schwerelosigkeitsphase.

Nach der Landung folgt schließlich der nächste praktische Schritt: Wiederaufnahme der Bergung und organisatorische Rückführung der Crew in ihre jeweiligen Netzwerke. Laut den genannten NASA-Angaben fliegen die drei nach dem Touchdown per Hubschrauber nach Karaganda, wo sich die Recovery-Teams befinden. Von dort aus unterscheidet sich die weitere Route: Williams soll zu NASEL’s Johnson Space Center in Houston zurückkehren, während Kud-Sverchkov und Mikaev in ihre jeweiligen Trainingsbasis-Strukturen zurückkehren, darunter Star City in Russland. Diese Trennung ist typisch für die Multi-Agency-Realität der Raumfahrt: Die unmittelbare Wiederherstellung der Crew erfolgt gemeinsam nach denselben Sicherheits- und Versorgungsprinzipien, die langfristige Nachbereitungs- und Trainingslogik folgt jedoch den jeweiligen nationalen und institutionellen Programmen. Für Organisationen in der Raumfahrtbranche ist das relevant, weil medizinische Checks, Post-Flight-Auswertungen und Einsatzplanung als zusammenhängender Prozess betrachtet werden müssen – nicht als „Punkt Landung und Ende“.

Für Unternehmen und Technologiebeobachter lohnt sich zudem der Blick auf den breiteren Kontext: Der Ablauf der Soyuz-Rückkehr zeigt, wie stark die Raumfahrt weiterhin von standardisierten Schnittstellen abhängig ist. Die ISS ist als mikrogravitationsfähiges Labor nur so belastbar, wie die An- und Abkoppelprozesse zuverlässig funktionieren und die Stationsbesatzung zwischen Wechseln sauber migrieren kann. Gleichzeitig macht die präzise Taktung sichtbar, wie eng Missionen mit Bodensegmenten verzahnt sind: Sende-/Empfangsfenster, Telemetrie, Rückkehrplanung (deorbit) und Landungskoordination werden so abgestimmt, dass aus einem physikalischen Prozess ein kontrollierbarer Ablauf wird. Während Künstliche Intelligenz in der Raumfahrt längst als Unterstützung diskutiert wird, steht hier zunächst ein klassisches Ingenieurprinzip im Vordergrund: Transparente Prozeduren, robuste Systeme und ein Ablauf, der im Zweifel auch ohne „Over-the-Top“-Komplexität sicher abläuft. Genau diese Mischung aus bewährter Technik und sauberer Betriebsdisziplin wird am 26. Juli sichtbar – zuerst beim Undocking um 3:02 Uhr EDT, dann bei der Landung um 6:26 Uhr EDT, und schließlich in der Bergungslogistik Richtung Karaganda.


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