WASHINGTON / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Space Force plant, ihr Raketenwarnsystem grundlegend zu überarbeiten. Ein milliardenschweres Satellitenprogramm für die Polarregion soll eingestellt werden, um auf neue, kostengünstigere Satellitenkonstellationen zu setzen. Diese Entscheidung könnte die Art und Weise, wie die USA Bedrohungen aus dem Norden überwachen, erheblich verändern.

Die Space Force der USA plant eine grundlegende Umstrukturierung ihrer Raketenwarnsysteme. Im Rahmen des Haushaltsplans für 2027 soll das 3,4 Milliarden US-Dollar teure Programm zur Überwachung der Polarregion eingestellt werden. Stattdessen will die Space Force auf neue, proliferierte Satellitenkonstellationen setzen, die in anderen Umlaufbahnen operieren und eine umfassendere Abdeckung bieten sollen.
Northrop Grumman, das derzeit mit dem Bau von zwei Satelliten für das Next-Generation Overhead Persistent Infrared Polar Programm beauftragt ist, wird von dieser Entscheidung direkt betroffen sein. Laut den jüngsten Haushaltsdokumenten plant die Space Force, das NGP-Programm zu beenden und sich auf die Resilient Missile Warning/Missile Tracking Programme zu konzentrieren, die in niedrigen und mittleren Erdumlaufbahnen operieren.
Diese Entscheidung spiegelt einen strategischen Wandel wider, der bereits 2021 angekündigt wurde. Damals hatte die Space Force erklärt, dass sie sich von großen, maßgeschneiderten Raumfahrzeugen hin zu kleineren, kostengünstigeren und stärker verbreiteten Satellitenkonstellationen bewegen wolle. Diese neue Architektur soll die Risiken minimieren, die mit einem so bedeutenden Übergang verbunden sind.
Die Entscheidung, das NGP-Programm einzustellen, erfolgt inmitten eines Vorstoßes zur Stärkung der Raketenabwehr des Verteidigungsministeriums. Die Space Force zeigt damit Vertrauen in die neuen LEO- und MEO-Satelliten, die als tragfähigere Alternative angesehen werden. Diese Satelliten sollen eine Schlüsselrolle im Rahmen des sogenannten Golden Dome spielen, einem mehrschichtigen Schutzschild aus Boden- und weltraumbasierten Systemen.
Die Space Development Agency hat bereits acht Satelliten für die Demonstrationsschicht ihrer Konstellation gestartet und plant, später in diesem Jahr mit dem Start der ersten operationellen Satelliten zu beginnen. Diese Entwicklungen sind jedoch von Verzögerungen aufgrund technischer und logistischer Herausforderungen betroffen. Die Space Force hat für das Jahr 2027 ein Budget von 3,5 Milliarden US-Dollar für die SDA vorgesehen, um die Tranche-1-Satelliten zu starten, zu testen und zu betreiben.
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