LONDON (IT BOLTWISE) – Starbucks zeigt sich im aktuellen Jahr zwar nicht immun gegen schwächeres Gästeaufkommen in den USA, bleibt für Anleger aber ein vergleichsweise stabiles Konsum-Signal. Für das Geschäftsjahr 2023 nennt das Unternehmen rund 36 Milliarden US-Dollar Umsatz und steigert den bereinigten Gewinn je Aktie deutlich gegenüber 2022. Entscheidend sind dabei ein Effizienz- und Kostenprogramm, ein Margenfokus sowie digitale Bestellungen und Treueprogramme, die den Umsatz pro Kunde stützen. Gleichzeitig wächst das Filialnetz global auf deutlich über 38.000 Standorte, besonders in Asien.

Starbucks wird an der Börse häufig als Gradmesser dafür gelesen, wie robust sich der Konsum in urbanen Regionen tatsächlich hält. Auch wenn das Unternehmen im US-Markt zeitweise unter einem nachlassenden Gästeaufkommen leidet, zeigt der Blick auf die Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2023: Der Konzern kann Umsatz und Ergebnis offenbar weiter stützen, statt nur den Nachfragerückgang „durchzureichen“. Das ist für Investoren vor allem deshalb relevant, weil die Aktie nicht nur von kurzfristigen Traffic-Schwankungen abhängt, sondern stark davon, wie gut Starbucks Kosten unter Kontrolle hält und Bestellprozesse digitalisiert.
Im operativen Geschäft setzt Starbucks laut Ergebnisübersicht vor allem auf Effizienz, digitale Bestellungen und eine optimierte Filialstruktur. Für 2023 wird ein Umsatz von rund 36 Milliarden US-Dollar genannt, der im niedrigen zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr zulegt. Solche Wachstumsraten allein wären in schwächeren Konsumphasen allerdings nicht automatisch überzeugend; entscheidend ist deshalb der zweite Hebel: Laut Angaben kann der bereinigte Gewinn je Aktie 2023 gegenüber 2022 deutlich gesteigert werden, unterstützt durch Skaleneffekte. Beim Thema Marge wird das Bild konkreter: Für 2023 berichtet Starbucks eine operative Marge im mittleren Zehn-Prozent-Bereich, nachdem sie im Vorjahr durch höhere Lohn- und Rohstoffkosten spürbar niedriger lag.
Technisch betrachtet lohnt sich bei Starbucks der Blick darauf, wie „Kosten pro Transaktion“ in Kettenlogik entsteht: Sobald digitale Bestellungen, schnellere Workflows und eine konsistente Filialsteuerung greifen, sinkt nicht nur der Aufwand je Bestellung, sondern häufig auch der interne Zeitbedarf pro Abwicklung. Genau darauf zielt das genannte Maßnahmenpaket zur Produktivitätssteigerung ab, mit dem sich die Betriebskosten pro Transaktion senken lassen. Daneben stützt die Filialexpansion die Umsatzbasis, ohne dass jeder zusätzliche Standort zwingend sofort denselben Ergebnishebel liefern muss. Zum Ende des Geschäftsjahres 2023 lag die globale Filialzahl bei deutlich über 38.000 Standorten. Damit geht das Wachstum nicht nur in den USA weiter, sondern vor allem in Asien, wo laut Unternehmensangaben unter anderem in China und weiteren Märkten neue Läden eröffnet wurden.
Der spannendste Teil für Marktteilnehmer ist dabei die regionale Balance: Selbst wenn die USA weiterhin den größten Umsatzanteil stellen, trugen 2023 in ausgewählten internationalen Segmenten prozentual höhere Umsatzwachstumsraten als im Heimatmarkt bei. Das lässt sich auch als Signal dafür lesen, dass Starbucks in Märkten außerhalb der USA stärker auf wiederkehrende digitale Touchpoints setzt, etwa über Treueprogramme und mobile Bestellungen. Solche Mechaniken wirken in der Praxis meist zweifach: Erstens erhöhen sie die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden erneut kommen, zweitens verbessern sie die Messbarkeit und damit die Steuerbarkeit von Angebot und Sortiment. Entsprechend hebt das Unternehmen hervor, dass digitale Treueprogramme und mobile Bestellungen in diesen Regionen eine wichtige Rolle spielen und den durchschnittlichen Umsatz pro Kunde stützen.
Ein weiterer Qualitätsindikator in der Bewertung ist der vergleichbare Filialumsatz, also „Like-for-like“-Entwicklung über bestehende Standorte hinweg. Für 2023 nennt Starbucks im globalen Durchschnitt ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das ist bemerkenswert, weil das Vorjahr durch pandemiebedingte Sondereffekte und Nachholeffekte verzerrt war, die kurzfristig die Vergleichsbasis beeinflussen. Wenn es dem Konzern gelingt, einen Like-for-like-Zuwachs auch unter „normaleren“ Bedingungen zu halten, spricht das für eine tragfähigere Nachfrage und weniger Abhängigkeit von Einmaleffekten. Ergänzend deutet die Beschreibung der Strategie darauf hin, dass Starbucks die Gäste über neue Produkte, saisonale Angebote sowie digitale Services wieder stärker in die Filialen zieht.
Abseits der reinen Finanzkennzahlen lässt sich die Stabilität auch über die Produktwelt erklären. Starbucks ist in der Wahrnehmung vor allem an Kaffeegetränke gekoppelt, hat aber das Angebot sukzessive erweitert: Snacks, Tee und kalte Spezialitäten gehören inzwischen zum Kern der Filialrealität. Entscheidend sind zudem die espresso-basierten Getränke mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, die saisonalen Kreationen und personalisierten Mischungen, die über eine App oder direkt in der Filiale bestellt werden können. Auch beim Thema Nachhaltigkeit nennt das Unternehmen Initiativen zur Reduktion von Einwegbechern sowie „nachhaltigere Verpackungen“ als Baustein, der bei vielen Kunden gut ankommt. In der Summe entsteht so ein Markenbild, das in urbanen Konsummärkten wiederkehrende Kaufanlässe schafft und zugleich die Digitalisierung der Customer Journey unterstützt.
Für das Marktbild bleibt die Aktie damit ein Fokus-Titel im Segment Restaurants und Freizeitgastro. In der Nachrichtenlage und in den Unternehmensangaben wird Starbucks als globaler Konsumwert mit hoher Markenpräsenz beschrieben, der durch das ausgebauten Filialnetz, digitale Kanäle und Margenprogramme strategisch positioniert ist. Für die künftige Bewertung wird besonders sein, ob sich das Zusammenspiel aus Umsatzwachstum, Filialexpansion und Kosteneffizienz fortsetzen lässt, ohne dass die operative Marge durch Kosten oder nachlassende Nachfrage erodiert. An der Börse steht dabei häufig der Ausblick auf die nächsten Quartale im Vordergrund; zugleich ist die finanzielle Entwicklung für 2023 ein Hinweis, dass Starbucks nicht nur Wachstum „findet“, sondern auch daran arbeitet, wie profitabel dieses Wachstum im Tagesgeschäft wird.
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